Linux-Migration in Solothurn: Bader verlässt seinen Posten

Linux-Migration in Solothurn: Bader verlässt seinen Posten

Getrennte Wege

Marcel Hilzinger
18.06.2010 Der für die Linux- und IT-Strategie des Kantons Solothurn verantwortliche Chef Kurt Bader verlässt zum Ende des Monats seinen Posten. Der Weggang erfolge "in gegenseitigem Einvernehmen".

Trotz Baders Einsatz für freie Software sollte die Gerichtsverwaltung auf neue Windows-Systeme aufgerüstet werden. Diese Entscheidung wollte Bader nicht gutheißen. Das Finanzdepartement hat ihn deshalb zum Ende des Juni freigestellt.

Bader war als Linux-Hardliner bekannt und wesentlich für die Umstellung der kompletten Server- und Desktop-Infrastruktur auf Linux verantwortlich. Sein kompromissloses Vorgehen und das neue Betriebssystem stießen bei den Angestellten nicht immer auf Gegenliebe. Bader betonte aber stets, dass die Migration die versprochene Kosteneinsparung erbringe und sich sämtliche Probleme lösen ließen. Wie das Oltener Tagblatt nun meldet, hat sich der Chef des Finanzdepartements, Christian Wanner, von Kurt Bader getrennt. Generell wolle die Verwaltung an der Linux-Strategie festhalten, heißt es sinngemäß, aber nicht um jeden Preis.

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Kommentare
Oltner Tagblatt
Heinz Müller (unangemeldet), Dienstag, 19. Oktober 2010 17:53:25
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Die Zeitung heisst Oltner Tagblatt nicht Oltener Tagblatt. Dann klappts auch.


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Arbeiten wie die Schildbürger
Geri Müller (unangemeldet), Sonntag, 20. Juni 2010 18:59:02
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Der Chef IT Bader Kurt wurde einfach untragbar und es ist verständlich, wenn solch ein Mann in die Wüste geschickt wird. In den 10 Jahren hat er nichts, aber auch gar nichts zu Stande gebracht. Die Kantonsangestellten waren mit MS Office97 immer noch besser dran als mit dem Open-Scheiss. Das sagt wohl alles.


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musste so kommen...
ckpinguin (unangemeldet), Sonntag, 20. Juni 2010 03:14:48
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Das hat sich abgezeichnet...er hat sich (damals) einfach übernommen. Viele glaubten früher, die Migration komplett auf Linux (also Workstations, nicht nur Server) sei kein Problem. Dabei ist heute allgemein bekannt, dass selbst kleine FIrmen / Verwaltungen (bei uns arbeiten knapp 1000 Leute) UNMENGEN an undokumentierten, unwartbaren geschweige denn migrierbaren Mini-Spezial-Applikationen oder Excel-Applikationen haben. Das kann niemand alleine oder mit nur einem kleinen Team schaffen. Da muss man Schritt für Schritt vorgehen (siehe München) oder das Feld der Workstations den Lizenzwerfern überlassen (man kann sie ja immerhin virtualisieren). Heute glaubt kaum jemand mehr an sehr grosse Kosteneinsparungen mit Linux statt Windows auf dem Desktop. Und ehrlich gesagt, will ich nicht auch noch Workstations administrieren müssen ;-) Viel schlimmer ist heute, dass Windows so stark auf den Servermarkt drängt mit diesem unmöglich zu administrierenden Müll (versucht dort mal eben schnell eine Automatisierung zu schalten ohne Nervenzusammenbruch und Augenkrebs/Sehnenscheidenentzündung). Ich behaupte mal frech, dass ich mit einem gut aufgesetzten Unix/Linux soviel leisten kann wie mind. 5 durchschnittliche Windowsadmins, die den wöchentlichen Reboot als Krönung der Automatisierung ansehen *flame ende*


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Re: musste so kommen...
Michael (unangemeldet), Sonntag, 20. Juni 2010 23:20:28
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Wir haben nun schon viele Umgebungen auf Linux umgestellt und haben insbesondere bei den Belegschaften von Behörden eine enorme unflexibilität fest gestellt. In privaten Unternehmen ist klar das wenn umgestellt wird jeder Mitarbeiter sich auch um die Umstellung kümmert. Wer da mit nicht klar kommt das der Chef bei der Software einspart kann ja Kündigen.

Tatsache ist doch das die meiste Kritik deshalb entsteht weil auf einmal die private Nutzung der IT erschwert ist.




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Re: musste so kommen...
ckpinguin (unangemeldet), Montag, 21. Juni 2010 12:08:33
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Das kann ich mir auch sehr gut vorstellen, aber in 10 Jahre ohne wirkliche Ergebnisse sind tatsächlich ein Entlassungsgrund, auch für Staatsbedienstete. Wie gesagt, er hat sich vermutlich einfach übernommen, es gibt in der Tat genügend exzellente Dienstleister, die eine Linux-Migration auch im grösseren Rahmen innerhalb von 12-24 Monaten durchziehen können.


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