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KDE 4.2 ist fertig

KDE 4.2 ist fertig

Marcel Hilzinger
27.01.2009 Seit das KDE-Projekt vor einem Jahr KDE 4 veröffentlichte, wurde es von vielen Seiten für die frühe 4.0-Version kritisiert. Mit KDE 4.2 wird nun alles gut.

KDE 4.2 hat den Codenamen "The Answer" und eignet sich laut Pressemeldung jetzt offiziell auch für Endanwender (die Version 4.0 war für Entwickler gedacht, 4.1 für versierte Nutzer). Das "Antwort"-Release bringt gegenüber Version 4.0 nicht nur zahlreiche Fehlerkorrekturen mit, sondern verfügt auch über etliche neue Features. Zum Launch von KDE 4.2 hat das Projekt auch die Newsseite dot.kde.org komplett überarbeitet.

Sichtbar besser

An vielen Stellen haben die KDE-Entwickler die Kritikpunkte der Versionen 4.0 und 4.1 aufgenommen und Verbesserungen eingebaut. So zeigt der neue Plasma-Desktop auf Wunsch die traditionelle Symbolansicht mit den Dateien des Verzeichnisses Desktop an. Über ein separates Applet lässt sich aber auch eine Ordneransicht für ein beliebiges Verzeichnis festlegen. Plasma enthält zudem neben den bekannten Applets wie Uhr, Taschenrechner und Notizzettel jetzt auch ein Wetter-Applet und die Widgets lassen sich über den Bildschirmschoner legen, zum Beispiel um jemandem einen Notiz zu hinterlassen.

Auch die Kontrollleiste hat zahlreiche Verbesserungen erfahren: So gruppiert die Fensterleiste jetzt zum gleichen Programm gehörende Fenster und der Systemabschnitt sowie der Desktop-Umschalter zeigen auf Wunsch zwei Reihen untereinander an. System- und Anwendungsmeldungen erscheinen unter KDE 4.2 in einem einheitlichen Design oberhalb des Systemabschnitts. Hier greift KDE 4 einem Feature vor, welches Mark Shuttleworth auch gerne im nächsten Ubuntu hätte.

Neue Applets und einheitliche Systemmeldungen verzieren den KDE-4.2-Desktop

KDE 4 bringt schon seit Version 4.1 eigene Desktop-Effekte mit. Auch hier haben die Entwickler für Version 4.2 nochmals am Code gefeilt und zum Beispiel den Desktop-Cube deutlich eleganter gestaltet. Bei entsprechender Hardware und passendem X-Server-Setup aktiviert KDE 4.2 die Desktop-Effekte automatisch.

Der Dateimanager Dolphin hat gleich mehrere Neuerungen erfahren. Bei externen Speichermedien zeigt er die Ausnutzung des Mediums an, wenn man den Mauszeiger über das Icon hält. Die Größe der Vorschaubilder lässt sich nun über einen Regler rechts unten stufenlos einstellen. Zudem zeigt Dolphin auf Wunsch zu jedem Dateityp als Tooltipp eine Vorschau und detaillierte Informationen an. Dieses Feature muss man allerdings zunächst über die Option Ansichten | Kurzinfos anzeigen im Einstellungsdialog von Dolphin aktivieren.

Die Vorschaubilder in Dolphin lassen sich quasi beliebig skalieren.

KMail & Konqueror

Für Version 4.2 haben die KDE-Entwickler auch die PIM-Suite stark überarbeitet. In KMail gibt es neu verschiedene Ansichtsmodi für die Mail-Übersicht und einen neuen Threading-Mechanismus. Neben den zahlreichen Änderungen an der grafischen Oberfläche fällt auch auf, dass das Mail-Programm deutlich schneller arbeitet. Kontact zeigt eine neue Übersicht an und die Entwickler haben den Drag-&-Drop-Support verbessert.

KMail unterstützt nun Tabs und kann Mails zum Beispiel nach Anhang filtern.

Konqueror hat zahlreiche Verbesserungen durch eine neue WebKit-Version erfahren. Der Such-Dialog erscheint zudem nicht mehr als Dialog über dem Browserfenster, sondern wie bei Firefox oder Safari üblich am unteren Fensterrand.

Unter der Haube

Die semantische Suchmaschine Nepomuk ist nun fester Bestandteil von KDE 4.2, so dass zum Beispiel in Dolphin vorgenommene Bewertungen und Kommentare zu Bildern auch im Bildbetrachter Gwenview korrekt erscheinen. Der Umgekehrte Weg hat in den Tests allerdings nicht funktioniert, auch fehlt nach wie vor eine Suchfunktion für die Bewertungen.

KDE 4.2 bringt beim Kalender und den Kontakten erstmals erweiterten Support für das PIM-Storage-Framework Akonadi mit. Hier gibt es Standardeinträge in den KDE-Systemressourcen für die Kalenderdateien und Kontakte, was zu Problemen führen kann. Es ist aber weiterhin möglich, auch einen klassischen Ical-Kalender oder eine Vcard-Datei für die Kontakte zu benutzen. Da der Akonadi-Server die Daten in einer eingebetteten MySQL-Datenbank speichert, zieht der Start von KDE 4.2 auch eine MySQL-Server-Instanz mit sich. Für den Benutzer laufen diese Vorgänge allerdings komplett im Hintergrund ab. KMail legt seine Daten weiterhin in klassischen Dateien ab.

Das Akonadi-Setup erfordert noch etwas Handarbeit.

Plasma-Widgets lassen sich nun in den Sprachen C++, JavaScript, Python und Ruby programmieren. Entsprechende Tutorials gibt es auf techbase.kde.org, einen Workshop zu Plasma im LinuxUser.

Neben der Linux-Version haben die KDE-Entwickler auch an KDE 4.2 für Windows und Mac OS X gearbeitet. Die Qualität der einzelnen Programme unterscheidet sich hier allerdings stark. Einige arbeiten bereits sehr zuverlässig, andere befinden sich noch in einem frühen Beta-Stadium. In Kürze soll es auch eine Version für OpenSolaris geben.

Download

KDE 4.2 gibt es für zahlreiche Distributionen bereits als Binärpaket. OpenSuse-Nutzer finden die entsprechenden Repositories unter KDE:KDE4:Factory. Nutzer von Fedora 9 und 10 erhalten das Update auf KDE 4.2 automatisch über den Update-Mechanismus, sobald entsprechende Pakete bereitstehen. Auch Kubuntu-Pakete gibt es in Kürze im PPA-Repository kubuntu-experimental.

Hier geht´s zum kompletten Announcement

Hier gibt es einen Überblick über die einzelnen Änderungen

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Kommentare
Anmerkungen zu Akonadi
Kevin Krammer, Samstag, 31. Januar 2009 13:10:58
Ein/Ausklappen

Im der Version 4.2 sollten ansich keine Standardeinträge für Kontakte oder Kalendar erstellt werden, die auf Akonadi verweisen.

Dieses Ziel, bei uns clientseitige Migration genannt, konnten wir leider nicht umsetzen. Es war zwar in den Betas und im Release Candidate noch aktiviert, aber das daraus gewonnene Feedback zeigte, dass es unter Umständen zu Schwierigkeiten führt und besser noch deaktiviert bleibt.

D.h. Akonadi ist derzeit "nur" ein weiterer Mitbenutzer der selben Daten wie sie auch von Applikationen, z.B. Korganizer, benutzt werden, aber diese Applikationen arbeiten nach wie vor direkt damit und nicht über Akonadi.

Der gezeigte Screenshot ist Teil dieser Akonadi Plugin Konfiguration und kommt bei manueller Wahl des Plugins zu Einsatz. Im Falle einer auch clientseitig automatischen Migration wäre das von der Migrator Software erledigt worden.




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