In einem “gemeinsamen Brief an die Open Source Community” haben die Firmen Novell und Microsoft bekannt gegeben, dass sie in Zukunft kooperieren wollen.
Die Übereinkunft schließt die Regelung eventueller Patentansprüche beider Seiten ein. Allerdings beschränkt sich die Erlaubnis zur Nutzung auf Microsoft- und Novell-Kunden sowie”einzelne nicht-kommerzielle Open-Source-Programmierer”. Wer also beispielsweise in einem kommerziellen Umfeld Debian einsetzt, bleibt von Patentansprüchen bedroht.
Ausdrücklich nennt der Brief die .Net-Technologie, deren Patente nunmehr kein Hinderungsgrund mehr für den Einsatz des von Novell geförderten Mono darstellt.
Weitere Punkte der gemeinsamen Vereinbarung sind bessere Zusammenarbeit in den Bereichen Virtualisierung, Kollaboration und Office-Dokumenten-Standards. Die Zusammenarbeit von Microsoft und Novell in diesen Bereichen soll laut den Verantwortlichen die Interoperabilität von Linux und Windows verbessern.
Die gestrige Pressekonferenz, bei der von Microsoft-Seite Steve Ballmer anwesend war, ist als Videostream im Netzarchiviert. Prominente Vertreter der Open-Source-Szene wie Bruce Perens kommentieren den Zusammenschluss vorwiegend kritisch:
“Sie können sicher sein, dass Microsoft nicht darauf aus ist, einem Konkurrenten zu helfen. Diese Ankündigung ebnet den Weg für Microsoft, um bedeutende Kontrolle über die kommerziellen Nutzer Freier Software zu erhalten. Und sie hat erhebliche negative Auswirkungen auf Open Source im Allgemeinen.”






Novell tritt massiv _für_ Software-Patente ein !!
(Finger weg!)
War wohl mal wieder Halloween… ;-) Habe es jedenfalls heute morgen auch sehr überrascht auf Linux-Watch gelesen. Verstehe ich da was falsch oder besteht so die Gefahr einer Code-Injection von (in den USA) patentgeschützten Microsoft-Techniken in freie Softwareprojekte wie Xen, Mono, Samba oder OpenOffice? Immerhin gilt der Schutz vor Microsoft-Patentansprüchen nur für Suse-Entwickler und -Kunden, und das auch nur bis 2012. Von daher könnte das möglicherweise nach einer Wiederholung der SCO-Strategie unter kontrollierten Bedingungen aussehen: Das gemeinsame Microsoft/Novell-Lab passt o.g. Software zwecks besserer Interoperablität mit Windows-Programmen an, verwendet sie in Suse, andere Distributionen geraten unter Konkurrenzdruck/Kundendruck, die komfortableren Techniken zu… Mehr »
Vielleicht muß man anders herum denken: Nicht Microsoft versucht patentgeschützte Techniken in freie Software zu bekommen sondern M$ versucht freie Code Teile in seine eigene Software zu integrieren und patentieren zu lassen. Möglicherweise in einem Umfang, daß es gegen die GPL verstößt. Novell soll ihnen dazu die nötige Rückendeckung geben bevor der Laden geschluckt wird. Nur mal so gesponnen. Oder eine weitere Sprekulation: Novell plant ein Linux, das dem Mac OS ähnlich ist: Ein System, das mit MS- Produkten wie z.B. dem Internet- Explorer geliefert wird oder mit einem M$ Office. Auf jeden Fall nicht mehr mit 100% freier Software.… Mehr »
Anbei der Link zu dem Artikel. MS spielt “Schach” in der IT-Branche. Natürlich verfolgen sie wieder eine Marketingstrategie. SCO konnte Linux nicht stoppen. Nun wird vielleicht ein anderer Weg eingeschlagen. Die Zukunft wird es zeigen. Interessant wird es, wenn nur nicht Suse Linux in Zukunft aus dem Windowsnetzwerk ferngehalten wird. Gemäß Artikel aus den Linux-Zeitschriften wird bei Linux nicht von SMB 2.0 auf SMB 1.0 zurückgeschaltet und damit Linux bei Vista ausgesperrt. Wenn der Zugang zu SMB 2.0 unter Patent gestellt wird, könnte es noch interessant werden. Oder man bekommt hierzu nur noch proprietäre Treiber (Binaries) mit gewissen Lücken für… Mehr »
Ich möchte kotzen [1]. Wie immer die umfassendste Informationsquelle ist Groklaw [2]. Ich kann gar nicht soviel fressen wie ich kotzen möchte. Tschuldigung für die harschen Worte. Schönen Dank auch SuSE, es war schön mit Dir (fast immer zumindest). Aber ein mit MS closed Source Interoperabilitätsverbessertes MS-Novell Linux möchte ich NICHT. Die nächste SuSE kommt mit fetter EULA. Nachdem die SCO Strategie ja jetzt baden gegangen ist, wird dann über Novell indirekt auf Softwarepatentebene auf die anderen Druck gemacht. Die MS Klagekasse wird so schnell nicht leer werden … und am Ende darf Novell dann machen, was sie bisher mit… Mehr »
Wer gerne das “Original” lesen möchte … [1]
[1] http://www.microsoft.com/presspass/exec/steve/2006/11-02NovellInterop.mspx
Yeah – Du hasts voll erfasst.. I mach grad mit..
Es bleibt abzuwarten, was Microsoft tatsächlich mit Novell vorhat. Bisher wurde jedes Unternehmen, das mit Microsoft kooperiert hatte erst ausgeblutet und dann entweder zu deren Handlanger oder konnte dicht machen. Die werden sich von Novell das holen was sie brauchen an fähigem Personal, Ressourchen und Know How. Eine andere Möglichkeit wäre, daß M$ vorhat an seinem System langfristig gravierende Änderungen vorzunehmen ähnlich wie es von Win 98 auf Win ME und 2000 war. Die Probleme, die die Anwender mit dem System haben sind auch M$ bekannt und werden bestimmt nicht unterschätzt. Man hat längst erkannt, daß man langsam aber allmählich… Mehr »
Hallo, meiner Meinung nach wird Microsoft hoffnungslos überschätzt, was “langfristige Strategien” mit Partnern und vor allem in der Softwareentwicklung angeht. Die einzige erkennbare Strategie von Microsoft ist “treibe die Opportunitätskosten in astronomische Höhen”. Einmal MS, immer MS. Qualität war bei MS nie ein Thema. Wozu auch? Die Leute kaufen ihre Software so oder so, und Qualität kostet Geld. Jede “Verbesserung” und jede neue Technologie ist primär darauf ausgerichtet, den Zwang zu MS weiter auszubauen. Darüber gewinnt und hält MS Kunden, nicht über Qualität. Gelegentlich landen sie einen Coup und setzen sich in einem neuen Marktsegment fest, das dann langsam, aber… Mehr »
ist zwar jetzt etwas off topic: aber vielleicht könnte man auch Sun Solaris im Zusammenhang mit OpenSource u. Linux öfter erwähnen.
-Immerhin hat Solaris im professionellen Umfeld (nach wie vor) einen sehr guten Ruf, und die Fa.Sun leistet auch viel für die Open Source-Community.
(z.B. Star-Office/ Open-Office, etc.)
Daß Sun die Leitung der Solaris-Entwicklung für sich beansprucht, vor allem um Forking (Absplitterungen) zu vermeiden, ist o.k.
-vor allem da Sun bei der Nutzung von Solaris weitestreichende Freiheiten gewährt, und sich auch gegenüber Linux sehr aufgeschlossen zeigt…
[1] http://de.sun.com/homepage/index.html
[2] http://www.redhat.de/
das Hauptproblem bei Micro§oft besteht vor allem im _Closed_Source, welcher, je nach Einsatzzweck, das Potenial einer unkontrollierbaren “Macht” Ausübung beinhalten kann..
(andererseits muß M$ wie jede andere Firma natürlich auch, Geld verdienen.. – und ist daher letztlich prakt. gezwungen, relevantes Wissen über die erstellte Software (kann man vielleicht nicht einmal als “techn.- knowhow” bezeichnen) möglichst für sich zu behalten…)
so lange das Prinzip von “geben und nehmen” in einem einigermaßen ausgewogenen Gleichgewicht besteht, ist es für alle Beteiligten meist akzeptabel – allerdings drängt sich bei M$ oftamls der Eindruck auf, daß letzteres dzt. überwiegt…(?)
[1] http://www.ubuntu.com/
“..Potential einer unkontrollierbaren “Macht” Ausübung…”
(sorry f. den Tippfehler – aber manchmal wünscht man sich eine Korrekturmöglichkeit..)
Diese wäre die erste “Partnerschaft”, die Microsoft eingeht, um dem Partner zu helfen. In der Vergangenheit sind praktisch alle Partner bei lebendigem Leibe aufgefressen worden, wenn sie sich mit Microsoft einliessen. Die Novell-Oberen, Miguel de Icaza ebenso wie Jeff Jaffe, kennen zwar die Gefahr, hoffen aber (mit welcher Berechtigung eigentlich?), daß diesmal alles ganz anders kommt: Miguel de Icaza in seinem Blog auf die selbstgestellte Frage: “Habt Ihr nix aus der Geschichte gelernt? Microsoft hat in der Vergangenheit allen seinen Partnern Schaden zugefügt!”: “I think that we have to give it the benefit of the doubt” (zu deutsch, frei übersetzt:… Mehr »
Kooperation würde ich das auch nicht nennen, eher Novell paktiert mit Microsoft. Der Schutz der Privatentwickler ist auch ein Witz, wenn jemand für sich allein im stillen Kämmerlein dahin wurschtelt und es anderen zur nicht-kommerziellen Nutzung zur Verfügung stellt, dann sollte ein jeder bedenken, daß eine kommerzielle Nutzung bereits stattfindet, wenn: a) man zu Hause damit seinen Lebensunterhalt verdient und sei es nur der Geschäftsbrief b) Online-Einkäufe tätigt (sprich ein Geschäft abwickelt) c) … Das was Mr. Ballmer den Heimfricklern zugesteht haben sie nach geltendem Patentrecht ohnehin schon (die ausschließlich private Nutzung einer patentierten Erfindung). Ein Gutes hat die Sache… Mehr »
… und wie versteht sich Microsofts neuer Freundschaftsgedanke zu Linux mit dem, was ich in der Linux-User 11.2006 über das Verhalten von Vista im Netzwerk lesen mußte? Da heißt es: “Vista sperrt Linux aus”. Der Artikel beschreibt (wenn ich das richtig verstanden habe), daß nur Linux-Zugriffe nicht funktionieren.
Also, mal ehrlich. Jemanden, der mich nicht bei sich zu Besuch haben will, könnte ich niemals als Freund bezeichnen. Das muß Novel doch auch erkennen?
Oder gehören die vielleicht schon dem netten Bill und keiner weiß das?!
Gruß
Thomy