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Linux in München: Pilotphase beginnt 2006

Max Jonas Werner
07.09.2005

Laut einem Bericht des Nachrichtendienstes CNet [1] und anderen Newstickern dauert die Linux-Migration in der Münchner Stadtverwaltung angeblich länger, als bisher angenommen. Projektleiter Peter Hofmann erklärte im Interview mit CNet, dass noch eine zusätzliche Testphase stattfinden müsse, die Anfang 2006 stattfinde. Ab Mitte 2006 beginne das LiMux-Projekt dann mit der Migration, die ursprünglich für dieses Jahr geplant war. Die erste Abteilung, die auf Linux und OpenOffice umstellt, wird die des Oberbürgermeisters Christian Ude sein.

Das Linux-Magazin berichtet in Ausgabe 10/2005, die am 8. September erscheint, allerdings ausführlich über die Hintergründe von LiMux und den Stand der Dinge bei der Migration. Darin erwähnt der stellvertretende LiMux-Projektleiter Manfred Lubig-Konzett ebendiese zusätzliche Testphase, die tatsächlich seit einigen Monaten bereits geplant ist. Die Verzögerung, die die Newsticker erwähnen, stellt also keine wirkliche Änderung der Roadmap dar.

Während der eingeschobenen Pilotphase stellen die Entwickler des Linux-Clients in jeder Abteilung der Stadtverwaltung einen Rechner auf, der Testläufen unterzogen wird.

Weitere Artikel zur Linux-Migration in München:

[korrigiert, die Redaktion]

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Kommentare
Re: Linux in München noch später
Christian Stamitz, Mittwoch, 07. September 2005 10:38:33
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Ist das eine gute oder eine schlechte Nachricht?

Der Spin von Cnet ist negativ, ich vermute nur, dass muss gar nicht der Fall sein. Das Spiel wird wie folgt gehen: erst kriegen die Häuptlinge einen funktionierenden Rechner, dann wollen alle andere das gleiche haben. Ein Projekt wie Linux muss natürlich mit Bedenkenträgern in Behörden umgehen, die auch einiges verzögern können. Ich glaube solche Barrieren scheinen jetzt noch das Problem zu sein, deshlab braucht man Piloten. Am besten dort anfangen, wo die Leute da voll hinter stehen.


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Re: Linux in München noch später
Benjamin Quest, Samstag, 10. September 2005 11:55:57
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Das kann ich nur bestätigen. Als ich mich hier in München beim Einwohnermeldeamt gemeldet habe, habe ich im Rahmen dieses Termins nur ganz kurz - es ergab sich einfach so - eine Bemerkung zu Linux fallen lassen, wobei die Sachbearbeiterin meinte: "bloß nicht Linux", und mit einer Nebenbemerkung, "das kriegen die eh nicht durch". Wohlgemerkt, ohne Linux zu kennen.

Ein ganz anderes Problem ist dieses: die Datenbanken und Softwareprogramme der unterschiedlichen Bundesländer sind überhaupt nicht kompatibel, das heißt, wenn in NRW ein Perso gelöscht wird, existiert er in der bayrischen Datenbank munter weiter, solange er eben gültig ist. Das hat nichts mit Linux zu tun und soll nur verdeutlichen, daß die EDV auf Bundesebene inhomogen und inkonsistent ist. Wenn man das dann noch mit der "Neophobie" der Sachbearbeiter paart, dann kennt man ungefähr die Barrieren, die hier herrschen.

Im *besten* Fall merkt der Beamte von dem Umstieg nichts. Es muß nicht besser sein, es muß nur genauso aussehen und sich genauso verhalten. Ob der Chef als Pilot das Ding hat, ist dabei glaube ich völlig irrelevant.

b.


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Re: Linux in München noch später
Christian Stamitz, Dienstag, 13. September 2005 14:48:32
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Interessant. Ich habe glaube ich oben ein bisschen schnell geschossen, hatte aber schon die richtige Intuition, dass der Negativspin hier falsch ist. Neulich habe ich in alten Linuxmagazinen geblättert und da noch die Ankündigung gelesen. Sooo eine dramatische Projektverschiebung ist das nun weiss Gott nicht, die sind gut im Zeitplan und das Umstellungsprojekt sollte bis 2009 laufen.

Behördern sind in der Richtung immer sehr konservativ und mauernd, das ist doch klar. IT im größeren Massstab ist immer Chaos oder bürokratisch gehemmt. Das ist ja bei anderen Behörden-Systemen nicht viel anders. Man denke an arbeitsamt.de und dergleichen. Das wirklich Problematische ist, dass eine übliche Verzuögerung immer gleich politisiert wird. Das haben wir im Zusammenhang mit dem Mautsystem gesehen, das haben wir im Zusammenhang mit vielen anderen behördernsystemen gesehen. Hilfe, vor drei Monaten sollte es schon fertig sein...

Folge ist noch mehr Softwareengineering-Overhead, noch mehr Qualitätssicherung, noch mehr Regulierung, was den Karren nur noch weiter in den Dreck zieht.

Bezüglich administrativen Widerstand spielt es sehr wohl eine Rolle, ob die Leiter der entsprechenden einheiten hier blockieren oder voll dahinter stehen.


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