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Linux-Hardware-Projekt kooperiert mit Händler-Vereinigung aus der Schweiz

Linux-Hardware-Projekt kooperiert mit Händler-Vereinigung aus der Schweiz

Anika Kehrer
16.06.2010 Neues von "Linux Users Welcome": Das Linux-Hardware-Projekt hat die neue Schweizer Händler-Vereinigung "Freie Computer" als Partner gewonnen. Diese schweizerische Initiative will ein Label etablieren, das strenge Anforderungen an die verkauften Rechner stellt.

Den Sticker "Freie Computer" soll nur solche Rechner schmücken dürfen, die spätestens zum Zeitpunkt des Endkundenkontakts mit freier Software ausgestattet sind. Linux muss also nicht als OEM-Version installiert sein - der Händler kann die Freie-Computer-Rechner auch selbst bestücken. Ein Dualboot ist zulässig, unzulässig sind anscheinend aber proprietäre Treiber für Standardhardware innerhalb des Linux-Betriebssystems, wie es den Kriterien des Labels zu entnehmen ist. Auch für Garantie- und Supportleistungen baut die Initiative in Zusammenarbeit mit Händlern, Dienstleistern und der Community gerade ein Netzwerk auf.

Zu den recht differenzierten Label-Kriterien gehört weiterhin zum Beispiel, dass das installierte Betriebssystem nicht älter als zwei Jahre sein darf. Wenn proprietäre Software parallel zur quelloffenen installiert ist, muss die freie Software als Standardprogramm eingestellt sein. Wenn zusätzlich zu der geforderten Mindestausstattung (wie Browser, Office) Funktionen wie Fax, VoIP oder Brennsoftware installiert sind, muss dafür zwingend zumindest auch eine quelloffene Alternative installiert sein. Die Labelkriterien und das Logo sind auf der Downloadseite der Inittive in deutsch, französisch und englisch erhältlich. Übrigens soll das Logo nicht so missverstanden werden, dass es nur für Linux gilt: Wer BSD oder andere Betriebssysteme mittels des Qualitätslabels anbieten möchte, ist nach Rücksprache mit dem Verein eingeladen, den Tux auf dem Surfbrett mit einem anderen Maskottchen zu ersetzen.

Bei dem schweizer Verein Freie Computer können sich seit Mai 2010 schweizer Händler registrieren, die das Label für ihr Angebot nutzen wollen. Das Label "Freie Computer" hat seit Herbst 2009 einem Abstimmungsprozess durchlaufen und ist Mitte April von den Beteiligten offiziell angenommen worden. Wer genau die Beteiligten sind, lässt die Projektseite bislang leider im Dunkeln. Wer sich jedoch am Samstag, 19. Juni in der Umgebung von Zürich aufhält, kann die Vereinigung Freie Computer selbst unter die Lupe nehmen. Der Verein plant eine Ausstellung, auf der die beteiligten Firmen sich selbst und Auszüge aus ihrem Angebot vorstellen.

Das Projekt Linux Users Welcome macht etwas Ähnliches, allerdings im gesamten deutschsprachigen Raum: Es lädt Händler zu dieser gemäßigten, freiwilligen Selbstverpflichtung bzw. Empfehlung durch Kunden ein.

"Wir sind sehr stolz, den Verein 'Freie Computer' seit heute als unseren Partner zu betrachteten", hat das Projekt Linux Users Welcome am 14. Juni wissen lassen. "Für den Kunden zeigt 'Linux Users Welcome' auch weiterhin an, hier stressfrei Hardware für Linux einkaufen zu können", erklärt Projektinitiator Christian Beuschel den Unterschied zwischen beiden Initiativen: "Tragen die Angebote eines Geschäfts zusätzlich das Logo 'Freie Computer', kann der Kunde fertige Linux-Lösungen und fachlich kompetente Beratung vom Experten erwarten." Bei dem im Frühjahr 2009 geborenen Projekt sind inzwischen übrigens rund 130 Linux-freundliche Hardware-Händler eingetragen.

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