Mit leichter Verzögerung hat Linus Torvalds den neuen Kernel 2.6.25 freigegeben. Neben Verbesserung am Scheduler CFS und vielen neuen Treibern bringt der neue auch politische Aspekte: Er sperrt USB-Treiber, die nicht unter der GPL stehen, aus. Eigentlich wollte Linus Torvalds den Kernel 2.6.25 schon am vergangenen Wochenende veröffentlichen. Doch eine große Zahl von Patches haben ihn und das Entwicklerteam dazu bewogen, mit der Release noch ein paar Tage zu warten und noch ein Pre-Release dazwischen zu schieben. Nun kommt die finale Release heraus. Mit dem neuen Kernel wird die Bandbreite unterstützter Hardware wieder einmal deutlich größer. Sehr viele Zeilen Code brachten diverse Verbesserungen für das noch recht junge WLAN-Stack Mac80211. Darunter befindet sich der neue Treiber “Ath5k ” für Atheros-WLAN-Chips, der dem Madwifi-Treiber nachfolgt. Die Besonderheit des neuen Treibers: Während der Madwifi aufgrund proprietärer Komponenten nie in den Kernel gelangen konnte, basiert der ath5k auf OpenHAL und steht unter einer dualen Lizenz aus GPL und ISC. Mit “rtl8180” werden jetzt die WLAN-Chips RTL8180 und RTL8185 von Realtek unterstützt. Die Unterstützung für Chips, die dem schnellen noch vorläufigen Standard Draft-N folgen, wurde eingearbeitet und ist nun nicht mehr als experimentell gekennzeichnet.
Auch eine weitere, noch junge, Kernel-Komponente bringt Verbesserungen mit: Der Completly Fair Scheduler wurde in Hinblick auf Realtime-Umgebungen optimiert. Ganz neu ist das Sicherheitsframework SMACK. Dieses soll ein bessere Handhabung gegenüber SELinux mitbringen. Entfernt wurde ein Patch, durch den der Kernel eine Differentiated System Description Table (DSDT) aus der Initial-Ramdisk nutzen konnte. So ist der Kernel nun wieder auf DSDT-Informationen des Bios angewiesen, die oft fehlerhaft sind.
Eher politischer Dimension ist eine umstrittene Änderung im Bereich der USB-Unterstützung. Der Entwickler Kroah-Hartman konnte sich mit seiner Forderung durchsetzen, proprietäre USB-Treiber auszusperren. Realisiert wird das über das Flag USB-Kernel-Treiber “EXPORT_SYMBOL_GPL”, das zwingend benötigte Schnittstellen nur bei Vorhandensein exportiert. Damit sollen nur noch unter GPL oder einer kompatiblen Lizenz stehende Treiber Eingang ins System finden. Ein solcher Patch war schon früher im Kernel enthalten, wurde aber zugunsten besserer Hardware-Unterstützung entfernt.
Noch nicht für den produktiven Einsatz geeignet ist das weiter verbesserte Dateisystem “ext4”. Dieses ist vor allem für Test- und Entwicklungszwecke im Kernel enthalten. Es bringt unter anderem Large-File- und Large-Filesystem-Unterstützung sowie Prüfsummen für das Journal mit, in dem die Änderungen am Dateisystem protokolliert werden, um die Daten nach einem Absturz wieder herzustellen. Fortschritte sind ebenfalls hinsichtlich der Zusammenlegung der Zweige x86 und x86_64 zu vermelden. Weitere neue Treiber erhielten unter anderem das Netzwerk-Subsystem und das Audio-Subsystem.
Alle Änderungen listet das Changelog ausführlich auf. Der neue Kernel steht wie üblich als Patch oder als vollständiges Quellpaket auf den Seiten von kernel.org bereit.





