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Intel und 451 Group: Mehr Speicher dank Linux

10.06.2008

Intel-Chef Otellini und Marktforscher Jay Lyman sind sich einig: Der Hauptgrund für den Einsatz von Linux als Betriebssystem sind die Kosten. Für Mini-Laptops könnte das konkret mehr Leistung für weniger Geld bedeuten.

Jay Lyman ist Analyst bei dem US-amerikanischen Marktforschungsinstitut The 451 Group. Im Blog seines Unternehmens schreibt er: „Unsere Untersuchungen hier bei 451 zeigen immer wieder, dass die Kosten die Hauptmotivation für Freie und Open Source-Software im Unternehmen sind.“ Der Anlass für seine Bewertung ist ein aktuelles Interview des AP-Pressedienstes mit dem Intel-Präsidenten Paul Otellini. Der früher so eng mit Microsoft verbundene Konzern bemüht sich bei der Vermarktung seines neuen Atom-Prozessors verstärkt um den boomenden Markt der Mini-Laptops, und der Intel-Chef sieht die Vorteile hier klar bei Linux. Er sagt: „Vista hat einen größeren Memory-Footprint, größere Anforderungen an die Grafik und einen höheren Preis. Hier geht es um niedrigpreisige EDV.“ Ein Ziel des Unternehmens sei es, die Chips preiswerter und kleiner zu machen, statt immer schneller. Gemeinsam mit einigen Linux-Unternehmen beteiligt sich der Chiphersteller an dem freien Projekt Moblin, und auf der Computex in Taiwan hat Linux-Distributor Canonical eigens für den Intel-Prozessor eine Variante namens Ubuntu Netbook Remix vorgestellt.

Der 451-Analyst sieht das Kostenargument allerdings nicht nur bei den Herstellern: Die Markterfolge der niedrigpreisigen Rechner nennt er als Beleg dafür, dass auch die Anwender preissensibel werden und zählt als Beispiele den Asus Eee-PC, das Everex Cloudbook und den neuen Acer Aspire One auf. Die Linux-Laptop-Modelle von Dell und HP zeigen nach Ansicht von Lyman, dass diese Entwicklung auch in anderen Bereiche Einzug halten könnte. Diese Rechner mit reduzierter Ausstattung werden gezielt für den Einsatz in Unternehmen oder in Bildungseinrichtungen konzipiert und beispielsweise als Thin Clients im Netzwerk eingesetzt. Nach Meinung Lymans könnten dank Virtualisierungstechnologien die Leistungseinschränkungen zudem bedeutungslos werden. Insgesamt sieht er im Wettbewerb zwischen Linux und Windows die bessere Startposition für das freie Betriebssystem: „Sicher werden die Anwender immer noch Windows XP wählen können, und vielleicht bekommen es die Kunden zum gleichen oder günstigeren Preis als das etabliertere Linux“, schreibt er. Jedoch wüssten sowohl Hersteller wie auch Kunden den Vorteil zu schätzen, dass beim Einsatz von Linux mehr Geld in andere Bereiche investiert werden könnte wie beispielsweise in größere Speicher.

Damit unterlaufen sowohl Marktforscher Lyman wie Intel-Manager Otellini die Argumente, die Microsoft aktuell gegenüber Hardware-Herstellern aus dem Hut zieht: In einem Versuch, das hauseigene Betriebssystem zu positionieren, bot das Software-Unternehmen Windows XP zu Kampfpreisen an unter der Bedingung, die Leistung der Rechner müsse begrenzt werden. Die Begründung: Mit den niedrigpreisigen Laptops mache sich der Hersteller den Markt für die teureren Geräte kaputt. Der Intel-Boss sieht keinen Anlass für diese Befürchtung: „Wenn ein höherpreisiges Notebook nicht substantiell besser ist und mehr Nutzen liefert, sollten wir uns schämen“, sagt Otellini.

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