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Mark in Berlin

LinuxTag 2010: Keynote von Mark Shuttleworth

12.06.2010 Im voll gefüllten London-Saal stellte Mark Shuttleworth heute auf dem LinuxTag drei wichtige Punkte für Open-Source-Projekte vor und zeichnete Innovationen der nächsten Ubuntu-Version auf.

Nach seinem ersten Auftriff 2006 stattete Mark Shuttleworth dem LinuxTag auch dieses Jahr einen Besuch ab Er gab zahlreiche Autogramme, signierte Bücher und unterhielt sich auch mit der Redaktion (ein Interview folgt). In seiner Keynote vor vollem Haus zählte Mark drei Punkte auf, sie seiner Meinung nach für jedes Open-Source-Projekt wichtig sind.

  • Regelmäßige Releases
  • Qualitätsprüfung
  • Design

Das Thema regelmäßige und koordinierte Veröffentlichungen hat Mark Shuttleworth unter dem Stichwort Cadence schon in mehreren Vorträgen und Blog-Einträgen aufgegriffen. Im heutigen Vortag ging er zusätzlich auf das Thema Qualität ein und foderte die Projekte auf, ihre Software mit automatischen Testtools zu verbessern. Der Vorteil eines automatisierten Testvorgangs bestehe nicht nur darin, dass man damit für jedes Release einen minimalen Qualitätsstandard sicherstellen könne, sondern bewirke auch einen positiven Effekt auf die komplette Entwicklung. So würde es einem Projekt deutlich leichter fallen, einen externen Patch zu akzeptieren, wenn man diesen einfach durch eine vorhandene Testsuite schicken könne. Müsse man hingegen jede zusätzliche Zeile Code zunächst von Hand studieren und überprüfen, erhöhe das die Akzeptanzschwelle für externe Arbeiten und wirke sich somit negativ auf das ganze Projekt aus.

Wie immer voller Schwung und Elan: Mark Shuttleworth auf dem LinuxTag 2010.

Marks aktuelles Lieblingsthema ist zweifellos das Design und die Benutzerfreundlichkeit von Software. Canonical hat für 10.04 ein komplettes Team aufgebaut, das verschiedene Anwendungen mit einem breiten Publikum testen lässt. Auch hier forderte Mark Shuttleworth die anwesenden Entwickler dazu auf, Ihre Software von realen Nutzern testen zu lassen und sie dabei zu beobachten, wie sie eine Aufgabe intuitiv zu lösen versuchten.

Neues in Ubuntu 10.10

Im zweiten Teil seiner Keynote ging Mark auf die Änderungen von Ubuntu 10.10 ein und konzentrierte sich hier in erster Linie auf die Netbook-Version. Maverik Meerkat erscheint am 10. Oktober, da 101010 in Binärschreibweise die Zahl 42 ergibt. Neben den bereits bekannten Änderungen und Unity, das Shuttleworth als "Canonicals Gnome Shell for netbooks" bezeichnete, zeigte Mark auch Skizzen von einem erweiterten Audio-Indikatoren, der zusätzlich zur Lautstärkesteuerung auch die gerade laufenden Sound-Anwendungen zeigt (Mark erwähnte Banshee, Amarok und Rhythmbox). Ebenfalls überarbeiten wolle man das Indikatormenü für die Uhrzeit und zur Wahl des Keyboard-Layouts. Ebenfalls nur in der Netbook-Version soll der Netzwerkmanager duch Conman ersetzt werden und sollen die Menüleiste sowie Fenstertitel ins obere Panel wandern.

Skizze für das geplante Sound-Indikatoren-Menü in Ubuntu 10.10.

Mit oder gegen Gnome?

In der anschließenden Frage-Session erntete Shuttleworth viel Applaus, musste aber auch ein paar kritische Fragen beantworten. So wollte ein Gnome-Entwickler wissen, warum Ubuntu die Design-Änderungen im Panel im Alleingang durchziehe, ohne das Gnome-Projekt zu fragen. Mark wies hier zunächst den Vorwurf zurück, man habe das Gnome-Projekt nicht gefragt. Canonical habe die geplanten Änderungen Gnome vorgeschlagen, das Gnome-Projekt habe diese jedoch zurückgewiesen. Von einem Alleingang ohne Absprache könne somit nicht die Rede sein. Zugleich gab er sich sehr zuversichtlich, dass die meisten der Änderungen bis zur nächsten LTS-Version auch in Gnome Einzug halten würden.

Der London-Saal der Messe Berlin war voll gefüllt.

Keine konkrete Antwort konnte Shuttleworth zur Frage geben, wann der Server-Teil von Ubuntu One frei verfügbar sein werde. Mark lies durchblicken, dass das in naher Zukunft nicht zu erwarten sei, da unter anderem auch Drittanbieter (wie 7Digital für den Music Store) proprietäre Komponenten in die Ubuntu-Cloud einbrigen würde. Er sieht die Ubuntu-Cloud aber nicht als Problem an, da der Nutzer nie Daten nur in der Cloud speichere, sondern die Cloud nur als Synchronisationsdienst arbeite.

Interview mit Mark

Im Anschluss an seine Keynote gab Mark Shuttleworth am Linux-New-Media-Stand Kristian Kißling vom Ubuntu User ein Interview, in dem er unter anderem auf die Erfolge mit dem Ubuntu One Music Store und das Thema Ubuntu auf Tablet PCs einging. Wir veröffentlichen das Interview demnächst.

Kristian Kißling vom Ubuntu User im Gespräch mit Mark Shuttleworth.

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Infos zum Autor

Marcel Hilzinger

Marcel Hilzinger

Marcel Hilzinger arbeitet als Redakteur für die Zeitschriften LinuxUser und EasyLinux. Am liebsten schreibt er Artikel zu netten Gadgets oder Multimedia-Software. In seiner Freizeit spielt er gerne Kicker.

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