Michael Robertson, Gründer und Chairman von Linspire [1], ist ein findiger Mann, wenn es um das Marketing für sein Betriebssystem geht. Vor allem seine Angriffe gegen Microsoft und deren proprietären Produkte haben reichlich Publicity gebracht. Nun muss sich Linspire selbst den Vorwurf gefallen lassen, beim Download von Debian-Programmpaketen über die proprietäre Click’n-Run-Software Digital Rights Management einzusetzen, um eine Installation auf anderen Systemen zu verhindern.
Auf der Webseite von Squiggleos – dem Anbieter einer Distribution, die auf den frei zugänglichen Quellen von Linspire beruht – prangert ein Artikel dieses Verhalten an und ruft zum Widerstand auf. Fest stehe, so der Verfasser des Artikels, dass der überwiegende Teil der von Linspire verschlüsselten Pakete unter der GPL stehe, mit den bekannten Freiheiten dieser Lizenz: Copy, modify, distribute.
Linspire fehle damit die rechtliche Handhabe, Benutzer daran zu hindern, die Pakete zu kopieren, zu verändern und zu verteilen und wer diese Auffassung zu freier Software und ihrer Verwendung teile, möge sich doch umgehend per Mail bei Linspire beschweren, fordert der Verfasser des Artikels [2].
Die verschlüsselten Debian-Pakete mit der Endung „.cnr“, die Linspire anbietet, funktionieren laut Squiggleos nur mit dem CRN-Installer, der die unselige Neigung verspüre, sich übers Internet von der Rechtmäßigkeit der Installation zu überzeugen. Squiggleos will nebenbei einen Weg gefunden haben, wie sich die Debian-Pakete zur freien Verwendung entschlüsseln lassen.
[1] http://www.linspire.com
[2] http://www.squiggleos.org/nodrmpleaselinspire.php





So wenig ich das Marketing Getue bis auf Ausnahmen mochte, aber ich denke nicht, daß die Binärpakete unter das Prinzip free to copy, distribute, modify fallen. Der Source-Code ja, aber das binary??? Klärt mich auf.
BEnjamin
In die GPL zu schauen schaffst Du aber noch selbst?
| 3. You may copy and distribute the Program (or a work based on it,
|under Section 2) in object code or executable form under the terms of
|Sections 1 and 2 above provided that you also do one of the following:
Schaffe ich, Danke der “freundlichen” Nachfrage. Und eben darum kann ich nichts entdecken, wieso ein DRM Mechanismus in einer GPL Binary irgendwelchen Grundsätzen darin widersprechen soll, solange der Source-Code mitveröffentlicht wird. Jeder kann das pseudo DRM-deb nehmen, verändern und weiterverteilen. Das mag kein feiner Zug sein auf diese Art und Weise eine Binärinkompatibilität herzustellen, aber gegen die GPL verstößt das solange nicht, solange die Quellen zu dem Mechanismus offen liegen, oder auf Nachfrage in maschinenlesbarer Form erhältllich sind. a) Accompany it with the complete corresponding machine-readable source code, which must be distributed under the terms of Sections 1 and 2… Mehr »
>Und eben darum kann ich nichts entdecken, wieso ein DRM Mechanismus in einer GPL
>Binary irgendwelchen Grundsätzen darin widersprechen soll, solange der
>Source-Code mitveröffentlicht wird.
Richtig. Deine Frage oben war aber eine andere:
“…ich denke nicht, daß die Binärpakete unter das Prinzip free to copy, distribute, modify fallen. Der Source-Code ja, aber das binary???”
Und das hätte Dir ein Blick in die GPL beantworten können. Ich habe das für Dich getan und den entsprechenden Absatz zitiert.
Und das hätte Dir ein Blick in die GPL beantworten können.
Eine andere Schallplatte hast du nicht?
| 3. You may copy and distribute the Program (or a work based on it,
|under Section 2) in object code or executable form under the terms of
|Sections 1 and 2 above provided that you also do one of the following:
Erstens kann man auch die Linspire-Binaries kopieren und weiterverbreiten, nur nicht sinnvoll nutzen. :)
Zweitens kann man das Zitat nun wirklich auch anders verstehen als du. Die Weitergabe des “Programms” ist über den Sourcecode ja erfolgt. Wenn du willst, darfst du laut GPL daraus ein Binary machen und es weiterverbreiten. Und Mr. Robertson wird dich daran nicht hindern.
Genau!
Dieses Problem wird erst von GPLv3 adressiert. Die GPLv2 verlangt lediglich, dass man den Sourcecode mit veröffentlichen muss. Linspire sollte also auch Quellpakete anbieten oder die die Quellcodes hostenden Projekte mit Trafficzahlungen unterstützen.
(Mal ganz abgesehen davon, dass noch andere Gründe gegen den Einsatz von Linspire sprechen)
Jan