Linux-Magazin testet Spamfilter

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Ulrich Bantle
06.12.2006

Das Linux-Magazin berichtet in seiner am 07.12. erscheinenden Ausgabe 01/2007 über einen 12-monatigen Praxistest aller aktuellen Spamfilter-Technologien.

Die Redakteure sammelten für den Test in einem aufwändigen Verfahren täglich frischen Spam von eigens eingerichteten E-Mail-Adressen. Über mehrere Monate waren drei grundsätzlich differierende Filteransätze identischem Spam ausgesetzt. Fünf Filtergeräte, zum Beispiel von Symantec und McAfee, zwei externe Filterdienstleister sowie die Webmailer von GMX und Web.de, stellten sich dem Test.

Vor rund einem Jahr hatten die Tester dafür zehn Domains eigens registriert, mit Websites bestückt und stark von anderen Seiten verlinkt. Dann richteten sie mehrere Dutzend E-Mail-Adressen ein und machten sie nur für die Werkzeuge der Spammer sichtbar.

Nach einem halben Jahr empfing jede Mail-Adresse 50 bis 100 frische Spam-Mails täglich und der viermonatige Live-Test startete. Zur Ermittlung der False-Positives-Rate wurden die Mailkonten schließlich noch mit echten E-Mails bombardiert und im abschließenden Lasttest musste jedes System rund 35.000 E-Mails pro Tag bewältigen. Die Universität der Bundeswehr in München hat das Linux-Magazin bei dem aufwändigen Vorhaben personell und materiell unterstützt.

Ergebnis: Selbst die Leistungen der Produkte mit ähnlicher Technologie
variieren enorm, doch ein Allheilmittel gibt es bislang nicht. Die
einigende Klammer: Alle getesteten Filter nutzen Linux als Betriebssystem.
Die getesteten Filter lassen entweder mehr oder weniger Spam-Nachrichten unbehelligt durch oder sie sortieren manch erwünschte E-Mail als Spam ein (False Positives), was in der Praxis noch ärgerlicher ist als die Spam-Mail selbst.

Alle Abwehrstrategien der marktgängigen Antispam-Hersteller können die Müll-Versender vor dem Verbreiten einer Massenmail im Praxisversuch durchtesten. Wird ein Spam-Entwurf im Testlauf gefiltert, optimieren die Spammer diesen so lange, bis die Werbenachricht den Weg zu den meisten Empfängern findet. Da für den Anwender fälschlich als Spam deklarierte Mitteilungen nicht akzeptabel sind, bleibt derzeit nur, sich mit einer gewissen Prozentzahl von Spam im Posteingang abzufinden.

Der Spam-Anteil an allen E-Mails soll laut mehrerer Untersuchungen zurzeit rund 90 Prozent betragen und lässt sich mit einer geeigneten Lösung immerhin auf unter 10 Prozent drücken.

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