Neue VDR-Linux-Distribution LinVDR erschienen

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Neue VDR-Linux-Distribution LinVDR erschienen

Mirko Dölle
02.10.2003

Seit Sonntag steht die Version 0.2 (stable) der Video-Disk-Recorder-Distribution LinVDR zum Download. Mit der nächsten stabilen Version 0.3 wird schon Anfang nächster Woche gerechnet, die Beta-Version Linvdr 0.3-pre1 ist seit gestern verfügbar.

Bitte schickt Fragen und Anregungen zentral an linvdr@linvdr.org, Beschwerden allerdings an root@localhost ;-)

Was zum Teufel LinVDR ist:

Eigentlich nur das Ergebnis von Toms (und zu 0,1% meines) Vorhabens, eine kleine, abgespeckte, fertige und leicht zu installierende VDR-Distribution auf die Beine zu stellen.
Es handelt sich um ein komplettes Linux-System mit einer Größe von nicht einmal 50 MB mit einem kompletten VDR und verschiedenen Plugins.Zudem ist VDR Admin für die Bedienung per Browser vorinstalliert sowie drei Samba-Shares zum Hochladen der MP3-Sammlung oder Herunterladen der DVD-Images, auch von Windows-Rechnern aus.

VDR Version und Plugins:

VDR 1.2.5 mit Elchi-Patch und:

  • Calendar 0.1.1
  • DVD 0.3.3 (ohne CSS-Unterstützung)
  • Games 0.5.1
  • Hello 0.1.0 (nicht aktiviert)
  • MP3 0.8.1
  • OSD-Demo 0.1.0 (nicht aktiviert)
  • Sky 0.1.1 (nicht aktiviert)
  • Sleeptimer 0.2
  • Status 0.1.0 (nicht aktiviert)
  • Stream-Dev 0.1.1-beta1 (nicht aktiviert)
  • Timeline 0.8.0 (nicht aktiviert)
  • (S)VCD 0.0.4i
  • Weather 0.2.1e
  • Remote 0.1.0 (LinVDR 0.3)
  • NoAd 0.3.2 (LinVDR 0.3)

Plugins werden in der Datei /etc/sysconfig ein- oder ausgetragen und entsprechend gestartet oder auch nicht.


Sonstiges

  • Kernel 2.4.21
  • Convergence DVB-Treiber aus dem CVS (LinVDR 0.2)
  • Convergence DVB-Treiber Version 1.0.1 (LinVDR 0.3)
  • VDR Admin 0.94
  • Samba 3.0
  • DVD-Author 0.5.3
  • Transcode 0.6.10
  • convert.pl
  • vdrsync 0.1.2.2dev1 (LinVDR 0.3)

Installation:

  • von Linux-Rettungs-CD starten, z.B. mit Timo's Rescue-CD von http://rescuecd.sf.net
  • neue Partition /dev/hda1 auf der ersten Festplatte, erste Partition, anlegen, über die gesamte Festplatte.
  • die Partition /dev/hda1 als ext3 formatieren
  • die neue Partition /dev/hda1 manuell mounten, zum Beispiel unter /mnt
  • nach /mnt wechseln
  • das Tar-Archiv linvdr-0.2.tar.gz auspacken
  • die Datei etc/sysconfig anpassen: Unter NETWORK_DRIVER den zur Netzwerkkarte passenden Treiber eintragen. Soll kein DHCP verwendet werden, muss USE_DHCP="no" eingetragen sowie IP, GATEWAY, DOMAIN und NAMESERVER entsprechend angepasst werden.
  • Change-Root nach /mnt (chroot /mnt)
  • grub --config /boot/grub/menu.lst aufrufen. Die Laufwerkserkennung wird einige Zeit in anspruch nehmen, Zeit für eine Kaffeepause.
  • root (hd0,0) am GRUB-Prompt eingeben, das steht für /dev/hda1
  • setup (hd0) eingeben, damit wird GRUB im MBR der Festplatte installiert
  • Ausloggen mit [Strg+D]
  • /dev/hda1 unmounten
  • Rechner von der Festplatte neu starten
  • fertig.

Derzeit gibt es leider weder ein Konfigurationsprogramm noch irgend eine Installationshilfe.

Standard-Einstellungen (bzw. Sicherheitslöcher, wie man's sieht)

Allgemein:

  • das root-Dateisystem ist /dev/hda1, eingebunden als ext3
  • das DVD-Laufwerk ist /dev/hdc, mountpoint /dvd, kein Auto-Mounter
  • Passwort von root ist linvdr
  • Passwort des Benutzers linvdr is linvdr
  • nobody hat kein Passwort, Login ist nicht möglich
  • keine Login-Shell für den Benutzer linvdr, /bin/bash für root, /bin/sh für nobody
  • Das Netzwerkmodul via-rhine wird beim Systemstart automatisch geladen
  • DHCP beim Systemstart
  • VDR liest Tastatureingaben von Konsole 10 (/dev/tty10, LinVDR schaltet beim Start dorthin um), so dass VDR auch per Tastatur bedient werden kann
  • sshd (OpenSSH 3.4p1) läuft auf Port 22, mit einem Standard-Schlüssel (der daher absolut unsicher ist), root-Login ist erlaubt.
  • werft bitte noch einen Blick in die übrigen Einstellungen von VDR. Die Standard-Einstellung entspricht dem, was wir benutzen und von dem wir denken, dass es praktisch ist.
  • alle DVD-Images und MPEG-Dateien werden nach der Konvertierung in /exports abgelegt
  • die Konvertierung startet alle volle fünf Minuten, sofern etwas ansteht
  • das MP3-Plugin bedient sich aus dem Verzeichnis /mp3
  • die Rechner-Zeit wird nicht als UTC, sondern lokale Zeit im CMOS abgespeichert, Zeitzone ist Europa/Berlin
  • VDR stellt die Uhr nach der vom Sender ARD übertragenen Uhrzeit

Samba: Arbeitsgruppe workgroup, Benutzer linvdr, Passwort linvdr

  • exportiert das Verzeichnis /video0 schreibgeschützt
  • exportiert das Verzeichnis /exports schreibbar
  • exportiert das Verzeichnis /mp3 schreibbar

VDR Admin:

  • läuft auf Port 80, also einfach "http://meine-ip" im Browser eingeben
  • Deutsch ist Standard-Sprache
  • Administrator ist linvdr, Passwort linvdr
  • Gast-Login ist abgeschaltet, voreingestellt ist der Benutzername guest mit Passwort guest

Fernbedienungen: Voreingestellt (über seriellen Infrarot-Empfänger) sind:

  • SM-Elektronic Skymaster 2416, TV-1 Code 128
  • Medion MD-4688, TV Code 183, VCR Code 308

UNBEDINGT anzupassen:

  • Gerätename des DVD-Laufwerks, wenn er nicht /dev/hdc ist
  • root-Passwort
  • Passwort des Benutzers linvdr
  • Samba-Passwort des Benutzers linvdr
  • SSH-Keys in /etc/ssh
  • Benutzernamen und in jedem Fall die Passwörter der VDR-Admin-Benutzer

Macht diese Änderungen auch, oder wir kommen euch im Mondschein besuchen und programmieren so lange "Home Shopping Europe", bis die Platte voll läuft! Ich hab euch gewarnt! Viel wahrscheinlicher ist aber, das ein noch viel böserer Bube euch vorher einen Besuch abstattet und ganz unaussprechlich böse Dinge mit dem Videorecorder tut.


Wie das System übersetzt wurde:

Wir (ok, Tom) haben Debian Woody zum Übersetzen verwendet: gcc 2.95.4, glibc 2.2.5, und einige Programme stammen direkt von Debian Woody (allerdings ohne Paket-Management). Bitte wendet euch an linvdr@linvdr.org, falls ihr irgend welche speziellen Config-Dateien braucht, wir sind grade noch am Überlegen, wie wir die Quellen und Konfigurationsdateien am besten veröffentlichen.

Wo es die komplette Doku gibt:

Hey, suchst du Arbeit? Wir garantieren harte, meist unbefriedigende und in jedem Fall unbezahlte Arbeit. Deine Aufgabe wird es sein, ein verständliches, umfassendes und Einsteiger-freundliches Handbuch in Englisch und Deutsch zu schreiben. Bewerbungen bitte direkt an linvdr@linvdr.org ;-))

Aber mal ernst: Das hier ist so ziemlich alles, was es im Moment zu LinVDR gibt. Auf http://www.linvdr.org/faq finden sich vielleicht noch ein paar Antworten.

Und der Support:

Erst einmal kann man Fragen unter http://www.linvdr.org/faq los werden, oder im VDR-Portal stellen, in der Rubrik "LinVDR" (unter "Betriebssysteme"). Ansonsten könnt ihr euch natürlich direkt an uns unter linvdr@linvdr.org wenden, je nach Andrang kann es aber einige Tage dauern, bis wir zu einer Antwort kommen -- wir haben schließlich noch einen zweiten Fulltime-Job, mit dem wir unsere Brötchen verdienen.

Ansonsten wünsch ich euch immer ein steiles Signal, einen stabilen Treiber und viel viel Platz auf der Platte!

Viele Grüße, Mirko

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Kommentare
Re: Neue VDR-Linux-Distribution LinVDR erschienen
Ulf B., Donnerstag, 02. Oktober 2003 19:50:43
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Hi Mirko,

Derzeit gibt es leider weder ein Konfigurationsprogramm noch irgend eine Installationshilfe.
Stimmt nicht ganz. Wie ich schon unter [1] berichtet habe, gibt es auf der CD, welche dem Heft 20/2003 beiligt, ein Image welches mit Hilfe von Knopix diese installation macht. Siehe auch den Artikel unter [2].

Ich habe mal ein bischen in dem Forum von dazu gestöbert, dort meine ich Rausgelesen zu haben das man diese evtl. zu gegebener Zeit auch in die LinVDR einfließen lassen möchte. Leider finde ich aber nicht mehr wo das war.

Ciao
Ulf



[1] http://www.linux-community.de/Neues/story?storyid=9809
[2] http://www.heise.de/ct/03/20/174/
[3] http://www.heise.de/ct/fore...html?list=1&forum_id=47443



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Re: Neue VDR-Linux-Distribution LinVDR erschienen
Mirko Dölle, Samstag, 04. Oktober 2003 07:46:24
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Hi Ulf, Stimmt nicht ganz. Wie ich schon unter [1] berichtet habe, gibt es auf der CD, welche dem Heft 20/2003 beiligt, ein Image welches mit Hilfe von Knopix diese installation macht.
Ich vermute mal, du sprichst von der c't-CD, die überhaupt nichts mit LinVDR zu tun hat, etliche Wochen später als LinVDR erschienen und mit mehreren hundert MB auch um Welten größer ist.

LinVDR wurde für das in LinuxUser 08/2003 vorgestellte VIA-Epia-System und die Elito-Epox-Settop-Box entwickelt, nicht für den Hermes von Alternate -- ich weiß nicht mal, ob LinVDR darauf überhaupt vernünftig läuft.

Ich habe mal ein bischen in dem Forum von dazu gestöbert, dort meine ich Rausgelesen zu haben das man diese evtl. zu gegebener Zeit auch in die LinVDR einfließen lassen möchte.
Na, da weißt du mehr als die Entwickler selbst ;-)

LinVDR und die Geschichte von der c't haben wenig gemeinsam und sind für völlig verschiedene Anwendergruppen gedacht. Sie lassen sich nicht kombinieren und auch nicht einheitlich erweitern, allein schon weil LinVDR keinerlei Paketverwaltung hat -- halt zwei Paar Schuhe.

Tom und ich benutzen nicht die c't-CD als Basis, weil sie uns einfach viel zu klobig ist. LinVDR ist und bleibt eine schlanke VDR-Distribution.

Und unter dem gleichen Motto wird auch die Installations-CD mit voraussichtlich 25 MB (incl. LinVDR) stehen, die wir gerade bauen -- deshalb nehmen wir auch dafür keine Knoppix.

Also, bitte nicht die VDR-Distributionen leichtfertig durcheinander werfen (derzeit gibt es davon mindestens 4), damit verwirrst du nur die Leute.

Viele Grüße, Mirko


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Re: Neue VDR-Linux-Distribution LinVDR erschienen
Ulf B., Samstag, 04. Oktober 2003 13:18:20
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Hi Mirko,

...etliche Wochen später als LinVDR erschienen und mit mehreren hundert MB auch um Welten größer ist.
Das image ist 81.9 MB und hat das Erscheinungsdatum 05.09.2003

Also, bitte nicht die VDR-Distributionen leichtfertig durcheinander werfen (derzeit gibt es davon mindestens 4), damit verwirrst du nur die Leute.
Ok, gebe ich Dir recht und entschuldige mich gerne auch hiermit für meine Unachtsamkeit.

Ciao
Ulf




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