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Linuxtag 2010: MeeGo nimmt Fahrt auf

Linuxtag 2010: MeeGo nimmt Fahrt auf

Kristian Kißling
12.06.2010 Dirk Hohndel stellte auf dem Linuxtag Version 1.0 von MeeGo vor und gab einen Ausblick auf die Pläne des Projekts.

Die schockierende Nachricht zuerst: MeeGo wird standardmäßig kein Emacs mitbringen - er lässt sich aber über den Paketmanager installieren. Mit einem Augenzwinkern präsentierte Dirk Hohndel von Intel die Fortschritte von MeeGo. Das System ist eine Gemeinschaftsentwicklung von Nokia und Intel, die damit die beiden Projekte Maemo und Moblin vereinen. Es soll zukünftig unter anderem auf Netbooks, Handhelds, TV-Geräten und Media Phones zum Einsatz kommen.

Nach dem Erscheinen der Version 1.0 präsentierte Hohndel nicht nur einen vorläufigen Zeitplan für die zukünftige Entwicklung des Systems, sondern vermittelte auf seinem Laptop auch ein paar Eindrücke der aktuellen Version. Die lässt sich über Tabs und so genannte Zonen steuern, die bestimmte Aktivitäten zusammenfassen und deren Aufruf erleichtern.

Intel und Nokia wollen das Rad für MeeGo nicht neu erfinden, sondern unter der Haube und auf dem Desktop bewährte Projekte und Techniken übernehmen, etwa Chromium, Empathy, Banshee, Connman, den Connection-Manager von Moblin. Das bedeutet, dass MeeGo nicht nur auf Qt, sondern auch auf GTK und Clutter setzt. Neue Anwendungen, so Hohndel, sollen aber - wo es geht - in Qt programmiert werden.

Die Netbook-Version von Meego in der Version 1.0.

Über einem aktuellen Kernel (in der Entwicklerversion soll demnächst Version 2.6.35 zum Einsatz kommen) sitzt eine einfache grafische Oberfläche. Diese muss nicht nur auf Geräten mit ganz verschiedenen Auflösungen und Bedienungsweisen zum Einsatz kommen, sondern soll den Anwendern vor allem das Gefühl geben, dass sie mit ihr einfach die Dinge erledigen können, die sie umsetzen möchten. Neben bekannten Open-Source-Standardtools soll MeeGo auch proprietären Anbietern die Möglichkeit geben, ihre Software zu integrieren.

Momentan läuft MeeGo noch nicht auf kleinen Geräten wie Handhelds, das soll aber bereits die nächste Version 1.1 beheben. Version 1.2 soll dann im April 2011 erscheinen. Danach sehen die Entwickler halbjährliche Update-Zyklen vor. Hohndel gab sich in seinem Vortrag zuversichtlich, dass im Laufe der Zeit mehr und mehr proprietäre Software auch im Quellcode zur Verfügung stehen werde. Erste Priorität bestehe für ihn aber dahin, zunächst eine Community rund um MeeGo aufzubauen.

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