Die Associated Press schreibt in einem Artikel, dass die Besitzer von Internet-Cafés in Nanchang in China gezwungen werden, Red Flag zu verwenden - selbst wenn sie eine gültige Windows-Lizenz vorweisen können.
Der Schritt dürfte keine gute Werbung für Linux sein: Erstens verkauft Red Flag Linux das Produkt zu einem recht hohen Preis. Zweitens stellt sich die Frage, ob dieser Deal lediglich dem Linux-Hersteller die Kassen füllt oder ob die chinesische Regierung gleich eine Hintertür in die Linux-Versionen eingebaut hat.
Es gibt noch eine dritte Möglichkeit: Indem die chinesische Regierung den finanziellen Druck auf die Internet-Cafés erhöht, sind diese womöglich bald gezwungen, ihre Läden dicht zu machen. Da die Regierung auf Blogger und Internetaktivisten ohnehin nicht gut zu sprechen ist, "fördert" sie so ein einheimisches Produkt und stört zugleich die Kommunikation der Regimekritiker.
Zumindest die zweite Frage könnten findige Café-Besitzer mit der entsprechenden Software klären. Eine offizielle Stellungnahme gibt es auch: Fan Hongguan, Sprecher von Red Flag Linux, gibt als Grund für den Einsatz der Software den Umgang mit hohen Userzahlen und den Schutz vor Viren an.



