Gib Symlinks keine Chance

Kernel 3.6 behebt alte Sicherheitsschwäche

Kernel 3.6 behebt alte Sicherheitsschwäche

Mathias Huber
02.10.2012
Der kommende Kernel 3.6 beschränkt das Anlegen von harten und symbolischen Links und behebt damit eine ganze Klasse von Sicherheitslücken.

Diese Schwächen treten auf, wenn ein normaler Anwender einen symbolischen Link auf eine Datei anlegt, die er nicht beschreiben darf. Handelt es sich um eine Systemdatei oder eine temporäre in "/tmp", kann es vorkommen, dass ein Root-Prozess dem Link folgt und die gewünschte Änderung an der Datei für einen Angreifer ausführt. Um das zu verhindern, wird Linux 3.6 solchen Links nicht mehr folgen, wenn sie sich in einem Verzeichnis wie "/tmp" befinden, das für alle Benutzer beschreibbar ist und Berechtigungen per Sticky-Bit vererbt. Daneben muss die UID des Links gleich der des Prozesses sein oder der selbe Benutzer Link und Zieldatei besitzen. Hardlinks darf nur anlegen, wer Eigentümer der Zieldatei ist.

Damit beugt der kommende Kernel Sicherheitsschwächen des Typs Time-of-Check-to-Time-of-Use vor, insbesondere der Symlink-Schwachstelle. Die Diskussion über solche Vorkehrungen habe es bereits im Jahr 1996 gegeben, schreibt der Entwickler Kees Cook in seiner Commit-Nachricht.

Die jetzt für das Linux-VFS gewählte Implementierung stammt von der Distribution Openwall und dem Patchset Grsecurity. Daneben hat der Kernelentwickler Al Viro einige Anregungen gegeben. Distributionen wie Openwall sowie auch Ubuntu oder Chrome OS benutzen bereits länger derartige Link-Beschränkungen. Diese können Probleme mit dem At-Daemon verursachen, die sich aber beheben lassen, wie etwa Ubuntu zeigt.

Ähnliche Artikel

  • ls
    Lassen Sie sich Ihre Dateien doch mal auf der Kommandozeile auflisten! Mit ls behalten Sie dabei den Überblick.
  • Zu Befehl
    Auch wenn sich viele Dinge bequem über grafische Oberflächen wie KDE oder GNOME regeln lassen – wer sein Linux-System richtig ausreizen möchte, kommt um die Kommandozeile nicht herum. Abgesehen davon gibt es auch sonst viele Situationen, wo es gut ist, sich im Befehlszeilen-Dschungel ein wenig auszukennen.
  • Dateien abgleichen mit Rsync
    Mit Rsync synchronisieren Sie Daten – auf dem lokalen Rechner oder über ein Netzwerk auf entfernte Maschinen. Dank guter Zusammenarbeit mit SSH überträgt das Tool die Daten verschlüsselt und arbeitet auch dann noch recht flott, wenn es an Bandbreite mangelt.
  • The Answer Girl
    Dass der Computeralltag auch unter Linux des Öfteren für Überraschungen gut ist, ist eher eine Binsenweisheit: Immer wieder funktionieren Dinge nicht oder nicht so wie eigentlich angenommen. Das Answer-Girl im Linux-Magazin zeigt, wie man mit solchen Problemchen elegant fertig wird.
  • Dupe Guru in Version 3.6.0 verfügbar

    Dupe Guru, eine Open-Source-Anwendung zum Auffinden von Datei-Duplikaten, ist in Version 3.6.0 erhältlich.

Kommentare

Aktuelle Fragen

Empfehlung gesucht Welche Dist als Wirt für VM ?
Roland Fischer, 31.07.2015 20:53, 0 Antworten
Wer kann mir Empfehlungen geben welche Distribution gut geeignet ist als Wirt für eine VM für Win...
Plugins bei OPERA - Linux Mint 17.1
Christoph-J. Walter, 23.07.2015 08:32, 2 Antworten
Beim Versuch Video-Sequenzen an zu schauen kommt die Meldung -Plug-ins und Shockwave abgestürzt-....
Wird Windows 10 update/upgrade mein Grub zerstören ?
daniel s, 22.07.2015 08:31, 5 Antworten
oder rührt Windows den Bootloader nicht an? das ist auch alles was Google mir nicht beantw...
Z FUER Y UND ANDERE EINGABEFEHLER AUF DER TASTATUR
heide marie voigt, 10.07.2015 13:53, 2 Antworten
BISHER konnte ich fehlerfrei schreiben ... nun ist einiges drucheinander geraten ... ich war bei...
PCLinuxOS lässt sich nicht installieren
Arth Lübkemann, 09.07.2015 18:53, 6 Antworten
Hallo Leute, ich versuche seit geraumer Zeit das aktuelle PCLinuxOS KDE per USB Stick zu insta...