Linux-Client von Second Life erreicht Beta-Phase

Linux-Client von Second Life erreicht Beta-Phase

Tim Schürmann
11.03.2008

Nach über zwei Jahren Entwicklungszeit erschien nun endlich die erste Betaversion des Linux Clients für die virtuelle Welt Second Life. Sie bringt zahlreiche Fehlerkorrekturen und Verbesserungen in der Performanz mit. Laut Hersteller Linden Labs können die "Linux-Nutzer die gleichen Fähigkeiten wie Windows- und Mac-Benutzer genießen".

Zu den wichtigsten Neuerungen zählt die 3D-Sprachunterstützung, die den Sound räumlich abbildet. Darüber hinaus spielt der neue Client alle im Spiel auftauchenden Medieninhalte über Gstreamer ab - vorausgesetzt der unterstützt das entsprechende Format.

Der Entwickler Linden Labs bittet die Benutzer den "Linux Viewer" ausgiebig zu testen und die dabei gewonnenen Erfahrungen und Meinungen im entsprechenden Forum zu posten.

Im Gegensatz zu Windows- und Mac-Usern mussten Linux-Spieler bislang mit einer Alphaversion vorlieb nehmen. Diese sollte nach Angaben vieler Benutzer allerdings wesentlich stabiler und auch ca. 15 Prozent schneller laufen, als ihre beiden Brüder. Als angeblichen Grund für diesen Unterschied nennt der Hersteller die unter Linux generell stabileren Implementierungen des OpenGL-Treibers.

Viele Second-Life-Bewohner hatten sich bereits mit der Situation abgefunden und wurden von der Ankündigung einer Betaversion positiv überrascht. Linden Labs dämpfte die Erwartungen der Linux-Benutzer jedoch: So stehe es derzeit noch in den Sternen, wann der Linux Client das jetzt erreichte Betastadium verlässt.

Second Life ist eine Mischung aus Online-Spiel und virtueller Welt, in der man mit anderen Menschen kommunizieren, Handel betreiben oder virtuelle Gegenstände erschaffen kann. Die eigene Person repräsentiert in der Parallelwelt ein so genannter Avatar, dessen Aussehen der Spieler bis ins kleinste Detail selbst bestimmen darf. Second Life wurde besonders durch sein Wirtschaftssystem bekannt. So ist es möglich, die in der virtuellen Welt verdienten "Linden Dollar" in reales Geld einzutauschen. Umgekehrt kosten besondere Gegenstände echtes Geld.

Den Zutritt zur virtuellen Welt verschafft ein Client-Programm (auch Viewer genannte). Neben der Anmeldung an der virtuellen Welt bringt er einen Baukasten für das Alter Ego mit, sorgt für die Bewegung der Figur in der Welt und deren mehr oder weniger hübsche grafische Aufbereitung. Der Quellcode der Clients wurde unter der GPL v2 freigegeben. Mittlerweile basiert ein Teil der virtuellen Online-Welt zudem auf der offenen .Net-Implementierung Mono.

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