Kurztest: Ubuntu 11.10 Beta 1 und Unity

Ubuntu 11.10 Beta 1
Ubuntu 11.10 Beta 1

Baustelle

Kristian Kißling
02.09.2011 Noch schrauben die Entwickler recht heftig an Ubuntu 11.10. Wir zeigen, wo man momentan was findet und wo es noch hakt.

Pünktlich zur Beta-Ankündigung haben wir Ubuntu 11.04 aktualisiert und schauen uns nun den aktuellen Stand an. Was nach dem Neustart zunächst auffällt, ist der neue Anmeldemanager LightDM. Optisch ist er besser an Ubuntus Design angepasst, als GDM, unter der Oberfläche soll er zudem schlanker sein. Wer ein Upgrade von Ubuntu 11.04 auf 11.10 vornimmt, wird aktuell noch gefragt, welchen Anmeldemanager er künftig verwenden will.

Auffällige Änderungen nach dem Start finden sich im Launcher. Die Anwendungs- und Dateifilter (Lenses) sind als eigene Icons verschwunden. Tatsächlich erreicht man sie jetzt erst über zwei Mausklicks. Klickt man auf das oberste Icon, überdeckt ein transparentes Bedienelement, das Dash, die Arbeitsfläche. Unten kann man nun zwischen den Anwendungs- und Dateifiltern umschalten.

Das Dash befindet sich noch in der Entwicklung. Klickt man auf Multimedia-Anwendungen und Internet-Anwendungen, passiert einfach nichts. Zudem rücken die Icons auf kleineren Desktops zu weit nach rechts. Eigentlich soll Unity gerade auf sehr kleinen Displays vernünftig laufen, hier handelt es sich also vermutlich um einen Bug. Quicklists, die man durch den Mausklick auf ein Icon im Launcher erreicht, gibt es bisher nicht.

Auch oben rechts im Panel hat sich einiges geändert - nicht unbedingt zum besseren. Will man den Computer neu starten, klickt man auf das Icon oben rechts. Die Neustart-Option erscheint jedoch erst, wenn man Ausschalten wählt, was wenig Sinn ergibt. Auch die Geräte und Druckerverwaltung sitzt nun in dem Menü, Monitore (Dual Head) lassen sich über Anzeigegeräte einrichten. Nicht zuletzt gelangt man über das Menü zu den Systemeinstellungen und wird informiert, falls Updates vorliegen. Das Ganze wirkt noch etwas konfus.

Nautilus sieht nun etwas anders aus: Die neue Leiste rückt die so genannte Brotkrumensteuerung in den Fokus - was recht praktisch ist. Ein Musklick genügt, um in eins der übergeordneten Verzeichnisse zu springen. Durch den Wegfall der Trennlinien und Rahmenelemente wirkt die Oberfläche von Nautilus nun flacher, aber auch aufgeräumter.
Die dunkle Menüleiste findet man auch in Thunderbird wieder, den neuen Standard-E-Mail-Client von Ubuntu. Offenbar ist die Integration jedoch noch nicht abgeschlossen: Im Kommunikationsmenü finden sich noch ein Eintrag zu Evolution. Auch der Kalender, der sich hinter dem Uhrzeit-Indikator verbirgt, ist traditionell mit Evolution verknüpft. Inwieweit die Entwickler das noch lösen, muss man sehen.

Im völlig neuen Look kommt das Software-Center daher. Der ist allerdings gewöhnungsbedürftig, wenn man das alte Software-Center kennt. Für Neulinge bringt diese Ansicht womöglich Vorteile, weil links ein Zugriff auf Kategorien besteht. Dieser Vorteil verschwindet jedoch - mitsamt den Kategorien - sobald man nach einer bestimmten Software sucht. Nicht zuletzt machte das neue Software-Center beim Bedienen noch einen recht trägen Eindruck. Auch die Grafik dürfte noch nicht der letzte Schluss sein - der doppelte Schriftzug irritiert eher.

Im Test gibt es immer mal wieder Warnungen und Fehlerberichte, was aber bei sämtlichen vorherigen Ubuntu-Varianten in dieser Phase auch so war. Der Beta der 11.04 wirkte im Vergleich sogar wesentlich instabiler - noch bleiben ja mehrere Wochen Zeit, um alle aktuellen Bugs zu beheben.

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