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(c) thoursie, sxc.hu
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AirAware

Luftqualität mit freier Software messen

01.09.2009 Rumänien erarbeitete mit EU-Fördergeldern eine Online-Plattform aus Open-Source-Software, auf der Institutionen Daten zur Luftverschmutzung beziehen oder einspeisen können. Ganz frei ist die Software aber bis heute nicht.

Das rumänische Amt für Meteorologie erhielt im Jahr 2005 eine Million Euro Fördergelder von der EU. Damit wollte es seine Software für die Luftbeobachtung verbessern und zum Beispiel mit Voraussage-Funktionen erweitern. Offiziell lief das Projekt "AirAware" bis 2008. Heute, vier Jahre später, führt das Romanian National Meteorological Administration (NMA) das Projekt noch fort. Unter anderem ist eine Online-Plattform mit Open-Source-Software entstanden, auf der andere Institutionen Daten zur Luftverschmutzung abschöpfen oder einspeisen können.

Das Umweltschutzamt von Bukarest nutzt die Air-Aware-Software seit Anfang 2008. Die Verbesserung besteht für die städtische Behörde beispielsweise darin, dass die neue Lösung auch die Luft und ihre Schadstoffe oberhalb der Straßenluft erfasst. Damit sind detaillierte und dynamische Karten der Luftqualität möglich, womit andere Institutionen wiederum zum Beispiel Parkanlagen planen oder das Verkehrsaufkommen beeinflussen, um korrigierend einzugreifen. Das Bukarester Amt für Stadtplanung arbeitet seit etwa sechs Monaten mit dem Portal, das aus dem Projekt Air-Aware entstanden ist.

Das rumänische Wetteramt bietet an, mit Institutionen außerhalb Rumäniens zusammen zu arbeiten, die ein ähnliches System erstellen wollen oder Erfahrungsberichte wünschen. Auch die Software würden die Rumänen teilen. Die Lizenzfront ist allerdings nicht ganz geklärt. Über die Web-Plattform des Air-Aware-Projekts laufen zwischen dem Wetteramt und OSOR, das eine eigene Forge-Seite für Verwaltungssoftware betreibt, wohl schon Gespräche. Bei der Voraussage-Funktion sieht es aber so aus, dass das rumänische Wetteramt sie nicht ohne weiteres freigeben kann. Ein weiteres Problem ist die Zusammenarbeit mit den bisher rund 40 Partnern: Rumänische Unternehmen sind nicht verpflichtet, die von ihnen verursachte Luftverschmutzung anzuzeigen. Aber auch öffentliche Behörden können laut dem Bericht mit der benötigten Offenheit des Projekts nicht gut umgehen.

Der achtseitige Bericht über das rumänische EU-geförderte Luftverschmutzung-Monitoring-Projekt Air-Aware ist online lesbar und steht im ODT- und im PDF-Format auf der OSOR-Webseite zum Download bereit. Sein Autor, Gregor Bierhals, arbeitet als Forscher an der gemeinsamen Forschungseinrichtung der Maastrichter Universität und der United Nations Universität (UNU-MERIT) in Maastricht.

Der europäische Informationsdienst OSOR (Open Source Observatory and Repository) hat zur Aufgabe, die Verbreitung von Open-Source-Software zu fördern. Seit einiger Zeit betreibt es eine eigene Forge-Seite als Pool für Open-Source-Projekte von öffentlichen Verwaltungen. Es ist Teil des europäischen IDABC-Programms, ein Programm der europäischen Kommission, das noch bis Ende 2009 Bürger und Unternehmen über grenzübergreifende öffentliche Dienste im Bereich E-Governance informieren will (IDABC, Interoperable Delivery of European eGovernment Services to public Administrations, Business and Citizens).

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