Neue Version des wenig verbreiteten Mobil-Linux

Neue Version des wenig verbreiteten Mobil-Linux

Limo 4

Anika Kehrer
16.02.2011
Die nächste Version der Linux-basierten Mobilplattform aus den Reihen der Limo Foundation schließt zu den Multitouch-fähigen Systemen auf und soll Hardware-unabhängig sein.

Zu den Neuerungen gehören 3D-Fenstereffekte, verbesserte Multimedia-Fähigkeiten sowie Software-Komponenten zum Einbinden von Social Media, Lokalisierungsdiensten und Sensoren. Version 4 von Limo tritt außerdem in eine neue Phase der Kommerzialisierung ein, lassen die Limo-Mitglieder wissen: Demnach sind WAC-Anwendungen auf Limo unterstützt sowie Adobe-Flash/Air-Technologien. Einzelheiten zur Limo-Plattform, etwa ein Changelog, gibt es traditionellerweise eher spärlich. Ein Produktblatt für Entwickler (PDF) verrät immerhin, dass sie auf Gnome Mobile aufbaut. Code soll ab Juli auf der Open-Source-Seite der Limo Foundation verfügbar sein.

Die Limo-Plattform arbeitet unter anderem mit dem Fenstersystem Tiny X und SELinux für zugriffskontrollen.

Die Limo Foundation wittert nach Nokias Richtungswechsel hin zu Windows Mobile frische Luft im Führungsfeld der Mobilplattform-Hersteller. Auf dem Mobile World Congress sagte Morgan Gillis, seit 2007 CEO bei der Limo Foundation, gegenüber dem Nachrichtendienst Reuters: "Mit der gemeinsamen Zukunft von Microsoft und Nokia und dem sich zur Massenware entwickelnden Android müssen sich Anbieter jetzt nach etwas anderem umsehen, wenn sie fatal schrumpfende Margen vermeiden wollen."

ez:limo-morgan-gillis

Nachdem die Limo Foundation im April 2008 erstmals mit Ergebnissen aufwartete, hörte man von ihr nicht viel, vor allem nicht von Limo-basierten Geräten, die im Gegensatz zu den aufwändig beworbenen Android-Smartphones eher ein Schattendasein fristen. Seit Ende 2008 bemüht sich jedoch ein eigener Open-Source-Manager, das aus der Linuxwelt bekannte Kollaborationspotenzial auszuschöpfen, das die Limo Foundation selbst trotz restriktiver Verwendungsrichtlinien der eigenen Plattform - die nur von Stiftungsmitgliedern kommerziell genutzt werden darf - zum Beispiel in Whitepapern beschwört. In Sachen Code und Dokumentation ist sie zwischenzeitlich etwas offener geworden: Die oben genannte Open-Source-Seite stellt alle genutzten Open-Source-Komponenten zusammen und versammelt viele für die Plattform genutzten Patches. Die FAQ-Seite ist inzwischen als informativ zu bezeichnen. Und ein eigenes Entwicklerportal lädt zum Mitmachen ein, auch wenn bis heute kein SDK frei verfügbar ist.

Limo-CEO MOrgan Gillis hofft, Nokia durch die Partnerschaft mit MIcrosoft als innovativen Konkurrenten losgeworden zu sein.

Einen Vergleich der existierenden Smartphone-Plattformen inklusive Limo enthält der auf Linux-Magazin Online frei verfügbare Artikel "Spreu vom Weizen: Mobile Linux-Plattformen" aus dem Linux-Magazin 04/2010.

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