MigMak: München bekommt Groupware

Landeshauptstadt schreibt Groupware-System aus

Landeshauptstadt schreibt Groupware-System aus

Markus Feilner
25.01.2013
Die Mitarbeiter des Münchner Limux-Projektes haben die etwas besonderen Abkürzungen und Akronyme der Linux-Welt wohl bereits weitgehend verinnerlicht: Nach Limux und Wollmux kommt jetzt MigMak - das Groupwareprojekt. Bis Mitte Februar sollen Anbieter, die eine ganze Latte von Anforderungen erfüllen, ihre Angebote einreichen, ab Ende 2014 soll die Groupware laufen.

Insider wussten es seit einigen Jahren, doch erst seit wenigen Tagen ist es offiziell: Die Stadt München wird nach der erfolgreichen Migration von 15.000 Desktop-Arbeitsplätzen (Projekt Limux) und der kompletten Neuorganisation der öffentlichen IT (zum Beispiel mit Hilfe des Formatvorlagensystems Wollmux) auch ein Groupwaresystem für die gemeinsame Planung von Terminen, das Organisieren von Mailinglisten und die Ressourcen- und Kontakt-Verwaltung bekommen.

Mux, das Maskottchen des Limux-Projektes.

"Dieses Projekt wird im Folgenden mit der Abkürzung „MigMaK“ (Migration Mail- und Kalender-System) bezeichnet. Die Durchführung der Systemimplementierung ist von Ende 2013 bis Ende 2014 (Dauer: 1 Jahr) geplant", schreiben die Verantwortlichen der  Landeshauptstadt München (LHM).

Stark eingeschränkt: Welche Kandidaten kommen in Frage?

Die Ausschreibung findet sich in allen Details hier, wobei folgende Anforderungen besonderes Augenmerk verdienen und wohl nur mehr wenige Kandidaten dafür in Frage kommen lassen:

* Alle Funktionen, die über das gewünschte Maß (Mail, Mailinglisten, Kalender, Ressourcenverwaltung, Aufgaben und Kontakte"") hinausgehen, müssen vom Anbieter dauerhaft und sicher deaktiviert sein.

* Die Groupware soll ab Ende 2014 einsatzbereit sein und wird auf den Servern und den Betriebssystemen der LHM laufen und von deren Mitarbeitern gepflegt (1st Level Support)

* Die Groupware muss Windows-, Linux- und Web-Clients unterstützen und sich vollständig in die bestehenden Systeme der LHM integrieren lassen, zum Beispiel den LDAP-Verzeichnisdienst.

* Bewerber (auch Bietergemeinschaften sind möglich) müssen nachweisen, dass sie in den letzten drei Jahren mehr als 10 Millionen Euro Umsatz gemacht haben, davon müssen mindestens 5 Millionen Euro mit Groupware erzielt worden sein.

Auf der Webseite der Ausschreibung finden Interessenten umfangreiche Unterlagen rund um das Prozedere, für den schnellen Einstieg lohnt sich vor allem die Bewertungsmatrix (PDF-Datei hier). Die Vergabe erfolgt in einem 2-zweistufigen Verfahren, Schlusstermin für die formelle Bewerbung im Rahmen eines Bieterwettbewerbs ist der 15.02.2013.

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Kommentare
Limux macher sehr Gründlich
Ulf B., Freitag, 25. Januar 2013 18:48:31
Ein/Ausklappen

Eins muss man den Verantwortlichen im Münchner Limux Projekt ja lassen. Sie arbeiten sehr gründlich und realistisch - anders wie in anderen Großprojekten in Deutschland. Evtl. sollten sich hier ein paar Politiker die Frage stellen - was hier anders gemacht wurde als in anderen Projekten und davon Lernen (in der Industrie nennt man es "Lessons Learned" und wird am ende jedes Projekts oder Projektabschnitts gemacht - zumindest auf den unteren Projektebenen). Eigentlich ein sehr sinnvolles Prozedere.

Gruß
Ulf


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