Mit rund zwei Monaten Verspätung haben die Entwickler die Version 12.2 von OpenSuse veröffentlicht

Mit rund zwei Monaten Verspätung haben die Entwickler die Version 12.2 von OpenSuse veröffentlicht

OpenSuse 12.2 veröffentlicht

Andreas Bohle
05.09.2012 Die zwei Monate Extrazeit gaben den Entwickler die Möglichkeit, noch intensiver nach Fehlern zu fahnden und so entstand, laut Community Manager Jos Poortvliet, "ein stabiles Arbeitspferd". KDE 4.9 hat es allerdings nicht direkt in die Release geschafft.

Durch Kernel 3.4 versprechen sich die Entwickler einen Performanceschub vor allem beim Speichern größerer Datenmengen. Ebenfalls Auswirkungen auf die Performance könnte der Wechsel auf Glibc 2.15 bringen, wobei sich diese insbesondere auf 64-Bit-Systemen auswirken sollen. Für einen schnelleren Start des Systems setzen die Entwickler auf Systemd in Version 44. Das neue Bootsystem hält in immer mehr Distributionen Einzug, der Nutzen ist allerdings umstritten.

Mit der Integration von Xorg 1.12 ist das System in der Lage, mit Multitouch-Geräte umzugehen und als zentraler Rechner in einer Installation mit mehreren Arbeitsplätzen zu arbeiten. Gnome 3.4 erlaubt nun in alle Applikationen ein sanftes Scrollen und bringt einen verbesserten Kontaktemanager mit. Wer bei KDE auf die Version 4.9 gehofft hatte, den enttäuscht diese Release von OpenSuse im ersten Anlauf: Da sich Termine überschnitten haben, haben die Entwickler vorerst KDE 4.8.4, basierend auf Qt 4.8.1, paketiert. Poortvliet deutet in seinem Blog-Eintrag aber an, dass es vermutlich Backspins geben wird, die dann die Integration von KDE 4.9 erlauben. Als Alternative zu den großen Desktop steht beispielweise XFCE 4.10 bereit.

Im Bereich Applikationen ist das System auf dem aktuellen Stand: Gimp 2.8, das nun einen Single-Window-Modus mitbringt, oder LibreOffice 3.5 markieren den neusten Stand der Programme. Der Webbrowser Firefox liegt in Version 14.0.1 bei, ein Update auf 15 ist in Planung. Doch schon die aktuelle Version unterstützt das SPDY-Protokoll, dass aus der Schmiede von Google stammt. Das soll die Ladezeiten von komplexen Webseiten drastisch verkürzen. Wer dies nicht mit Firefox ausprobieren möchte, greift stattdessen zu Chromium, der zusätzlich mit aktivertem Native-Client-Support integriert ist.

Obwohl der Support für Thunderbird nach Aussage der Mozilla Foundation langsam ausläuft, findet sich der beliebte Mailclient noch in den Repositories und zwar in Version 14. Wer lieber auf eine Alternative wechseln möchte, dem stehen mit dem KDE-eigenen Kontact oder Evolution 3.4.4 zwei Applikationen bereit, die neben Mails auch Kontakte und Termine verwalten und sich somit als vollwertige PIM-Lösung einsetzen lassen.

OpenSuse 12.2 setzt für einen flüssigen Betrieb einen Pentium 4 mit 2,4 GHZ sowie 1 GByte RAM voraus. Fünf GByte Speicher sollten auf der Festplatte frei sein, damit das System mit grafischer Oberfläche ausreichend Platz hat. Wer auf seinem Rechner OpenSuse Tumbleweed betreibt, braucht nichts weiter zu tun. Die aktuelle Release kommt dann frei Haus. Alle anderen greifen zu den bereitgestellten Iso-Images für die unterschiedlichen Installationswege und Architekturen.

Mit OpenSuse 12.2 gibt es zudem eine kleine Änderung in den Repositories. Der Update-Zweig teilt sich nun auf in oss und non-oss. Alle weiteren Details zu diesem Release finden sich in der umfangreichen Feature-Liste.

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