Linux-Kongress: Linux-Foundation erklärt OS X zum Luxusknast

Linux-Kongress: Linux-Foundation erklärt OS X zum Luxusknast

Nils Magnus
10.10.2008

Der Direktor bei der Linux Foundation und Linux-SCSI-Entwickler James Bottomley hat den Linux-Kongress 2008 mit einer Keynote eröffnet, in der er Gemeinsamkeiten und Unterschiede der verschiedenen Open-Source-Betriebssysteme untersuchte. Linux erklärte er dabei als die lebhafteste Variante.

Der aus Großbritannien stammende Entwickler sparte nicht mit klaren Worten: In einem kurzen historischen Abriss erklärte er Linux als das Unix-Derivat, auf das nicht zuletzt Hochschulen und private Entwickler außerhalb der vereinigten Staaten gewartet hatten, da sie dort die langwierigen Rechtsstreitigkeiten der 1980er und frühen 1990er Jahre nicht zu befürchten hatten. In einer Reihe von Gerichtsverfahren stritten damals mehrere Parteien darüber, ob und wie sie BSD-Derivate als Open Source nutzen konnten.

Überhaupt schoss sich Bottomley auf BSD ein: Er zitierte den Engineering Director Jordan Hubbard mit den Worten "FreeBSD ist der beliebteste Open-Source-Desktop" -- der Apple-Mitarbeiter meinte natürlich Mac OS X. Bottomley wollte dem zwar nicht widersprechen, verglich die Version jedoch mit einem Luxus-Knast: "Dass Microsoft-Anwender sich wie in einem Gefängnis mit dreckigen Toiletten fühlen", sei offensichtlich. Mac-User würden jedoch nicht einmal mehr die Gitterstäbe sehen, da ihre Zellen mit Plasma-Fernsehern ausgestattet seien. Er betonte, dass Apple sich zwar bei Open Source bediene, aber nur wenig zurückgebe und viele Komponenten nicht veröffentliche.

In diesem Punkt unterscheide sich Linux fundamental von anderen Systemen, erklärte der Entwickler: Während sich viele Projekte über eine Reihe von abstrakten Werten definieren, zählen für Linux in erster Linie die technische Kompetenz der Entwickler und die Reife ihres Codes. Die dahinter stehende Motivation werde weniger beachtet, solange eingereichte Patches aus technischer Sicht vor den Augen der jeweiligen Maintainer bestehen.Diese leichte Zerissenheit der Ziele ("Disparate Value Community"), mache die Linux-Community so stark.

Seinen Beitrag schloss der Brite damit, Vorteile dieses Ansatzes aufzuzählen: Gerade Unternehmen könnten sich sicher sein, dass von ihnen beigetragener Code auch aus vielen verschiedenen Blickwinkeln betrachtet und verbessert wird. Bei vielen Millionen Zeilen Code sei diese Pflege ein sehr wertvoller Beitrag, der etwa Projekten wie Open Solaris fehle.

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