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Neues von Systemd

Neues von Systemd

Mathias Huber
01.02.2011
Auf der australischen Konferenz Linux.conf.au hat der Red-Hat-Entwickler Lennart Poettering weitere nützliche Features seiner alternativen Init-Software Systemd vorgestellt.

Neben dem durch massive Parallelisierung beschleunigten Boot-Vorgang biete Systemd noch weitere Vorteile, betonte Poettering in seinem Vortag "Beyond Init: Systemd". Dazu gehöre beispielsweise größere Robustheit des Betriebssystems: Ein Dienst wie etwa Syslog kann ausfallen, nach dem Neustart sind aber keine Protokolldaten verloren, da der Socket die Meldungen gepuffert hat.

Systemd ermöglicht auch das Aktivieren von Diensten nach Bedarf, wie es schon der traditionelle Inetd unter Unix tat (On-Demand-Loading) Der Avahi-Dienst beispielsweise lässt sich aufgrund angeschlossener Netzwerk-Hardware starten, oder per D-Bus-Nachricht, weil eine Anwendung nach den verfügbaren Diensten im lokalen Netzwerk fragt.

Der Systemd-Erfinder Lennart Poettering auf der Konferenz Linux.conf.au 2011.

Gestartete Dienste laufen standardmäßig weiter, obwohl Systemd sie auch wieder nach bestimmten Kriterien beenden könnte. Nicht genutzte Dienste verbrauchten aber kaum Ressourcen, argumentiert Poettering, zudem sei es nicht einfach zu bestimmen, wann ein Dienst tatsächlich nicht mehr benötigt wird.

Auch die Bereitstellung von Dateisystemen lässt sich mit Systemd auf Anfrage erledigen. Virtuelle Dateisystem wie beispielsweise "binfmt_misc", SysFS oder SecurityFS, werden von einem Automounter bereitgehalten, aber erst bei Bedarf geladen. Ebenso lässt sich eine Partition für "/home" beim Booten bereits Diensten wie Samba und GDM bekannt machen, während der Fsck die Partition noch prüft.

Daneben möchten die Systemd-Entwickler die vielen Shellskripte im Init-Vorgang ablösen, die ihrer Meinung nach zu viel Code duplizieren. Ihre Funktion soll von Systemd, den Daemons und Udev übernommen werden. Für Systemadministratoren soll es neue Debugging-Tools und einen interaktiven Boot-Modus geben.

Daneben soll Systemd nach Poetterings Vorstellung zum "besten Prozess-Babysitter" unter Linux werden. Die Software nutzt das Kernel-Feature CGroups, das mehrere Prozesse in einer hierarchischen Struktur abbildet. Auch die Kinder, die ein Prozess wie etwa der Apache-Webserver erzeugt, gehören zur selben CGroup und lassen sich so verfolgen und beispielsweise einzeln terminieren.

Lennart Poetterings Systemd-Vortrag ist vollständig in einem Video festgehalten, das bei Blip.tv zu sehen ist.

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