Novell hat in einer Erklärung [1] Details zum finanziellen Hintergrund des Abkommens mit Microsoft genannt. Demnach kauft Microsoft von Novell für 240 Millionen US-Dollar Subskriptions-Zertifikate für den Suse Linux Enterprise Server. Microsoft ist damit in der Lage, Kunden bei Bedarf einen Suse Enterprise Server inklusive Support anzubieten, ohne Novell in die Verhandlungen einbeziehen zu müssen. Gegen den Coupon leistet Novell dann je nach Art der Subskription Support oder stellt Upgrades zur Verfügung.
60 Million US-Dollar investiert Microsoft darüber hinaus die nächste fünf Jahre, solange das Abkommen gilt, in Marketingaktionen für die kombinierten Linux-Windows-Virtualisierungslösungen. Weitere 34 Millionen Dollar fließen seitens Microsoft in Personal, dass die kombinierte Lösung vermarktet. Für eine Periode von drei Jahren sichert Microsoft außerdem zu, mit keinem anderen Linux-Distributor vergleichbare kombinierte Virtualisierungslösungen anzubieten.
Was den gegenseitigen Verzicht auf Patentklagen betrifft, zahlt Microsoft vorab 108 Millionen US-Dollar an Novell, im Gegenzug fließen in den nächsten fünf Jahren 40 Millionen US-Dollar an Microsoft.





Wenn ich die legalen Tricksereien jetzt richtig verstehe, die da zwischen Microsoft und Novell vereinbart wurden, dann wird jetzt der Öffentlichkeit (und der SEC) folgendes Skript vorgespielt. Der eine sagt zum anderen: —————————————————– “1. Wir haben Kunden, und Ihr habt Kunden. —————————————————– 2. Wir haben Code, und Ihr habt Code. —————————————————– 3. Wir haben EULAs, und Ihr habt EULAs. —————————————————– 4. Wir haben Patente, und Ihr habt Patente. (Welche genau, spielt jetzt keine konkrete Rolle.) —————————————————– 5. Wenn…. …Ihr Euren Code mit unseren Patenten verwendet, und …wir unseren Code mit Euren Patenten, dann…. …werden wir Eure Kunden nicht dafür verklagen,… Mehr »
Man darf nicht vergessen – und vor allem Novell darf das nicht, daß sämtlicher GPL-Code in einer Linux-Distribution eben kein Code von Novell selbst ist – und damit kein Code, der bei diesem Deal zur Debatte stehen darf. Ausnahme ist lediglich eigener Code von Novell, der unter die GPL gestellt wurde, was aber nur sehr unwahrscheinlich elementarste Dinge betrifft, auf die jede Linux-Distribution angewiesen ist. Sprich: Alles, wobei es sich nicht um Eigenheiten der kommerziellen SuSE-Distributionen handelt muß dabei gegenstandslos bleiben. Ansonsten hat man einen Grund, gegen beide Unternehmen zu klagen. Wenn Novell vor hat, Linux für die eigene Distribution… Mehr »
Ist es nicht interessant, dass Microsoft 300 Mio $ an Novell zahlt, damit sie sich nicht gegenseitig verklagen? Klingt das nicht ziemlich verrückt? Ich meine, schaut Euch an, was Novell damals für SuSe gezahlt hat und setzt das in Relation zu diesem Deal. Das Interessante ist, dass es wahrscheinlich einfacher und besser wäre 3 Millionen$ in Patentreform zu investieren, mit dem Ziel die Qualität im System zu erhöhen. Das Problem kann durchaus gelöst werden. Meines Wissens hat SuSE seinerzeit zum Beispiel das Lobbying des FFII mitfinanziert. Nun bekommt Novell ausgerecht Geld dafür, dass es sich herumgesprochen hat, dass es Rechtsunsicherheiten… Mehr »