Oliver Frommel
Die Übereinkunft schließt die Regelung eventueller Patentansprüche beider Seiten ein. Allerdings beschränkt sich die Erlaubnis zur Nutzung auf Microsoft- und Novell-Kunden sowie"einzelne nicht-kommerzielle Open-Source-Programmierer". Wer also beispielsweise in einem kommerziellen Umfeld Debian einsetzt, bleibt von Patentansprüchen bedroht.
Ausdrücklich nennt der Brief die .Net-Technologie, deren Patente nunmehr kein Hinderungsgrund mehr für den Einsatz des von Novell geförderten Mono darstellt.
Weitere Punkte der gemeinsamen Vereinbarung sind bessere Zusammenarbeit in den Bereichen Virtualisierung, Kollaboration und Office-Dokumenten-Standards. Die Zusammenarbeit von Microsoft und Novell in diesen Bereichen soll laut den Verantwortlichen die Interoperabilität von Linux und Windows verbessern.
Die gestrige Pressekonferenz, bei der von Microsoft-Seite Steve Ballmer anwesend war, ist als Videostream im Netzarchiviert. Prominente Vertreter der Open-Source-Szene wie Bruce Perens kommentieren den Zusammenschluss vorwiegend kritisch:
"Sie können sicher sein, dass Microsoft nicht darauf aus ist, einem Konkurrenten zu helfen. Diese Ankündigung ebnet den Weg für Microsoft, um bedeutende Kontrolle über die kommerziellen Nutzer Freier Software zu erhalten. Und sie hat erhebliche negative Auswirkungen auf Open Source im Allgemeinen."
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Diese wäre die erste "Partnerschaft", die Microsoft eingeht, um dem Partner zu helfen. In der Vergangenheit sind praktisch alle Partner bei lebendigem Leibe aufgefressen worden, wenn sie sich mit Microsoft einliessen. Die Novell-Oberen, Miguel de Icaza ebenso wie Jeff Jaffe, kennen zwar die Gefahr, hoffen aber (mit welcher Berechtigung eigentlich?), daß diesmal alles ganz anders kommt: Miguel de Icaza in seinem Blog auf die selbstgestellte Frage: "Habt Ihr nix aus der Geschichte gelernt? Microsoft hat in der Vergangenheit allen seinen Partnern Schaden zugefügt!": "I think that we have to give it the benefit of the doubt" (zu deutsch, frei übersetzt: "Hoffen wir mal das Beste") Jeff Jaffe, Novell CTO im Gespräch mit einem Forbes-Journalisten auf die Frage, was Novell anders macht, um das Schicksal anderer Microsoft-Opfer zu vermeiden: "I think this partnership is breaking new ground." (zu deutsch, frei übersetzt: "Diese Partnerschaft ist der erste Spatenstich, um neue Wege zu beschreiten.") Der Forbes-Schreiber merkt übrigens süffisant an: "Leider wird's wohl der erste Spatenstich Novells zum eigenen Grab sein." Warum sind sich die Kerle da bloßso sicher? Etwa weil das Novell-Management um sooooo vieles cleverer ist als Steve Ballmer & Co.? Weil die Novell-Rechtsanwälte um so viel durchtriebener beim Dokumente-Schreiben und Vertrags-Formulieren sind als ihre Microsoft-Widerparts? Ich persönlich traue den Beruhigungspillen nicht. Machen wir mal eine kleine Probe auf's Exempel. Hier sind zwei Beweisstücke dafür, daß die Novell-Seite bei diesem "Agreement" äußerst schlampig gearbeitet hat: Erstens. Microsoft und Novell widersprechen sich auf ihren jeweiligen Webseiten was den "Brief an die Community" angeht: Microsoft's Webseite publiziert das Dokument in Gänze, und führt folgende Überschrift: "An Open Letter to the Community from Novell" (http://www.microsoft.com/in...snovellcollab/open_letter.mspx ) Novell's Webseite publiziert es ebenfalls, allerdings unter der Überschrift: "Joint letter to the Open Source Community -- From Novell and Microsoft" (http://www.novell.com/linux/microsoft/openletter.html) Ja, was nun? Ein "gemeinsamer" Brief, unterschrieben von beiden Firmen? Oder bloß einer, der von Novell stammt (wie Microsoft es sagt)? Und warum denkt Novell, daß es ein "gemeinsamer" Brief ist? Könnte es sein, daß sie dieses Dokument insgeheim erstmal den Microsoft-Rechtsanwälten zur Genehmigung vorlegen mußten, bevor sie ihn veröffentlichen durften? Und könnte es sein, daß sie diese Taschenkontrolle verwechselten mit einer offiziellen Absegnung durch Microsoft, daß man dies besten auch als gemeinsames Statement an die Community verkauft? Zweitens. Novell erzählt uns die eine Sache über das Microsoft'sche "Versprechen an die Open Source-Entwickler", aber was da tatsächlich drinsteht, ist was anderes: einerseits versichert uns Novell in dem "Open Letter", die MS-Zusicherung sei "irrevocable". Auf deutsch: sie sei "unwiderruflich" bzw. "unabänderlich"; (http://www.novell.com/linux/microsoft/openletter.html) andererseits: in dem von Microsoft veröffentlichten entsprechenden Schriftstück selbst finden sich zur Genüge Formulierungen wie "Microsoft reserves the right to terminate and revoke" und "to prospectively update and revise the terms of this pledge" [genauere Bedingungen folgen]. Auf gut deutsch: "Microsoft behält sich das Recht vor, [diese Zusicherung] zu beenden und zurückzunehmen [...]" und "beziehungsweise die Einzelheiten dieser Zusicherungen zu revidieren und anzupassen [...]". (http://www.microsoft.com/in...msnovellcollab/community.mspx) Klar, oder? Ich wiederhol's nochmals: die Novell-Oberen verkaufen uns die Microsoft'sche Zusicherung als "unwiderruflich", während die Microsoft-Anwälte natürlich das "Recht auf Widerruf" reinformuliert haben. Entweder, die Novell'schen Rechtsanwälte haben gepennt. Oder, sie wollen uns an der Nase herumführen. Beides ist nicht gut. In jedem Fall ausreichend Grund, dem Braten auf's Äußerste zu mißtrauen.   [1] http://www.kdedevelopers.org/blog/418 | ||||||||||||||||||||||||||
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Anbei der Link zu dem Artikel. MS spielt "Schach" in der IT-Branche. Natürlich verfolgen sie wieder eine Marketingstrategie. SCO konnte Linux nicht stoppen. Nun wird vielleicht ein anderer Weg eingeschlagen. Die Zukunft wird es zeigen. Interessant wird es, wenn nur nicht Suse Linux in Zukunft aus dem Windowsnetzwerk ferngehalten wird. Gemäß Artikel aus den Linux-Zeitschriften wird bei Linux nicht von SMB 2.0 auf SMB 1.0 zurückgeschaltet und damit Linux bei Vista ausgesperrt. Wenn der Zugang zu SMB 2.0 unter Patent gestellt wird, könnte es noch interessant werden. Oder man bekommt hierzu nur noch proprietäre Treiber (Binaries) mit gewissen Lücken für gewisse Überwachungsmöglichkeiten. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Sicherlich sollen auch so Kundenwünsche und technisches Wissen abgegriffen werden, zum Vorteil von MS. Es kann für Novell natürlich nicht gänzlich ausgeschlossen werden, daß sie eines Tages auf ein Gleis ähnlich SCO geschickt werden oder sogar geschluckt werden (wenn mehr zu Open Source wechseln, wird natürlich ein Linux gefördert werden und dann ist natürlich klar, dass gezielt dahin gearbeitet wird, dass es eines gibt mit geringeren Problemen in der Win Welt. Somit bleibt der Marktanteil des Konzerns erhalten, nur die Spartenzahl nimmt zu). Alles zwar nur Spekulationen, aber 2020 werden wir mehr wissen, nicht wahr? Es ist auch interessant, dass ein homogenes System immer noch ein andersgeartetes System mindestens als kleine Insel benötigt, für die eigene Stabilität und Sicherheit. Dazu wurde und wird Linux oft auch eingesetzt. Welche Kuh könnte so vom Eis gebracht werden? Somit genug der Glosse mit Denkanstößen. [1] http://www.novell.com/linux/microsoft/ [2] http://www.microsoft.com/pr...006/nov06/11-02MSNovelFAQ.mspx | ||||||||||||||||||||||||||
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