Kdenlive 0.7.5 erschienen

Kdenlive 0.7.5 erschienen

Schnittig

Tim Schürmann
12.07.2009 Die neue Version des non-linearen Videoschnittprogramms enthält gegenüber seinem Vorgänger viele kleinere, aber äußert nützliche Verbesserungen. Fortgeschrittene Filmer dürfen sich beispielsweise über einen Keyframe Editor freuen.


Über Keyframes lassen sich Effekte Bild-, beziehungsweise Frame-genau steuern und kontrollieren – vorausgesetzt der Effekt unterstützt sie. Mit einem Doppelklick in der Zeitleiste kennzeichnet man einfach eine bestimmte Position innerhalb einer Audio- oder Videospur. Diese erscheint dann zusammen mit allen anderen Schlüsselpositionen in einer Liste im angepassten Einstellungsfenster. Hier kann man nun nicht nur die Werte eines jeden Keyframes manuell bearbeiten, sondern sieht auch wesentlich genauer, wie sich die Einstellungen im Laufe der Zeit verändern.

In der Timeline darf man jetzt die Spuren um verschiedene Zoom-Stufen vertikal vergrößern und verkleinern. Das hilft vor allem bei der Arbeit mit den Gummibandlinien: Aufgrund der festen Spurhöhen in den Vorversionen geriet beispielsweise eine Änderung der Lautstärke noch zur Fummelarbeit. Umgekehrt verschafft man sich mit einer Verkleinerung der Darstellung mehr Übersicht.

Die Vorschaumonitore geben jetzt die Videos auch in beliebiger Geschwindigkeit wieder und fehlendes Quellmaterial bemeckert Kdenlive schon beim Öffnen eines Projekts. Das Schnittprogramm speichert zudem eine Kopie des Projektprofils in Kdenlive-Dokumenten, was den Datenaustausch vereinfacht.

Titel-Clips kann man jetzt auch in eine Vorlage (Template) verwandeln, ihre Anwendung ist allerdings etwas trickreich: Zunächst erstellt man einen normalen Titel, in dem die Zeichenfolge %s auftaucht. Nach dem Speichern des Titels importiert man ihn in sein Projekt über den entsprechenden Menüpunkt Projekt | Vorlagentitel hinzufügen und weist ihm eine Beschreibung (Description) zu. Genau diesen Text ersetzt Kdenlive automatisch gegen das %s. Diese Neuerung spart Zeit, wenn man mehrere Szenen mit dem gleichen Titel, aber unterschiedlichen Texten einleiten möchte. Der verbesserte Titeler verarbeitet nun endlich auch Unicode Zeichen.

Abschließend haben die Entwickler zahlreiche Fehler beseitigt, die Stabilität verbessert und die Erzeugung der Vorschaubilder (Thumbnails) generalüberholt. Insbesondere die in vorherigen Versionen aufgetretenen Probleme mit der Zeitleiste sollen der Vergangenheit angehören.

Kdenlive steht auf der Homepage des Projekts zum Download bereit, besitzt aber zahlreiche Abhängigkeiten. Seit Version 0.7 ist das Videoschnittprogramm zudem auf KDE 4 zugeschnitten (LinuxCommunity berichtete). Zeitgleich mit Kdenlive 0.7.5 wurde auch die neue Version 0.4.4 des unterliegenden MLT Multimedia-Frameworks veröffentlicht.

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