Die neue Beta-Version von Googles Bildverwaltungsanwendung Picasa bringt einige Verbesserungen und neue Features auf den Linux-Desktop. Vor allem werden jetzt Online-Services funktionsfähig eingebunden. Neben den Picasa Web Albums besteht die Möglichkeit, bei diversen Anbietern Abzüge der verwalteten Bilder über das Internet zu bestellen.
Zu den neuen Funktionen gehört der direkte Import verschiedener RAW-Formate. So soll die Anwendung nun problemlos mit den Rohdaten einiger Canon- und Nikon-Digitalkameras zurechtkommen. Eine neue Versionskontrolle speichert beim (Nach-) Bearbeiten von Bildern die Historie auf der Festplatte, so dass man zum Ausgangsbild zurückgehen kann. Sogar eine Verringerung der Bildqualität beim Abspeichern als JPEG lässt sich rückgängig machen. Neu ist auch die Möglichkeit, Foto-CDs aus Picasa heraus zu erstellen. Dafür legt das Programm eine Image-Datei an, die man anschließend per Brennprogramm auf einen Rohling bannt.
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Trotz dieser neuen Möglichkeiten gibt es aber immer noch einen großen Kritikpunkt: Google Picasa basiert nach wie vor auf Wine. Die Anwendung wird vom Suchmaschinenriesen zusammen mit Codeweavers entwickelt. In einem Kurztest verlief die Installation auf einem aktuellen Ubuntu 7.10 (in der Geschmacksrichtung "Ubuntu Studio") problemlos. Die von Benutzern in Foren bemängelten Leistungseinbußen konnten wir nicht feststellen. Das Programm, die Bildoptimierung und die Einbindung der verschiedenen Online-Optionen funktionierten auf Anhieb.
Dennoch hat eine native Linux-Version auch Vorteile. Zum einen läuft Wine nicht auf allen Systemen ohne Probleme, zum anderen lassen sich die bereitgestellten Installationspakete der Beta nicht distributionsunabhängig installieren. Was der Linux-Beta zudem noch fehlt, ist die Möglichkeit, auch Videos abzuspielen. Grund dafür sind nicht unterstützte Video-Codecs. Die Windows-Version beherrscht diese Funktion bereits.
Google Picasa 2.7 steht derzeit als RPM-Paket für Red Hat-, Fedora-, OpenSuse- und Mandriva-Systeme sowie in Form zweier DEB-Pakete für Debian-basierte Distris zum Download bereit. Auch eine 64-Bit-Variante ist im Angebot. Anders als die Beta gibt es die ältere Version 2.2 zusätzlich als BIN-Datei für eine distributionsunabhängige Installation. Als native Alternativen für die Bildverwaltung unter Linux kommen unter anderem F-Spot und Gwenview in Frage.