KDE 4.0.1 mit zahlreichen Bugfixes

KDE 4.0.1 mit zahlreichen Bugfixes

Kristian Kißling
06.02.2008

Seit heute steht auf den Servern des KDE-Projekts KDE 4.0.1 zum Download bereit. Es handelt sich um ein Bugfix-Release, das Fehler der Version 4.0.0 ausbügelt, die Performance des Systems verbessert und im optischen Bereich ein paar neue Features mitbringt. Insgesamt läuft KDE 4.0.1 stabiler als der Vorgänger -- wer KDE4 bereits nutzt, sollte das Update einspielen.

In der Ankündigung des Projekts wird insbesondere auf die Fehlerkorrekturen für Konqueror hingewiesen. Zahlreiche Verbesserungen an seiner HTML-Rendering-Engine KHTML sorgen dafür, dass der KDE-Standard-Browser eine bessere Performance hinlegt und stabiler läuft. Konqueror stürzt zum Beispiel nicht mehr ab, wenn mehrere Tabs geöffnet sind und er auf die JavaScript-Funktion „window.close()“ stößt. Auch KJS, die JavaScript-Engine des Browsers, wartet mit Verbesserungen auf. So wurde für die LibPCRE der Platz auf dem Stack begrenzt, nachdem einige reguläre Ausdrücke diesen zum Überlaufen brachten.

KDE 4.0.1 im Naturzustand mit Dolphin. Das Mülleimer-Widget mit dem neuen Kontextmenü.

Neben Korrekturen an Komponenten, auf die alle KDE-4-Anwendungen zugreifen, konzentrierten sich die KDE-Entwickler vor allem auch auf sichtbare Fehler. KWin, der Fenstermanager von KDE, kommt nun besser mit Composite klar: Fenster werden beim Bewegen vorübergehend transparent. Das Panel lässt sich zwar nicht in der Breite, aber zumindest in der Höhe frei verstellen und kann wahlweise am oberen Bildschirmrand oder an den Seiten abgelegt werden. Allerdings lassen sich Widgets (noch) nicht per Drag'n'Drop auf dem Panel ablegen. Eine neue Funktion "Desktop anzeigen" auf dem Panel bietet den kompletten Desktop ohne Fenster und ohne Kontrollleiste zur Ansicht. Beim Wiederherstellen einer Session landen die zuvor geöffneten Anwendungen jetzt wieder dort, wo sie sich vorher befanden.

Die visuellen Änderungen betreffen auch Plasma, das sich seit KDE 4.0.0 um die Verwaltung der Desktop-Elemente kümmert -- die Plasmoids gehören zu den augenfälligsten Neuerungen von KDE 4. Die Entwickler bieten nun zwei getrennte Buttons zum Drehen und zum Vergrößern der Widgets an. Außerdem ist es möglich, bei Größenänderungen der Plasmoids auf die festen Seitenverhältnisse zu verzichten. Die meisten Widgets verfügen nun auch über ein Kontextmenü, das sich via Rechtsklick erreichen lässt. Icons von GTK-Anwendungen, die es sich üblicherweise im Systembereich bequem machen, stürzen nicht mehr ab.

Auch die Übersetzer waren nicht faul: Für zahlreiche Komponenten liegen nun weitere Übersetzungen vor und das nicht nur für Sprachen wie Tschechisch und Dänisch, sondern auch für das Friesische. Die automatische Rechtschreibprüfung läuft ebenfalls schneller über die Texte.

Ein Fehler, durch den beim Drücken des Shortcuts [Alt+Shift+Tab] das Keyboard einfror, wurde beseitigt. Einige Features des alten KDE scheinen die Nutzer des neuen Desktops überdies besonders zu vermissen. So haben die Entwickler den Autostart-Ordner im KDE-Verzeichnis des Home-Ordners wiederhergestellt und noch andere kleine Änderungen zurückgenommen, die die KDE-Anwender offensichtlich ins Herz geschlossen haben. KMail und Co. fehlen allerdings nach wie vor.

Die Fehlersucher haben sich auch die Spiele und Education-Anwendungen angesehen. Daher läuft das Geografie-Tool Marbel nun wesentlich schneller und bringt zudem eine Satelliten-Ansicht mit. Auch Speicherlecks haben die Entwickler beseitigt. Im virtuellen Planetarium KStars stecken ebenfalls zahlreiche kleine Verbesserungen. Eine nicht ganz vollständige Übersicht von Veränderungen bietet wie immer das Changelog des KDE-Projekts. Wer die neue Version ausprobieren will, kann übrigens einfach das aktualisierte ISO-Image des KDE-4-Live-Projekts nutzen, das auf einem OpenSuse 10.3 basiert. Das gibt es hier in Form eines Torrents. Ein weiteres Bugfix-Release kündigte Sebastian Kügler auch bereits an, es soll voraussichtlich Anfang März erscheinen.

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