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Microsoft: Kooperation mit Novell funktioniert gut

12.06.2009 In aktuellen technischen und wirtschaftlichen Zwischenberichten zeigt sich Microsoft zufrieden mit seinem Kooperationspartner Novell. Virtualisierung, Dateimanagement und Lizenzverkäufe geben Anlass für die Erfolgsmeldungen.

Virtualisierung und das Management heterogener Umgebungen nennen die Unternehmen als konkrete technische Ergebnisse der Zusammenarbeit. Seit September 2007 arbeiten Techniker von Microsoft und Novell in einem gemeinsamen Interoperabilitätslabor an Software, die betriebssystemunabhängig genutzt werden soll. Hauptziel der Bemühungen sind die jeweiligen Serverprodukte, Microsoft Windows Server und Suse Linux Enterprise Server (SLES). In der jüngsten Version 11 des SLES nannte Novell denn auch die Interoperabilität mit den Microsoft-Produkten als eine der Haupterrungenschaften, darunter beispielsweise die Integration von Moonlight, die Mono-Portierung von Microsofts Rich-Web-Technologie Silverlight. Partnerunternehmen Microsoft kündigt nun für seine nächste Version R2 des Windows Server 2008 an, dass der SLES 11 in Hyper-V optional als Gastsystem arbeiten soll.

Weiterer Schwerpunkt der Entwicklung liegt auf der Systemverwaltung in gemischten Umgebungen. Greifbare Ergebnisse liefern die jeweiligen Software-Pakete, die in den nächsten Monaten veröffentlicht werden sollen: Von Seiten Microsoft ist dies der System Center Operations Manager 2007 R2, von Novell ist das Linux Management Pack. Administratoren sollen hiermit sowohl ihre Linux- wie auch ihre Windows-Systeme überwachen. Sieben nicht näher bezeichnete Schlüsseldienste des SLES sollen mit dem Microsoft Center Operations Manager 2007 R2 überwacht werden. Als weiteres Ergebnis der Arbeit mit Partnerfirmen wie Dell wollen Novell und Microsoft einige Whitepapers veröffentlichen, die zu einem effektiveren Einsatz der Virtualisierung in gemischten Umgebungen verhelfen sollen.

Tom Hanrahan, gleichzeitig Microsoft-Technologie-Chef für Open Source, zieht nach eineinhalb Jahren zufrieden Bilanz. Auch er zieht die aktuelle Wirtschaftskrise für seine Argumentation heran: „Unsere Kunden sind durch die anhaltende wirtschaftliche Unsicherheit sowie durch finanziellem Druck gezwungen, mehr mit weniger zu tun.“ Gleichzeitig veröffentlicht das Unternehmen die wirtschaftliche Erfolgsbilanz. Hiernach hätten die Unternehmen im letzten Halbjahr mehr als 100 Neukunden geworben, mehr als doppelt so viel wie in den ersten zwei Jahren der Kooperation. Microsoft habe insgesamt Novells Linux-Lizenzen für mehr als 200 Millionen US-Dollar verkauft. Aus dem gemeinsamen Engagement in China seit April 2008 stammen nach diesem Angaben rund 50 Neukunden.

Bei etwas genauerer Betrachtung der bisher veröffentlichten Zahlen relativiert sich der Wert allerdings: Bereits vor zehn Monaten gab Novell an, von Microsoft 153 Millionen für Lizenzen erhalten zu haben, und weitere 100 Millionen US-Dollar waren für November in Auftrag gegeben. Macht 253 Millionen US-Dollar, die Microsoft als Novells größter Linux-Kunde für Lizenzen zahlte. Folgend den jüngst gemeldeten Zahlen haben die bisherigen Umsätze dies noch nicht zurück in die Kassen gespült. Im Vergleich dazu setzte Red Hat allein im letzten Quartal 139 Millionen US-Dollar mit seinen Lizenzen um.

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