Notebook-Kauf - Ein Erfahrungsbericht

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Gunter und Petra Arentzen
28.08.2006

Linux-User stehen leider oft vor der Frage, welches Notebook denn nun mit ihrem OS problemlos läuft. Heuer war es auch bei uns soweit - ein neues Notebook musste her, da das Alte nach nur einem Sturz, einem Bad im Wasser und einer erquickenden Dusche mit Zitronenlimo seinen Geist aushauchte.

Da ich der Hauptnutzer des Notebooks bin und meine Ansprüche an das Gerät als Schriftsteller eher bescheiden sind (ich muss darauf schreiben und im Web surfen können), stand von Anfang an fest, dass es kein High-End-Gerät würde. Wie üblich wälzten meine Frau und ich Webseiten, um ein passendes Gerät zu finden. Schließlich stießen wir dabei auf ELV, einen Elektronik-Versender mit angegliedertem PC-Shop. Das dort ausgelobte Notebook für 666 Euro (und nein, Geschäftsführer dort ist nicht Satan) bot laut Technik-Liste das, was ich brauche:

  • Ein Pentium M mit 1,7 Ghz.
  • 1024 MB RAM
  • Intel Grafik Shared mit 128 MB RAM (i915GM)
  • Wireless LAN von Intel
  • LAN
  • DVD-Brenner DL
  • 15,4 Zoll Display
  • Sound Onboard
  • Modem(Details siehe weiter unten in der Ausgabe von lspci)

Wichtig war, auf dem Notebook Ubuntu zu installieren, da dies das Betriebssystem ist, mit dem wir - meine Frau auf ihrem Rechner, ich auf meinem und auch dem Server - arbeiten.

Hierzu lud ich mir die aktuelle Ubuntu 6.06.1 aus dem Internet, da die vorhergehende Installations-CD einen Bug bei der Partitionierung hatte. Da ich zuvor Windows XP auf dem Notebook installiert hatte ("Die Sims" brauchen schließlich ein OS, und auch "No One Lives Forever 2" läuft nicht unter Linux), kannte ich Probleme mit Treibern für Sound, Grafikkarte und Netzwerk.

Meine bange Frage war daher, ob ich bei Linux ähnliche Probleme bekommen würde. Theoretisch sollten die einzelnen Bestandteile unterstützt werden, das hatten wir natürlich eruiert. Aber in der Praxis sieht manches anders aus, und auch das Zusammenspiel einzelner Komponenten ist oft ein Problem.

Das Booten der Live-CD funktionierte ohne Probleme. Auch bemerkte ich an dieser Stelle bereits, dass die Hardware nahezu vollständig unterstützt wird. Ein beherzter Klick auf den Installations-Button brachte mich zu den Einstellungen, der Partitionierung etc. Diesmal verlief dieser Punkt ohne Probleme, der Bug ist also in der neuen Version offenbar behoben.

Während der Installation hielt ich ein erfrischendes Schläfchen, denn es dauerte doch seine Zeit, bis alle Programme auf der Festplatte schlummerten. Dann der erste Start - und siehe da: Sound, ohne Probleme. W-LAN: ohne Probleme. Nach Eingabe der Daten hatte ich sofort Zugriff auf das Netzwerk. LAN: ohne Probleme (siehe W-LAN).Grafik: Ja. Nur die Restricted Modules mussten nachgeladen werden (sind über Synaptic zu finden), um 3D zu aktivieren.

Monitor: Hier musste ein Tool genutzt werden (im Ubuntu-Wiki beschrieben), um die Auflösung von 1280×800 nutzen zu können. Der DVD-Brenner funktionierte ohne Probleme mit K3B. Auch Maus und Touchpad liefen ohne Mucken. Ich nutze das Modem zwar nicht, es wurde aber ebenfalls erkannt.

Damit konnte ich bereits nach weniger als zwei Stunden und Rücksicherung diverser Einstellungen von dem alten Notebook wie gewohnt arbeiten. Klingt nach eitel Sonnenschein? Nein, denn ein Wermutstropfen hat sich nun doch noch ergeben - ich habe es bisher nicht geschafft, die TV-Out-Buchse nutzen zu können. Zwar wird in den Man-Pages von i810 beschrieben, wie es geht. Aber als ich es gestern versuchte, blieb mein Bildschirm schwarz. Doch dies ist eine andere Geschichte und soll an anderer Stelle erzählt werden. Ich bin der Sache auf der Spur.

Fazit

Nach diversen Notebooks, die wir im Laufe der Zeit so hatten (Sony Vaio, Acer, Compaq) ist dieses No-Name-ELV-Notebook das Linux-freundlichste, da alles bis auf TV-Out mit wenig Nacharbeit out-of-the-box funktioniert. Selbst mir als Einsteiger gelang es, das Notebook einzurichten. Und ehe nun böse Zungen sagen, ich sei ELV oder mit denen verbandelt oder bekäme Prozente - nö, nö und nö :-)

Hier nun die Ausgabe von lspci für alle, die es interessiert:

0000:00:00.0 Host bridge: Intel Corporation Mobile 915GM/PM/GMS/910GML Express 
Processor to DRAM Controller (rev 04)
0000:00:02.0 VGA compatible controller: Intel Corporation Mobile 915GM/GMS/910GML
Express Graphics Controller (rev 04)
0000:00:02.1 Display controller: Intel Corporation Mobile 915GM/GMS/910GML Express
Graphics Controller (rev 04)
0000:00:1b.0 0403: Intel Corporation 82801FB/FBM/FR/FW/FRW (ICH6 Family) High 
Definition Audio Controller (rev 04)
0000:00:1d.0 USB Controller: Intel Corporation 82801FB/FBM/FR/FW/FRW (ICH6 Famil y) 
USB UHCI #1 (rev 04)
0000:00:1d.1 USB Controller: Intel Corporation 82801FB/FBM/FR/FW/FRW (ICH6 Famil y) 
USB UHCI #2 (rev 04)
0000:00:1d.2 USB Controller: Intel Corporation 82801FB/FBM/FR/FW/FRW (ICH6 Famil y) 
USB UHCI #3 (rev 04)
0000:00:1d.7 USB Controller: Intel Corporation 82801FB/FBM/FR/FW/FRW (ICH6 Famil y) 
USB2 EHCI Controller (rev 04)
0000:00:1e.0 PCI bridge: Intel Corporation 82801 Mobile PCI Bridge (rev d4)
0000:00:1f.0 ISA bridge: Intel Corporation 82801FBM (ICH6M) LPC Interface Bridge  
(rev 04)
0000:00:1f.2 IDE interface: Intel Corporation 82801FBM (ICH6M) SATA Controller 
(rev 04)
0000:00:1f.3 SMBus: Intel Corporation 82801FB/FBM/FR/FW/FRW (ICH6 Family) SMBus 
Controller (rev 04)
0000:01:02.0 CardBus bridge: Texas Instruments PCIxx21/x515 Cardbus Controller
0000:01:02.2 FireWire (IEEE 1394): Texas Instruments OHCI Compliant IEEE 1394 Host 
Controller
0000:01:04.0 Ethernet controller: Realtek Semiconductor Co., Ltd. RTL-8139/8139C 
/8139C+ (rev 10)
0000:01:05.0 Network controller: Intel Corporation PRO/Wireless 2200BG (rev 05)

Grüße

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Kommentare
Re: Notebook-Kauf - Ein Erfahrungsbericht
Rico Rommel, Montag, 28. August 2006 12:58:47
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Hallo,

man findet bei den Angeboten gar keinen Hinweis auf die M$-Steuer.
Werden die Geräte tatsächlich ohne Software ausgeliefert?
Wenn ja, weiß ich, wo ich mein nächstes Notebook kaufe.

mfg
Rico


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Re: Notebook-Kauf - Ein Erfahrungsbericht
Gunter und Petra Arentzen, Montag, 28. August 2006 15:16:36
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Hallo,

also - den Hinweis auf die Mehrwertsteuer findest du, wenn du ganz nach unten scrollst. "Alle Preise inkl. bla, bla, bla" :-)
Die Software von Ashampoo wird wohl immer kostenfrei mitgeliefert. Das ist eine DVD mit Programmen für Windows. Davon habe ich den Uninstaller genutzt und das Office-Paket mal installiert. Wie gesagt - ich nutze Windows eigentlich nur zum Spielen, aber hin und wieder bin ich danach zu faul, um neu zu starten. Dann arbeite ich eben dort weiter, wo ich gerade bin.
Das OS selbst wird nur gegen Aufpreis mitgeliefert (69 Euro Home... Pro und Media teurer). Das ist der normale Straßenpreis für Home, soweit ich weiß. Aber wenigstens keine Recovery, sondern eine ganz normale CD mit Code und so.

Grüße


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Re: Notebook-Kauf - Ein Erfahrungsbericht
Rico Rommel, Montag, 28. August 2006 15:52:05
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Hallo,

Kleines Mißverständnis, mit M$-Steuer meinte ich das Betriebssystem.
Entschuldigung für den Heiseforum-Jargon.

Aber da die Rechner tatsächlich ohne Betriebsystem daherkommen, werde ich
diesen Anbieter im Auge behalten.

Danke für den guten Tipp.

mfg
Rico


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Re: Notebook-Kauf - Ein Erfahrungsbericht
Klaus Weisbrich, Freitag, 01. September 2006 19:07:31
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Liebe Linux-Freunde,
es gibt MS-freie PCs und Notebooks auch bei www.csl-computer.de

Klaus


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Re: Notebook-Kauf - Ein Erfahrungsbericht
Gunter und Petra Arentzen, Samstag, 13. Januar 2007 19:29:21
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So,

nachdem ich mich hier lobend über das Gerät ausgelassen habe, nun ein Wermutstropfen:

Mit der Zeit zeigte sich, dass der Brenner des Geräts offenbar nicht so richtig will. Erst schob ich die Brennfehler und Abbrüche auf Rohlinge, doch auch nachdem ich auf teurere Rohlinge umgestiegen bin, änderte sich nichts. Hinzu kamen plötzlich Lesefehler, wenn ich mir einen Film anschaute.
Also schickte ich das Gerät ein. Es kam bald zurück - kein Fehler gefunden. Angeblich funktionierte der Brenner im Service ohne Probleme. Also wieder versucht, unter Ubuntu 6.10, WinXP und Vista - Fehler, Abbrüche.
Also wieder eingeschickt, nun im Dezember. Drei Wochen war das Gerät weg, wurde angeblich auf Herz und Nieren geprüft. Antwort vom Service: Kein Fehler gefunden, alles arbeitet einwandfrei.
Hier wieder in betrieb genommen - Abbrüche, Fehler. Nun haben wir uns eine externe Lösung gekauft, die heute kam. Siehe da - der neue Brenner brennt ohne Probleme.

Mein Verdacht ist, dass hier lediglich ein Austausch von Brenner oder - je nach Fehler - Notebook vermieden werden sollte. Wie gesagt, dass ist nur mein Verdacht, denn beweisen kann ich es nicht. Schließlich war ich nicht im Service-Center dabei. Dennoch finde ich, dass dies erwähnt werden sollte. Auch wenn es sich womöglich um einen Einzelfall handelt ... bla. Ich weiß es nicht, weiß nur, wie es mir ergangen ist. Ist ja auch nur mein Erfahrungsbericht ;-)

Grüße



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Re: Notebook-Kauf - Ein Erfahrungsbericht
Ulf B., Sonntag, 14. Januar 2007 17:57:35
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Hi,

Du weißt aber schon das man das Laufwerk auch tauschen kann. Bei den meisten Notebooks wird ein standardisiertes SLIM Laufwerk verbaut, welches man bei einigen Händlern kaufen und austauschen kann. Ich habe bei NEC z.B. das AD-7543A gefunden, welches fast alle Formate beherrscht. Dieses kann man dann mit etwas bastelgeschick austauschen (falls Du Dich nicht so damit auskennst frage am besten einen Bekannten oder ein Fachgeschäft - dort solltest Du aber einen Festpreis dafür ausmachen).

PS: Sehr häufig haben optische Laufwerke in Notebooks wegen der dort entstehenden sehr hohen Temperaturen bei gleichzeitig sehr kompakten Abmessungen Probleme. Diese treten unter Umständen aber nur unter bestimmten Umgebungsbedingungen (Umgebungstemperatur, Laufzeit des Notebooks, usw.) auf, so das sich ein Fehler manchmal nicht zuverlässig reproduzieren läßt. Also ist es durchaus Möglich, dass der Fehler beim Support nicht nachgestellt werden konnte.

Ciao
Ulf



[1] http://www.de.nec.de/productdetail.php/id/1667



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