Microsoft verspricht native ODF-Unterstützung

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Britta Wülfing
26.05.2008

Laut Microsoft soll Office 2007 künftig auch das freie Open-Document-Format (ODF) unterstützen. Die Europäische Kommission reagiert skeptisch auf diese Ankündigung. Für die erste Jahreshälfte 2009 ist das Microsoft Office 2007 Service Pack 2 (SP 2) geplant, und dabei sein soll neben Adobes PDF-Format und dem hauseigenen XPS dann auch Unterstützung für das freie Open-Document-Format (ODF) in Version 1.1. Nutzer der Office-Produkte sollen Dokumente im ODF-Format öffnen, ändern und speichern können. Außerdem soll es möglich sein, das Dateiformat ODF als Standardeinstellung zu wählen. Den Nutzern älterer Office-Versionen verspricht Microsoft eine Lösung in Form einer Open-XML-ODF-Übersetzungssoftware, die auf dem Open-Source-Portal Sourceforge veröffentlicht werden soll.

Das freie Dokumentformat ODF, das seit 2006 als ISO-Standard zertifiziert ist, wird damit möglicherweise rascher Bestandteil der Microsoft-Büroanwendungen als das hauseigene Office Open XML (OOXML). OOXML ist nach einem heftig umstrittenen Zertifizierungsprozess bei der Internationalen Standards Organisation (ISO) Ende März 2008 gleichfalls als Standard für Dokumentformate anerkannt worden. Obwohl es in Microsofts Pressemeldung heißt, dass Office 2007 das hauseigene Format bereits „substantiell unterstützt“, gibt es Berichten zufolge hierbei Schwierigkeiten. Laut der aktuellen Roadmap soll der OOXML-Support mit dem nächsten Versionsupdate, Codename „Office 14“ verbessert werden, ein Veröffentlichungstermin wird hierfür nicht genannt.

Auch an den nächsten ODF-Versionen will Microsoft aktiv mitarbeiten; hierzu will sich das Unternehmen der technischen Organisation hinter ODF anschließen, der Organization for the Advancement of Structured Information Standards (OASIS). Und Microsoft möchte nicht nur in der ISO-Arbeitsgruppe sitzen, die das hauseigene OOXML betreut, sondern auch in den ISO-Arbeitskreis, der am ODF-Standard arbeitet. Die gleichen Absichten äußert Microsoft hinsichtlich der konkurrierenden Dateiformate XPS und PDF. Nachdem Adobe das PDF-Format erfolgreich etabliert hatte, schob Microsoft das hauseigene XPS nach. Laut den aktuellen Absichtserklärungen will sich das Unternehmen künftig auch an der Formatentwicklung beteiligen und an den entsprechenden Ausschüssen zur Standardisierung teilnehmen.

Die Annäherungsversuche des Unternehmens stoßen gelegentlich auf Misstrauen. Auch die Entwickler der freien Grafiksoftware Blender erhielten vor einigen Tagen Post von Microsoft, hier stieß das Ersuchen um Information jedoch zunächst auf Ablehnung. Zahlreiche Kommentare sehen in den aktuellen Signalen aus Redmond vor allem eine Reaktion des Konzerns auf die Strafen in Millionenhöhe durch die EU. Die EU sieht durch Microsoft den Wettbewerb behindert und verlangt von dem Konzern, dem Wettbewerb Informationen über die Schnittstellen leichter zugänglich zu machen. Daraufhin hatte Microsoft im Februar den Zugang zu diesen Informationen erleichtert, die Untersuchungen der EU sind jedoch nach wie vor im Gange. Wie der Branchendienst CNN Money meldet, hat die Europäische Kommission auch in Bezug auf die jüngsten Ankündigung Microsofts neue Aktivitäten geplant. Hiernach will sie genau untersuchen, ob die Microsoft-Ankündigung hinsichtlich der Integration von ODF den Verbrauchern tatsächlich größere Wahlfreiheit ermöglicht.

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