NTFS-3G: Unbegrenzt schreiben und löschen

NTFS-3G: Unbegrenzt schreiben und löschen

Tim Schürmann
15.10.2008

Die Macher des NTFS-Dateisystemtreibers NTFS-3G haben die neue stabile Version 1.5012 freigegeben. Nach 13 Jahren Entwicklungszeit ist der Treiber damit erstmals in der Lage, unbegrenzt viele Dateien und Verzeichnisse anzulegen und zu löschen.

In einem internen Testlauf konnten die Entwickler erfolgreich 54 Millionen Dateien in einem einzigen Verzeichnis anlegen, was insgesamt "nur" einen ganzen Tag gedauert haben soll. Das unter Linux gebräuchliche Dateisystem ext3 soll im gleichen Szenario lediglich etwas über 20 Millionen Dateien schaffen.

Die jetzt veröffentlichte Version entspricht dem bereits im September veröffentlichten Release Candidate, der laut Projektleiter Szabolcs Szakacsits intensiv getestet wurde und vollständig fehlerfrei arbeiten soll. Darüber hinaus soll NTFS-3G eine extrem hohe Arbeitsgeschwindigkeit erreichen, die in etwa denen der anderen Linux-Dateisystemtreibern gleicht. Die zugrunde liegenden Testmethoden und Qualitätssicherungsmaßnahmen erläutert eine eigene Webseite.

Der NTFS-3G Treiber erlaubt es Linux-Benutzern, auf die primär von Windows genutzten NTFS-Laufwerke zuzugreifen. Gegenüber den im Linux-Kernel mitgelieferten Treibern hebt er einige Einschränkungen auf, beispielsweise bei den Schreiboperationen. Des Weiteren unterstützt NTFS-3G die meisten POSIX-Dateisystemoperationen, sowie Access Control Lists (ACLs) - wenn auch letztere derzeit nur experimentell.

Im Gegensatz zu vielen anderen Dateisystemtreibern arbeitet NTFS-3G nicht direkt im Kernel, sondern im Userspace über die FUSE-Schnittelle (Filesystem in Userspace). Aus diesem Grund muss man den Treiber selbst kompilieren und installieren, was über den bekannten Dreisatz ./configure; make; make install jedoch schnell erledigt ist. Anschließend lässt sich eine NTFS-Partition wie gewohnt per mount einbinden, wobei man als Dateisystem -t ntfs-3g wählt.

Da der NTFS-3G Treiber vollständig unter der GPL steht, ist sein Einsatz kostenlos. Zusätzlich bieten die Entwickler verschiedene, kostenpflichtige Dienste an, wie etwa die Programmierung von Zusatzfunktionen.

Die Ursprünge von NTFS-3G liegen im ntfsprogs Projekt, aus dem es als Abspaltung des Werkzeugs ntfsmount hervorgegangen ist. Die Entwicklung des Treibers gestaltet sich äußerst schwierig, da Microsoft als Erfinder von NTFS keinerlei Informationen über das Dateisystem herausrückt. Daher mussten die Entwickler hauptsächlich durch Beobachtungen ("Clean Room Reverse-Engineering") die verschiedenen NTFS-Versionen in akribischer Kleinarbeit analysieren.

Ähnliche Artikel

  • Reger Austausch
    Egal ob Windows XP oder Windows Vista: Der lesende und schreibende Zugriff auf NTFS-Partitionen gelingt mit Hilfe mehrerer Tools inzwischen reibungslos.
  • Aufgeschlossen
    Egal ob XP, Vista oder Windows 7: Der lesende und schreibende Zugriff auf NTFS-Partitionen gelingt mithilfe von Ntfs-3g inzwischen reibungslos.
  • Zugriff auf Windows- und OS-X-Datenträger
    Windows formatiert Plattenpartitionen mit dem NTFS-Format, Apples Rechner verwenden HFS+. Beide Dateisysteme unterstützt der Linux-Kernel nur eingeschränkt – für den Vollzugriff gibt es ein Treiberpaket von Paragon.
  • Wie Dateisysteme funktionieren
    Linux und Windows teilen sich problemlos eine Festplatte, doch der Zugriff auf die Partitionen des jeweils fremden Systems sorgt oft für Probleme – wir erklären, woran das liegt.
  • Gemeinsame Sache
    Speziell auf Wechseldatenträgern und Parallelinstallationen sind Windows-Dateisysteme allgegenwärtig. Zwar kann Linux gut mit ihnen umgehen, doch gilt es einige Einschränkungen zu beachten.

Kommentare

Aktuelle Fragen

Welche Drucker sind Linux-mint kompatibel?
Johannes Nacke, 20.05.2016 07:32, 4 Antworten
Hallo Ihr Lieben, ich bitte um mitteilung welche Drucker Kompatibel sind mit Linux-Mint. LG Joh...
MS LifeCam HD-5000 an Debian
Kay Michael, 13.04.2016 22:55, 0 Antworten
Hallo, ich versuche die oben erwähnte Cam an einem Thin Client mit Debian zu betreiben. Linux...
Import von Evolution nach KMail erzeugt nur leere Ordner
Klaus-Christian Falkner, 06.04.2016 12:57, 3 Antworten
Hallo, da ich vor einiger Zeit von Ubuntu auf Kubuntu umgestiegen bin, würde ich gerne meine E...
Sophos lässt sich nicht unter Lubuntu installieren
Chrstina Turm, 30.03.2016 20:56, 3 Antworten
Hi Leute, habe mir vor paar Tagen auf ein Notebook, das ohne Linux ausgedient hätte, Linux dr...
Novell Client auf Raspbian
Chris Baum, 16.03.2016 15:13, 3 Antworten
Hallo Community, ich hätte eine Frage, und zwar geht es um folgendes: Ich möchte eine Datei...