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Ja, aber was haben sie denn nun wirklich gemacht?
Follow-up: LibreOffice 3.6

Ja, aber was haben sie denn nun wirklich gemacht?

09.08.2012 Neben den Neuerungen, die dem Anwender beim Arbeiten mit der freien Office-Suite zugute kommen, haben die Entwickler unter der Haube am Quellcode geschraubt. Vieles davon bekommt kein Enduser zu Gesicht. Michael Meeks wirft ein paar Schlaglichter in den Maschinenraum des Office-Pakets.

LibreOffice ist ein Biest von Quellcode. Ähnlich wie der Linux-Kernel steckt es voller kleiner und großer Erblasten, die sich über die verschiedenen Versionen angesammelt haben. Immerhin wanderte der Source schon durch viele Hände, angefangen bei den Entwicklern von StarDivision bis zur heutigen Form als Community-Projekt. Aus der Gründungszeit stammen zahlreiche Kommentare im Quellcode in deutscher Sprache. Diese behindern das Arbeiten in einem internationalen Team, das vorwiegend in Englisch kommuniziert. Allerdings tut sich hier einiges: Seit Version 3.3, die noch über 50.000 Kommentare in deutscher Sprache aufwies ist die Zahl mit Version 3.6 auf gut die Hälfte gesunken, wie Michael Meeks iin seinem Blog-Eintrag schreibt.

Er zeigt außerdem in mehreren Grafiken, wie die Entwickler über die letzten Version ungenutzten Programmcode entfernt haben oder wie das Umstellen von einem speziell angepassten Dmake auf GNU Make innerhalb der Module voranschreitet. Letzteres bietet den Vorteil, dass die Entwickler nun mit Standardwerkzeugen arbeiten können und beim Bauen der Binaries gleichzeitig davon profitieren, dass die Prozesse in hohem Maße parallel ablaufen – ein idealer Stresstest also für Maschinen mit vielen CPUs.

Beim Registrieren von Erweiterungen und eigebauten Funktionen greift künftig eine neu geschriebene Methodik, die einen "sehr unappetitlichen Teil" des alten UNO-Kerns ersetzt. Allerdings tritt unter bestimmten Umständen in der Version 3.6 das Phänomen auf, dass diese neue Routine nach einem Upgrade einige eingebaute Methoden nicht erfasst. Beim erneuten Durchlauf werden die Funktionen dann zwar eingebunden, das wirkt sich aber wiederum negativ auf die Rechtschreibkorrektur sowie die Autokorrektur aus. Version 3.6.1, die in zirka drei Wochen erscheint, enthält bereits einen Fix für dieses Problem.

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