Musikdatenbank freedb.org wird eingestellt

Musikdatenbank freedb.org wird eingestellt

Ulrich Bantle
04.07.2006

Die freie CD- und Musikdatenbank freedb.org steht vor dem Verkauf. Der Inhaber der Domain, Michael Kaiser, und als Gegenpart die beiden maßgeblich an der Entwicklung beteiligten Ari Sundholm und Jörg Hevers haben sich laut Postings auf der Webseite völlig zerstritten. Es geht dabei um die Weiterentwicklung der Datenbank und des Webauftritts, die von Hevers und Sundholm zusammen mit einem australischen Entwickler geplant war.

Kaiser, so ist es bei freedb.org nachzulesen, war mit dem Weg nicht einverstanden. Nach seinen eigenen Worten sei ihm wichtig gewesen, dass freedb frei bleibt, die von den beiden anderen angestoßene Entwicklung habe dagegen gesprochen, er sei nicht bereit, Freiheit gegen einige Web-2.0-Features zu tauschen, so Kaiser. Sundholm und Hevers dagegen werfen Kaiser vor, ohne Absprache gegen die Entwicklung vorgegangen zu sein. Das Vertrauensverhältnis sei damit zerstört.

Ähnlich drastisch sind auch die Schlüsse die Kaiser zieht: Ohne seine wichtigsten Mitstreiter sehe er sich nicht in der Lage, freedb weiterzuführen. Er werde das Projekt in absehbarer Zukunft stoppen, schreibt er. Das endgültige Aus der Datenbank muss das nicht bedeuten, Kaiser befindet sich nach eigenen Angaben in Gesprächen mit Organisationen, die das Projekt weiterführen könnten. Dafür stellt er aber an einen möglichen Betreiber einige Bedingungen, unter anderem die, dass der Service frei bleiben müsse. Es reiche nicht, nur die Domain zu kaufen.

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Kommentare
Re: Musikdatenbank freedb.org wird eingestellt
RanuKanu , Dienstag, 11. Juli 2006 10:12:43
Ein/Ausklappen

Hoffen wir, das diese Datenbank FREI bleibt und nicht auch verKommerzialisiert wird, wie die CDDB...!
Schlecht an einer Kommerzialisierung ist, daß die abertausenden ohne entgeldliche Aufwandsentschädigung eingegebenen CD-Daten, was vom Arbeitsaufwand her ja schon FREIE Mitarbeit war+ist von einem privaten Unternehmen quasi dankend übernommen werden, ohne etwas dafür getan zu haben (abgesehen vom Kaufpreis), mit der Gefahr, das denjenigen, die Arbeitskraft in dieses Projekt gesteckt haben um auch mit zu profitieren, der freie Zugang zu 'ihrer eigenen Arbeit' nicht mehr möglich werden könnte.
Oder die Datenbank könnte für Werbung mißbraucht werden...
Könnte FreeDB nicht in Open-Office, Wikimedia oder von anderen größeren freien Projekten übernommen werden?
Das gäbe doch eine größere Unterstützungs-Platform...
Ist so eine Idee...
Gruß
rk



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