Open Suse

Jos Poortvliet zur Strategie-Diskussion

Jos Poortvliet zur Strategie-Diskussion

Markus Feilner
22.10.2010
Auf der 2. Opensuse Conference in Nürnberg gab Community-Manager Jos Poortvliet einen aktuellen Überblick über die Strategie-Diskussion unter den Projektmitgliedern.

Mit dem Zitat seines Blog-Titels "Strategy sucks!" begann Poortvliet seinen Vortrag, denn unter dieser Überschrift hatte eine der langen Diskussionen im Web ihren Anfang genommen (wir berichteten). Was er vortrage, sei als eine Art Destillat aus mehreren Monaten Diskussion zwischen mitunter tausenden Community-Mitgliedern und den Open-Suse-Verantwortlichen zu verstehen, betonte Poortvliet.

Am Beispiel KDE und Gnome stellte er die typische Problematik dar: Anfänger verwirre bei der Installation die Auswahlmöglichkeit zwischen den Desktopumgebungen, während die Profis darauf nicht verzichten wollen. Solche Probleme gäbe es allerorten, und hier sei in den letzten Monaten immer wieder der Wunsch nach einer einheitlichen Strategie und Vorgehensweise laut geworden. Ähnliche Fragen lauten "Was soll bei einem Update mit Paketen geschehen, die nicht in den Repos vorliegen, aber durch das Update verletzte Dependencies erleiden würden?"

Jos Poortvliet bei seinem Vortrag in Nürnberg.

Poortvliet machte dabei die Meinung des Suse-Boards klar: Eine Strategie dürfe die Anwender keinesfalls einschränken. Eine Strategie solle vielmehr helfen, eine gemeinsame Identität zu schaffen, wie das Henning Vogelsang auch in seiner Keynote "Get your ass up!" geschildert hatte.

Die aktuelle, komplizierte Strategiedebatte sei jetzt an einem Punkt angekommen, wo sich der kleinste gemeinsame Nenner auf rund zehn Zeilen reduzieren lasse. Sinngemäß steht im Entwurf zu lesen: "Wir (Suse) kümmern uns um Anfänger oder fortgeschrittene User, die sich für Computer interessieren und experimentieren, lernen oder einfach nur die Arbeit erledigen wollen. Wir bieten ihnen eine stabile, komfortable Umgebung für ihre Computerbenutzung, die ihre Wahlfreiheit nicht einschränkt, sinnvolle Standardwerte vorschlägt und eine einfache Konfiguration bietet."

Cornelius Schumacher von KDE schlug vor, die Phrase "Anfänger oder fortgeschrittene" ersatzlos zu streichen, was nach kurzer Diskussion unter den Anwesenden viel Zuspruch fand. Auch die weiteren Formulierungen sorgten für rege Diskussionen. Aus dem Publikum kam dazu der Wunsch, die existierenden Anwender stärker zu integrieren. Man solle "potentielle neue Community-Mitglieder nicht außen vor lassen", lautete der Tenor.

Auf großes Interesse traf die jüngste Entscheidung, den Opensuse Build Service (OBS) für andere Distributionen zu öffnen und diese zu animieren, Suses Infrastruktur zu nutzen. Poortvliets Ansage dazu: "Gerade weil wir beschränkte Ressourcen haben, machen wir das offen, so dass sich andere beteiligen können." Zu den Gästen gehöre die Linux Foundation, die OBS für Meego-Builds nutze. Wichtig sei eben der typische Open-Source-Spirit: "Nett, freundlich, aufgeschlossen und immer auf Input von und Austausch mit anderen freien Projekten aus." Geht es nach Poortvliet und dem Suse-Board soll das auch ein Kernbestandteil der Suse-Strategie sein.

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