KDE Release-Koordinator Stefan Kulow hat die erste Beta der kommenden KDE-Version 3.5 mit Namen “Kanzler” freigegeben. Ob das neue Regierungsoberhaupt indes wirklich KDE verwenden wird, ist trotz des Codenamens, einer klaren Anspielung auf die noch immer ungeklärte K-Frage in Deutschland, ungewiss.
Das KDE-Panel “Kicker” wurde an einigen Stellen grundlegend überarbeitet. So kommen nun immer die neuen, informativen Toolips zum Einsatz. Einzig in Systray ist dies aus technischen Gründen nicht möglich. Zudem vereinfacht Kicker das Einfügen von Applets: Das komplizierte System von Untermenüs ist einem aufgeräumten Dialog gewichen, von dem aus man die Applets sogar per Drag und Drop ins Panel einfügen kann.
Im Zusammenspiel mit dem Hardware Abstraction Layer (HAL) erlaubt die neue Version dem Benutzer, Aktionen für Wechselmedien zu definieren – entweder vorher im Kontrollzentrum oder später, nach dem Einlegen des Mediums.
Der Dateimanager Konqueror verfügt im Dateimodus jetzt durchgängig über Unterstützung für Posix-ACLs. Im Webbrowser-Modus trumpft Konqueror ebenfalls mit zahlreichen Verbesserungen auf: Seiten wie Google Maps, die mit dynamischem Nachladen von Inhalten arbeiten, werden jetzt korrekt unterstützt. Auch den ACID2-Test, den bislang nur wenige Browser korrekt darstellen, besteht die neue Version. Lästiger Werbung treten Benutzer nun mit dem integrierten Werbe-Blocker entgegen. Die Schnellsuch-Leiste im Browser wartetmit mehreren Suchanbietern auf. Zuvor war immer nur ein Suchanbieter möglich.
Auch in Sachen Informationsmanagement hat sich etwas getan: KMail kann nun, entweder vom Nutzer oder durch Systemdienste, in einen Offline-Zustand versetzt werden. Zudem ist es endlich möglich, Mails auf einem Server via Online-IMAP zu filtern. Mailstrukturen übernimmt KMail neuerdings auch aus den Programmen The Bat!, Sylpheed und sogar Lotus Notes. Mailverzeichnisse anderer KMail-Installationen importiert der Benutzerdarüberhinaus nun direkt per Wizard.
Der Instant-Messanger Kopete weitet seine Integration in das KDE-Addressbuch aus und beherrscht nun die neuen Protokolle der IM-Anbieter Yahoo und MSN. Dazu gehört auch die Webcam-Unterstützung des Microsoft-Messengers.
Im Edutainment-Bereich haben sich rasante Entwicklungen ergeben. Das Farbspiel “Blinken”, eine Adaption von “Simon says”, fandEinzug in KDE 3.5. Kanagram ersetzt KMessedWords und eignet sich für Kinder im Vorschulalter, die lernen, Wörter aus Buchstaben zusammenzusetzen. Das Chemieprogramm Kalzium kann nun sogar Nuklide darstellen und zeigt Informationen wie den Alpha- und Betazerfall von Isotopen an.
Auch Barrierefreiheit ist ein Thema in KDE 3.5. Bestehende Funktionalitäten wie Text-to-Speech wurden verbessert und einige Accessibility-verwandte Spezifikationen der FreeStandards-Gruppe implementiert.
Die Entwickler merken in den Releasenotes an, dass “Kanzler” die aktuelle Qt-Version 3.3.5 bislang nicht unterstützt. Inkompatibilitäten mit dem Wartungs-Release verhindern, dass die Beta mit dieser Qt-Version erfolgreich übersetzt werden kann.
Die Entwickler bitten darum, gefundene Bugs umgehend im KDE-Bugtracker zu melden.






