Internet Explorer: Der Microsoft-Vorschlag für die EU

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Halb zog sie ihn, halb sank er hin

Britta Wülfing
27.07.2009 Einen "signifikanten Kurswechsel" verspricht Microsoft der Europäischen Kommission und veröffentlicht seinen Vorschlag, wie der Internet Explorer auf Windows7-PCs künftig in Europa ausgeliefert werden soll. Auch zu den GPL-Vorwürfen gibt es Neues.

Die Idee: Auch in Europa sollen Windows7-PCs vollständig mit Internet Explorer ausgeliefert werden, mit einem Unterschied: Beim Hochfahren erhält der PC-Käufer einen Auswahlbildschirm, über den er auf Wunsch einen anderen Browser aus dem Web nachinstallieren kann. Den Vorschlag präsentiert der Microsoft-Anwalt und Senior-Vizepräsident Brad Smith auf der Unternehmenswebseite. Hier will das Unternehmen ausführlich darlegen, wie es den Auflagen der Wettbewerbskommission hinsichtlich Internet Explorer und Interoperabilität nachkommen will. Weil die neue Software ab Oktober europaweit in den Handel kommen soll, versorgt Microsoft seit Juni seine Händler mit einer speziellen Version "Windows 7E". In dieser Variante fehlt der Internet Explorer.

Bei dem ersten Vorschlag signalisierte die EU bereits, dass dies nicht ausreichen dürfte, um dem Urteil genüge zu tun. Smith glaubt, dass dies nun anders sein wird: "Wenn dies nun endgültig akzeptiert wird (...), addressiert unser Vorschlag vollständig die juristischen Fragen des Europäischen Wettbewerbsrechts in Bezug auf die Einbettung des Internet Explorer in Windows." Mit Bezug auf die weiteren Verpflichtungen zur Interoperabilität der Microsoft-Produkte mit Dritt-Software beruft sich der Microsoft-Manager auf eine öffentliche Erklärung des Unternehmens im Februar 2008. Der Jurist macht deutlich, dass der Strategiewechsel der EU-Wettbewerbskommission zu verdanken ist: „Ebenso wie der Vorschlag für den Internet Explorer stellen die Interoperabilitätsmaßnahmen, die wir anbieten, einen signifikanten Kurswechsel für Microsoft dar. Sie basieren auf den Interoperblitätsprinzpien, die Microsoft im Febuar 2008 angekündigt hat, die gleichfalls auf ausfürhlichen Diskussionen mit der Kommission basieren.“

Unterdessen dementiert Sam Ramji, bei Microsoft zuständig für Interoperabilität, dass es Einfluss von außen auf die jüngsten Code-Beiträge gegeben habe. Nachdem Microsoft vorige Woche Code für die Virtualisierung Hyper-V unter die GPL gestellt hatte, berichteten verschiedene Quellen, dass der Veröffentlichung eine Verletzung der GPL vorausgegangen war .Dies bestreitet Ramji in einem Blogeintrag. Einzig die offiziell in der Presseerklärung genannten Gründe wären ausschlaggebend gewesen. Er schreibt: „Microsoft hat die GPLv2 Lizenz zum gegenseitigen Nutzen unserer Kunden, Partner, der Community und Microsoft gewählt.“

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