Der Vortrag von Matthew Porter mit dem Titel "Mythbusters: Android" befasst sich mit den Fragen, wie viel Linux noch in Android steckt, wie funktionstüchtig Android ist und wie die Android-Community beschaffen ist. Der Referent kommt zu zwei interessanten Ergebnissen: Erstens sei Android kein Linux im herkömmlichen Sinne, weil wichtige Komponenten im Userspace fehlen und Android damit vergleichsweise unzugänglich und unflexibel sei. Zweitens hinke die Android-Community anderen Linux- und Open-Source-Communitys hinterher, beispielsweise weil Android-Plattformen an verschiedenen Stellen entwickelt werden und der Downstream von seiten der Google-Entwickler in das öffentliche Repository geringe Priorität genießt.
Der Referent, Matthew Porter, arbeitet als Chief Software Architect bei dem Open-Source-Unternehmen Embedded Alley, das Ende Juli 2009 von dem Elektronik-Designer Mentor Graphics aufgekauft wurde. Porter ist PowerPC-Spezialist und betrachtet Android aus hardwarenaher Perspektive. Seine Beobachtungen nach benutzt Android beispielsweise einen eigenes Mount-System, das out-of-the-box nur mit MMC-Subsystemen umgehen kann, nicht aber mit USB-Geräten. Weder Udev noch Glibc noch die Sys-V-Prozesskommunikation seien bei Android in Gebrauch, sondern mit teilweise schwer veränderlichen (hard coded) Eigenentwicklungen der Open Handset Alliance ersetzt. Weiter nennt der Problembericht, dass Android nicht die Tslib benutze und schlechten Ethernet-Support enthalte. Weitere Argumente Beobachtungen enthalten die Vortragsfolien.
Der Vortrag rief mindestens zweierlei entgegengesetzte Positionen hervor. Harald Welte zeigt sich empört und kommt zum Schluss: "Android ist eine kompromittierte, hart-programmierte, unportierbare Scheußlichkeit." Auf der anderen Seite merken Teilnehmer in der Android-Diskussionsgruppe bei Google Groups an, dass der spezialisierte und unflexible Zuschnitt von Android auch Performance- und Ressourcengründe habe



