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Mozilla legt zu, Microsoft verliert

Marktanteile: Erfolge für Mozilla, Schlappe für Microsoft

02.12.2008 Die Marktbeobachter von Net Applications beziffern in ihrer aktuellen Monatsstatistik Microsofts Marktanteil bei Betriebssystemen auf weniger als 90 Prozent; bei den Browsern hält der freie Mozilla Firefox zum ersten Mal kontinuierlich mehr als 20 Prozent.

Natürlich wären 90 Prozent Marktanteil für sich betrachtet ein riesiger Erfolg, aber für ein erfolgsverwöhntes Unternehmen wie Microsoft sind das vergleichsweise schlechte Zahlen. Nach Meinung von Net Applications gibt es einen Zusammenhang zwischen Politik und Betriebssystem: Im Vorfeld der US-Wahlen Anfang des Monats wagte das Unternehmen Prognosen und meinte belegen zu können, dass Mac-Anwender eher für die US-amerikanische demokratische Partei stimmen würden.

Auch für den Erfolg des freien Browsers macht das Unternehmen die Wahl in den USA als einen Triebkraft aus: In der Zeit rund um den Wahltag am 4. November stiegen die Firefox-Anteile. Während des US-amerikanischen Feiertags Thanksgiving blieben die Anteile hoch, was Net Applications auf viele Privathaushalte zurückführt, die sich im Internet aufhalten. Nach den Erkenntnissen der Marktbeobachter nutzen Privatanwender häufiger Firefox als Unternehmen; hierzu will Net Applications demnächst eine weitere Analyse vorlegen.

Das Unternehmen mit Sitz in Kalifornien liefert seit 2004 Zahlen zu den Marktanteilen der Betriebssysteme. Seinerzeit bezifferte die Statistik Microsoft Windows mit 96,4 Prozent, im Dezember vor zwei Jahren immer noch mit 93,86 Prozent und aktuell ist Windows auf seinen historischen Tiefstand von 89,62 Prozent gefallen. Zu Jahresbeginn 2008 war der Windows-Anteil bereits auf 91,5 Prozent gesunken.

Während das Betriebssystem innerhalb eines Jahres einen Rückgang von 2,8 Prozent zu verzeichnen hatte, konnte Linux seinen Anteil von 0,37 Prozent vor zwei Jahren auf 0,83 Prozent mehr als verdoppeln. Der große Gewinner ist laut Net Applications Mac OS X mit einem aktuellen Marktanteil von 8,87 Prozent, gestiegen von rund 5,4 Prozent vor zwei Jahren. Diesen Trend zu Lasten von Windows bestätigen aktuelle Zahlen von europäischen Marktforschern; hiernach beflügeln vor allem die trendigen Mini-Laptops die Zuwächse für Linux.

Auch bei den Webbrowsern sind die Zeiten der Dominanz von Microsofts Internet Explorer vorbei: Der freie Browser Firefox konnte den Statistiken zufolge zum ersten Mal seinen Marktanteil von 20 Prozent über einen gesamten Monat hinweg behaupten, im Oktober zeichnete sich dieser Trend den Webstatistiken zufolge bereits ab. Der Mozilla-Chef John Lilly freut sich über die jüngsten Zahlen: „20 Prozent weltweiter Marktanteil ist ein bedeutender Meilenstein für Firefox und Mozilla. (...) Noch vor wenigen Jahren hätten die meisten gedacht, das wäre unmöglich“, läßt er sich von den Statistikern zitieren. Im November stieg der Firefox-Anteil sprunghaft um 0,8 Prozent, nach den bisherigen Beobachtungen stärker als bisher. Die Marktbeobachter erwarten, dass der Firefox-Anteil über das Jahr hinaus seinen Marktanteil hält und ausbauen wird. Der neue Browser Chrome vom Suchmaschinengiganten Google erreichte übrigens zum zweiten Mal einen Anteil von einem Prozent, nach einem kurzfristigen Boom direkt nach der Veröffentlichung.

Das US-amerikanische Unternehmen erstellt die Statistiken aus den Besucherdaten des eigenen Internetauftritts, ihren Angaben zufolge rund 160 Millionen Besucher pro Monat. Die Informationen basieren auf den Webseiten-Statistiken und werden monatlich veröffentlicht. Darüber hinaus klassifiziert das Unternehmen nach eigenen Angaben rund 430 zusätzliche Suchmaschinen aus Nord- und Südamerika, Westeuropa, Australien und Teilen Afrikas und wertet diese gleichfalls aus.

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