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KDE 4.1 auf der Zielgeraden
KDE 4.1 auf der Zielgeraden

27.05.2008

Im Juli will KDE 4.1 die Ziellinie überschreiten, heute nimmt der Desktop mit der ersten Betaversion (offiziell KDE 4.0.80) eine weitere Hürde auf dem Weg. Die Beta enthält viele sichtbare, aber auch unsichtbare Neuerungen und richtet sich weiterhin vor allem an Tester und Fehlersucher. Als besondere Neuheiten preisen die Entwickler den einfacher konfigurierbaren Desktop, das verbesserte Personal Information Management (PIM) sowie die Portierung und Ergänzung weiterer Anwendungen.

Bling

Der Desktop von KDE 4.1 lässt sich nun mit mehreren Panels betreiben, deren Größe der Anwender selbst bestimmt. Der Anwendungsstarter Kickoff sieht schmucker aus: Über die Schnellstartleiste erwecken Anwender nicht nur ihre Lieblingsprogramme zum Leben, sondern öffnen auch Dokumente und rufen Webseiten auf.

Krunner heißt die Schnellstartleiste von KDE 4.1, sie bringt einige Verbesserungen mit. Beim Umschalten zwischen den Anwendungen mit [Alt] und [Tab] stellt sich dieser nette Composite-Effekt ein. Desktop-Effekte kommen selten ohne wabbelnde Fenster aus. Wem dabei schwummerig wird, der stellt die Funktion einfach ab.

Was fürs Auge sollen auch die KDE-4-eigenen Composite-Effekte bieten, die zum Beispiel schwabbelnde Fenster darstellen, wie man sie von Compiz Fusion kennt. Zudem blättert der KDE-User nun visuell mit [Alt] und [Tab] zwischen Anwendungen hin und her. Die Effekte laufen in KDE 4.1 - laut Pressemitteilung - performanter.

Kontaktbörse

Nicht nur Geschäftsleute dürfte die KDE-4-Portierung der Adressverwaltung Kontact freuen. Das neue PIM-Modell von KDE 4 will mit Hilfe von Akonadi Kontaktdaten zentral ablegen, um so verschiedenen Anwendungen den Zugriff darauf zu erlauben. In diesem Zuge wurden auch die Zeitverwaltung KTimeTracker und das Notizbuch KJots überarbeitet.

Als neue Anwendung debütiert der lang erwartete Multimedia-Abspieler Dragonplayer, ein neues Applet unterstützt den Anwender beim Drucken und KDEs CD-Player taucht im neuen KDE auch auf. Der Webbrowser Konqueror unterstützt neuerdings Browser-Sitzungen, bringt einen Undo-Modus mit und erlaubt flüssigeres Scrollen von Webseiten. Der Dateimanager Dolphin bringt Reiter mit und stellt Verzeichnisbäume besser dar. Nicht zuletzt gibt es neue Inhalte für die Lernprogramme, und mehrere Spiele und Tools finden einander dank Zeroconf leichter im Netzwerk.

Unter der Motorhaube

Zu den unsichtbaren Veränderungen gehört, dass KHTML Ressourcen bereits im Vorfeld und damit schneller lädt. Dank Webkit-Integration kann KDE 4.1 Beta zahlreiche OSX Dashboard Widgets darstellen. Das mit Qt 4.4 eingeführte Feature "Widget on Canvas" macht Plasma stabiler und leichtgewichtiger, das Multimediaframework Phonon erhält Unterstützung in Form von zusätzlichen Backends für GStreamer, DirectShow 9 und QuickTime.

Dragonplayer spielt in KDE 4.1 Multimedia-Inhalte ab, wie den HD-Film "Elephants Dream". Der Konqueror, KDEs Webbrowser, kennt nun Browser-Sessions und verfügt über eine Undo-Funktion. Wissen, wo es lang geht: Marble nutzt die Karten, die im OpenStreetMap-Projekt entstehen.

Auch kommt die Beta von KDE 4.1 besser mit diversen Versionen des NetworkManager klar, der die Konfiguration von WLAN- und Kabel-Netzwerken erleichtert. Dank den integrierten Popup- und Lesezeichen-Spezifikationen von Freedesktop.org versteht sich KDE 4.1 besser mit konkurrierenden Desktops.

Für Opensuse 10,2, 10.3 und Factory stehen bereits Pakete bereit. Kubuntu-Pakete befinden sich in der Vorbereitung, Debian Nutzer finden KDE 4.0.80 im Experimental-Zweig. Wie üblich recht schnell bietet auch KDE4Live eine funktionierende Live-Version der KDE 4.1 Beta an. Die fertige Version von KDE 4.1 soll voraussichtlich am 29. Juli 2008 erscheinen.

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Infos zum Autor

Kristian Kißling

Kristian Kißling

Wenn Kristian Kißling nicht gerade für die LinuxCommunity schreibt, arbeitet er als Redakteur bei der Zeitschrift EasyLinux und als Chefredakteur für den Ubuntu User. Am liebsten beschäftigt er sich mit Multimedia- und Unterhaltungssoftware im weiteren Sinne und mit neuer Open-Source-Software, die überraschende Fähigkeiten zeigt.

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