Keine Einigung über Standard-Videocodec in HTML 5

Keine Einigung über Standard-Videocodec in HTML 5

Apple hat Angst vor Ogg Theora

Marcel Hilzinger
03.07.2009 Firefox 3.5 und Chrome unterstützen ihn schon: den neuen Video-Tag des HTML-5-Entwurfs. Damit sich der Tag allerdings als Standard etabliert, müssten sich alle Browser-Hersteller über den Codec einig sein.

Die großen Browserhersteller konnten sich nicht auf ein Encoding-Format für den neuen <video>-Tag einigen, wie Ian Hickson auf der W3C-Entwicklerliste schreibt. Die vorgesehene Spezifikation für die entsprechenden Video- beziehungsweise Audio-Codecs bleibt deshalb im aktuellen HTML-5-Entwurf leer.

Hickson fasst den aktuellen Status wie folgt zusammen:

  • Apple weigert sich Ogg Theora in Quicktime zu implementieren und verweisen auf eventuelle Patentansprüche und mangelnden Hardware-Support
  • Google hat H.264 und Ogg Theora in Chrome implementiert, kann aber den H.264-Codec aus Lizenzgründen nicht an eventuelle Distributoren von Chrome weitergeben zudem hält Google Ogg Theora zurzeit als H.264-Ersatz für nicht geeignet.
  • Opera weigert sich aus Patent- und Lizenzgründen H.264 zu implementieren.
  • Mozilla weigert sich, H.264 zu implementieren, da hier ebenfalls Lizenzkosten auf die Distributoren zukommen würden.
  • Microsoft hat sich zum Thema überhaupt nicht geäußert.

Da sich Microsoft an der Diskussion eh nicht beteiligt, wäre deshalb Ogg Theora der ideale Favorit für den kommenden HTML-5-Standard. Apple räumt zwar ein, dass es aktuell keine Patentansprüche auf Ogg Theora gäbe, befürchtet jedoch laut einem Artikel von Infoworld.com, dass Apple verklagt werden würde, falls die Firma den Codec in Quicktime implementiere.

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Kommentare
Patentansprüche bei Verwendung von OGG?
SilenceMessiah (unangemeldet), Freitag, 03. Juli 2009 18:20:53
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Soweit ich weiß sind ogg theora ogg vorbis freie Formate, oder etwa nicht?

Wie kann es denn dann zu Patentansprüchen kommen, wenn Apple die beiden in seinen Quicktime-Player einbaut?



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Re: Patentansprüche bei Verwendung von OGG?
Marcel Hilzinger, Freitag, 03. Juli 2009 18:34:11
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Ja, es sind beides freie Formate., d.h. dir und mir kann eigentlich nichts passieren. Wenn nun aber Apple z.B. Ogg Theora in Quicktime einbaut, dann kann es sein, dass plötzlich Firma XYZ auftaucht und behauptet, auf einen Algorithmus, den Ogg Theora anwendet, ein Patent zu haben.

Das kostet Apple unter Umständen viel Geld, ist aber eben nur eine hypothetische Prognose. Andere "Experten" sagen, Ogg Theora sei ziemlich sicher frei von irgendwelchen Patentansprüchen. Uns Europäer interessiert das Ganze nicht besonders, aber für amerikanische Firmen sind das sehr wichtige Aspekte.


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Re: Patentansprüche bei Verwendung von OGG?
meo (unangemeldet), Samstag, 04. Juli 2009 18:56:33
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aber sollte der Algorithmus nicht unter GPL stehen?


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Re: Patentansprüche bei Verwendung von OGG?
Christian Berg, Sonntag, 05. Juli 2009 11:46:07
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OGG Vorbis ist da sicher sehr Unproblematisch. Es ist seit Jahren am Markt vertreten. iRiver baut seit 5 Jahren MP3 Player mit OGG Vorbis support und hat noch keine Klage abbekommen.

OGG Thora baut jedoch auf einen Fremden - kommerziellen - Codec auf. Siehe http://theora.org/faq/#VP3

Wie gut dieses Patentabkommen jetzt wirklich funktioniert will man bei Apple wohl nicht testen. Ich kann mir auch gut vorstellen das irgend ein Patenttroll in den USA ein General-Patent hat um freie Codecs in Quicktime zu implementieren.

Ich denke das es wohl besser wäre einen MIME Type Tag für <audio> und <video> Objekte einzubauen. Es kommen in den nächsten Jahren sicher noch viel bessere Codecs auf den Markt, da wäre es doch schade HTML5 künstlich zu beschränken.

Der Browser kann ja die unterstützten Videoformate an den Server schicken, so das man dynamisch das passende Format anbieten kann.


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