Home / Nachrichten / Linuxtag 2009: Programmierer sollen sich mit Hardware beschäftigen

Newsletter abonnieren

Lies uns auf...

Folge LinuxCommunity auf Twitter

Top-Beiträge

Mandriva gibt Distribution in die Hände der Community
(268 Punkte bei 24 Stimmen)
Neues vom Systemd
(179 Punkte bei 5 Stimmen)
Mandriva in Nöten
(161 Punkte bei 4 Stimmen)
Mageia 2 ist fertig
(161 Punkte bei 4 Stimmen)

Heftarchiv

LinuxUser Heftarchiv

EasyLinux Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Partner-Links:

Shopping
Topsuche
 
Yatego Deutschlands größte Shoppingmall. 10000 Shops,
3.5 Mio Artikel. Alle Bestseller, Servertechnik und Technik Themenwelten.

Notebooks und Netzwerkhardware bei Mercateo günstig kaufen.
Internet Telefonie mit VoIP Telefonen von Gigaset
Das B2B Portal www.Linx.de informiert über Produkte und Dienstleistungen.
Günstige Digitalkameras finden Sie im Preisvergleich.

It's the hardware, stupid!

Linuxtag 2009: Programmierer sollen sich mit Hardware beschäftigen

26.06.2009 Ulrich Drepper, Maintainer der Glibc, brach in seiner Keynote auf dem Linuxtag eine Lanze für hardwarenahes Programmieren.

Jeder Programmierer solle sich mit Parallelisierung und den Details moderner Prozessoren beschäftigen, sagte der Red-Hat-Mitarbeiter. Die CPU-Hersteller vermittelten den Eindruck, die Prozessoren würden stets dramatisch schneller, begann Drepper seinen englischsprachigen Vortrag mit dem Titel "Of programmers and hardware: transcending the gap".

Doch die meisten Programme liefen lediglich auf einem Prozessorkern, nicht alle Probleme seien gut parallelisierbar. Betrachte man den einzelnen Prozessorkern, sei kaum noch wachsende Performance erkennbar. Bei der Entwicklung von Chips mit zahlreichen Kernen könnte der einzelne Kern sogar schwächer werden, erläuterte Drepper.

Wer von modernen Prozessoren profitieren wolle, müsse sich daher mit deren Topologie beschäftigen: Mancher vermeintliche Achtkern-Prozessor bestehe tatsächlich aus zwei Vierkern-CPUs, die keinen gemeinsamen Cache besitzen, wie der Referent an Diagrammen veranschaulichte. Programme sollten auf allen Topologien funktionieren, aber gleichzeitig die vorhandenen Stärken einer Systemarchitektur nutzen.

Eine weitere Herausforderung sei die Non Uniform Memory Architecture (NUMA), die auf modernen Multi-Socket-Systemen zum Einsatz kommt. Hier hat jede CPU besonders schnellen Zugriff auf eine bestimmte Portion RAM, aber eher langsamen auf den Rest. Den gesamten Arbeitsspeicherschicht als uniforme Einheit zu behandeln führe hier zu schlechter und vor allem unvorhersehbarer Performance, die jegliche vernünftige Optimierung unmöglich mache.

Informationen über die System-Topologie stellt beispielsweise der Linux-Kernel im "/sys"-Dateisystem zur Verfügung. Geschickte Entwickler wüssten diese zu nutzen. Daneben gibt es Dreppers Bibliothek LibNUMA, die solche Funktionen bereitstellt. Der Sprecher verwies dazu auf seinen Aufsatz "What Every Programmer Should Know About Memory" (PDF)

Noch aus Cray-Zeiten, berichtete Drepper, kenne er SIMD: Single-Instruction/Multiple Data, das nun auf den meisten Prozessoren verfügbar ist. Vergleichs-, Logik und Vektor-Operationen lassen sich mit der derzeitigen SSE-Technologie bis zu viermal so schnell verarbeiten, mit dem kommenden AVX bis zu achtmal. Drepper zeigte als Codebeispiel einen For-Loop, dessen Interna er mit "Cmp"- und "Blend"-Instruktionen geeignet umbaute.

Nur mit Kenntnissen über die System-Architektur und die Anforderungen seiner Anwendung könne ein Programmierer die richtigen Entscheidungen für die Speicherbehandlung und - auf Mehrprozessor-Systemen - die Core-Affinität treffen. Das müsse er aber auch tun, denn das Betriebssystem selbst verwende nur geeignete Standardwerte und schalte gegebenenfalls einen nicht benötigten Prozessor aus, um Energie zu sparen.

Für dieses Hardware-bewusste Programmieren eigneten sich allerdings nicht alle Programmiersprachen gleichermaßen, schloss Ulrich Drepper seinen Vortrag, "auch, wenn ich mir mit solchen Aussagen nicht unbedingt Freunde mache". Perl und Python böten wenig Kontrolle, C und C++ sowie Fortran viel Kontrolle, während Java in der Mitte liege.

Dreppers Tipp für Programmieranfänger: Skriptsprachen taugten für den Einstieg, man dürfe aber weder Performance noch Energieeffizienz erwarten. Später müsse sich der Entwickler aber mit den Details der Hardware auseinandersetzen. Performance-kritische Programmteile ließen sich in C oder C++ neu implementieren. Bei der Parallelisierung helfe beispielsweise OpenMP. Zum Schluss heiße es, immer weiter zu optimieren, bis das gesteckte Ziel erreicht sei. Das alles sei nicht nur für Cracks, sondern für jeden Programmierer machbar.

Einem Freund empfehlen    Druckansicht Bookmark and Share

Kommentare

1091 Hits
Wertung: 168 Punkte (10 Stimmen)

Schlecht Gut

Aktuelle Fragen

gibt es ein Kommandozeilen Tool, um ein X11-Fenster in ein Anderes einzubetten?
GoaSkin , 21.05.2012 16:44, 0 Antworten
Das XEmbed-Protokoll ist u.A. dazu gedacht, dass man eine X11-Anwendung in eine andere wie ein Wi...
Apache2, Options -Indexes geht nicht
no no, 12.05.2012 19:01, 8 Antworten
Habe in apache2.conf folgendes stehen: Options -Indexes ...
LInux auf Dell LS H500
Andreas Endresl, 09.05.2012 08:54, 2 Antworten
Habe einen alten Dell Latitude LS H500 nur mit ext. Floppy und CD es geht nur immer eines von den...
Datenwiederherstellung unter Ubuntu 12.04 mit "Simple Backup" nach Umzug von Linux Mint
Christian Lottmann, 07.05.2012 13:33, 0 Antworten
Vor dem Umzug auf Ubuntu 12.04 habe ich unter Linux MInt mit "Simple Backup" voll (15.4.2012) und...
DKMS für den propritären NVIDIA-Treiber
Commander Data, 26.04.2012 22:02, 2 Antworten
Hallo an die Gemeinde. Ich habe hier ein interessantes Stück openSuSE gefunden. http://forums.op...