Linux Mint mit Flatpak und Cinnamon 3.6 aber langfristig ohne KDE-Edition

Linux Mint mit Flatpak und Cinnamon 3.6 aber langfristig ohne KDE-Edition

Vorschau auf Linux Mint 18.3

Tim Schürmann
25.10.2017 Die Linux Mint 18.3 wird die letzte Version mit einer KDE-Edition sein. Im Gegenzug unterstützt die Distribution zukünftig Flatpak-Pakete. Auch eine Linux Mint Debian Edition 3 ist geplant – allerdings erst 2018.

In einem weiteren Blog-Beitrag haben die Entwickler einen Ausblick auf die kommende Version 18.3 gegeben.

Keine KDE-Edition mehr

Demnach soll die Version 18.3 die letzte sein, für die eine Variante mit KDE Plasma Desktop bereitsteht. Wie die Linux-Mint-Entwickler im Blog erklären, würden sie jeden Desktop an ihre Bedürfnisse anpassen. Mit selbstentwickelten Tools wie Xed, Blueberry, Mintlocale oder dem Slick Greeter würde man Features entwickeln, die den anderen drei unterstützten Desktop-Umgebungen zugute kommen würden - allerdings nicht auch Plasma. Aus diesem Grund würde man ab dem nächsten Jahr mit Linux Mint 19 keine KDE-Edition mehr anbieten. Anwender sollen jedoch weiterhin KDE Plasma aus den Repositories nachinstallieren können. Die Linux-Mint-Entwickler danken zudem dem Kubuntu-Team für die tatkräftige Unterstützung in der Vergangenheit.

LMDE3

Die auf Debian basierende Variante von Linux Mint soll im ersten Quartal 2018 in einer neuen Version erscheinen. Die LMDE 3 genannte Version erhält den Codenamen „Cindy“ und verwendet Debian Stretch als Grundlage. Das Linux-Mint-Team pflegt die Debian Edition hauptsächlich als „Fallback-Lösung“, sollte Ubuntu wider erwartend einmal eingestampft werden beziehungsweise vom Markt verschwinden.

Flatpak

Linux Mint 18.3 unterstützt erstmals vollständig das neue Paket-Format Flatpak. Mit ihm sollen Anwender vor allem unkompliziert brandneue Anwendungen auf dem stabilen Software-Unterbau von Linux Mint einsetzen beziehungsweise ausprobieren können.

Die Linux-Mint-Entwickler haben sich gegen das von Canonical für Ubuntu vorgesehene Konkurrenzformat Snap entschieden, da Flatpak wesentlich flexibler sei. Insbesondere können Anwender die Pakete aus einem von ihnen bevorzugten Store beziehungsweise Repository beziehen.

Linux Mint 18.3 holt standardmäßig die Pakete von „Flathub“ und „gnome-apps“. Die Softwareverwaltung (Software Manager) erhält einen eigenen Bereich für die Verwaltung von Flatpak-Paketen. Die zu jeder Anwendung von der Softwareverwaltung präsentierten Informationen sind dabei identisch zu denen der Programme aus den DEB-Paketen. Insbesondere können Anwender die in Flatpak-Paketen ausgelieferten Programme bewerten und kommentieren. In den Einstellungen lassen sich weitere Repositories (von Flatpak Remotes genannt) einbinden beziehungsweise die vorhandenen abschalten.

Allerdings gibt es noch ein paar deutliche Unterschiede: Flatpak-Anwendungen nutzen das Adwaita GTK Theme, sie werden automatisch nach dem Login des Nutzers aktualisiert und sie erscheinen nicht in der Liste mit allen installierten Anwendungen in der Softwareverwaltung.

Cinnamon 3.6

Bereits veröffentlicht haben die Linux-Mint-Entwickler ihre Desktop-Umgebung Cinnamon 3.6, die auch in der entsprechenden Edition von Linux Mint 18.3 zum Einsatz kommen soll.

In der neuen Cinnamon-Version können Anwender die Größe und die Position des On-Screen-Keyboards anpassen. Cinnamon 3.6 unterstützt zudem Gnome Online Accounts. Damit kann der Dateimanager Nemo auf Google Drive und OwnCloud zugreifen. Eingabegeräte kann Cinnamon jetzt über Synaptics und Libinput einbinden, wobei Linux Mint 18.3 Libinput verwenden soll.

Sonstiges

Neben den genannten Neuerungen gibt es noch ein paar weitere kleinere in Linux Mint 18.3. So ist etwa Redshift standardmäßig installiert, das die Farbtemperatur des Bildschirms abhängig von der Tageszeit reguliert. Dies soll insbesondere in den Nachtstunden die Augen weniger anstrengen.

Des Weiteren bietet der Texteditor Xed jetzt eine sogenannte Minimap: Am rechten Rand erscheint in einer Leiste der komplette Text in einer Miniaturansicht, was wiederum die Navigation erleichtern soll.

Abschließend berücksichtigt der PDF-Reader Xreader die aktuell eingestellten DPI des Monitors. Auf diese Weise ist ein DINA4-Blatt auf dem Bildschirm in der Zoomstufe von 100% exakt so groß, wie ein echtes Blatt Papier.

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