Multimediabibliothek SDL öffnet sich dem Kommerz

Multimediabibliothek SDL öffnet sich dem Kommerz

Richtungswechsel

Die von vielen Spielen und Multimediaprogrammen genutzte SDL-Bibliothek wird zukünftig unter einer Dual-Lizenz vertrieben. Erfinder und Hauptentwickler Sam Lantinga gründete dazu eigens die Firma Galaxy Gameworks.

Pünktlich zum Jahreswechsel wünschte Sam Lantinga, Erfinder und Hauptentwickler der beliebten SDL-Programmierbibliothek allen Lesern seiner Mailingliste ein frohes neues Jahr, wies darauf hin, dass die heiß erwartete Version 1.3 der SDL langsam Gestalt annehme und ließ direkt anschließend noch zwei kleine Bömbchen platzen: Die kommende Version des Simple DirectMedia Layers wird zwar weiterhin unter der bisherigen LGPL-Lizenz stehen, zusätzlich erhalten Interessenten jedoch auch die Möglichkeit, eine kommerzielle Lizenz zu erwerben. Eigens zu diesem Zweck gründete Sam Lantinga die Firma Galaxy Gameworks. Neben der Lizenzierung der Bibliothek soll sie auch Support und weitere Dienstleistungen rund um die SDL anbieten.

Beide Maßnahmen wurden von der Entwicklergemeinde durchweg positiv aufgenommen. So sehen die Meisten darin eine Chance, die SDL auch in Bereiche vordringen zu lassen, die der Bibliothek bislang verwehrt blieben. Dazu zählen in erster Linie geschlossene Systeme, wie Videospielkonsolen oder das iPhone. Darüber hinaus erhoffen sich viele Entwickler, dass unter der Regie von Galaxy Gameworks die Entwicklung der SDL schneller als bisher voran geht.

Der Simple DirectMedia Layer vereinfacht die Entwickung von plattformübergreifenden Multimediaanwendungen mit 2D-Grafik und hat sich unter Linux neben OpenGL zu einem Quasi-Standard gemausert. Im Laufe der Jahre wurde sie zudem auf zahlreiche Betriebssysteme portiert, darunter sogar veraltete Systeme wie BeOS oder AmigaOS. Die derzeit in der Entwicklung befindliche Version 1.3 wird zahlreiche und lang geforderte Funktionen mitbringen. Beispielsweise wird sie auf OpenGL zur beschleunigten Darstellung zurückgreifen, mehrere gleichzeitig geöffnete Anwendungsfenster bieten und Force-Feedback-Eingabegeräte unterstützen.

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