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Microsoft: ODF ist Sieger

Jan Rähm
23.06.2008

Wer zuletzt lacht, lacht am besten, heißt es gemeinhin. Wie es scheint, dürfen sich die Entwickler des freien Dokumentenformats ODF zumindest ein Lächeln gönnen. Laut dem Online-Magazin Infoworld ließ Microsofts nationaler Technologiechef Stuart McKee auf dem Red Hat Summit in Boston verlauten: "ODF hat klar gewonnen." Er sagt weiter, man wolle nicht nur ODF-zu-OOXML-Konverter entwickeln, sondern mehr machen.

Das bezieht sich auf das nächste große Update der Office Suite "Microsoft Office 2007". Die kam bei der Veröffentlichung ohne ODF- aber mit weitgehender OOXML-Unterstützung daher. Später schob Microsoft dann einen Konverter für die Umwandlung der beiden mehr oder weniger freien Formate nach, ohne jedoch echte ODF-Unterstützung zu implementieren. Das will der Konzern nun ändern. Im nächsten Jahr soll ODF ein Bestandteil von Microsofts Office werden.

Damit könnte nun langsam Ruhe unter Formatspezialisten und Zertifizierungsgremien einkehren. Noch vor wenigen Tagen protestierten Südafrika, Brasilien und Indien gegen OOXML als ISO-Standard. Die Veröffentlichung des Standards wurde deshalb von den Normierungsgremien auf Eis gelegt, bis alle Wider- und Einsprüche geklärt sind. Mit welcher Energie Microsoft den Zertifizierung nun weiter vorantreiben wird, bleibt abzuwarten. Sicher ist nur: Eine Verschmelzung beider Formate wird es von Seiten der Redmonder nicht geben. McKee erklärte, es gebe ja auch verschiedene Speicherformate für beispielsweise digitale Bilder, die nebeneinander existierten.

Dem widersprach Venky Hariharan, Leiter Corporate Affairs Red Hat Indien: "Zwei Standards für denselben Zweck zu haben, vereitelt die Idee. Multiple Standards für dieselbe Sache sind meiner Meinung nach eine schlechte Sache. Wir sollten bei der Entwicklung der Standards zusammenarbeiten und uns bei der Implementierung messen."

Kommentare
Re: Microsoft: ODF ist Sieger
Harald Milz, Montag, 23. Juni 2008 15:20:40
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Die Botschaft hör' ich wohl ... sobald "MS Office 2000-irgendwas" ODF ohne die sonst üblichen Microsoft-Frickelerweiterungen (1) als Default-Speicherformat anbietet, glaube ich es.

(1) embrace ..., siehe unter Examples — OpenDocument; wer kein Schwedisch kann, braucht einen Online-Übersetzer


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