Scheduler-Wettbewerb

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Ingo Molnar meldet sich zum Brain Fuck Scheduler zu Wort

Britta Wülfing
07.09.2009 Der Kernel-Entwickler Ingo Molnar vergleicht in Benchmark-Tests den von ihm geschriebenen Standard-Scheduler CFS mit dem neuen BFS des Australiers Con Kolivas.

Der bei Red Hat angestellte ungarische Entwickler Ingo Molnar hat den aktuell im Linux-Kernel genutzten Completely Fair Scheduler (CFS) programmiert. Vor kurzem lieferte der Australier Con Kolivas nach zwei Jahren Linux-Abstinenz mit dem „Brain Fuck Scheduler“, kurz: BFS, einen Gegenentwurf zum CFS mit der Begründung, das die aktuellen Scheduler die CPU nicht voll auslasten würden. Dies wollte Molnar nicht auf sich sitzen lassen und stellt die beiden Programme in einem eigenen Benchmark-Test gegenüber.

Er stellt die Ergebnisse in einem Posting vor und schickt voraus, dass ihm bewußt sei, dass BFS noch in einem frühen Entwicklungsstadium sei. Den Colivas-Code findet er spannend: „BFS ist ein interessanter und wagemutiger neuer Ansatz, der eine Menge Code aus kernel/sched*.c herauswirft, und das hat meine Neugier und mein Interesse geweckt.“ Weil Kolivas selbst die Obergrenze mit 16 CPUs festgelegt habe, hätte er BFS auf einem Rechner mit Dual Quad Core und Hyperthreading getestet. Das Ergebnis: „Ich kann keine Performance-Vorteile von BFS auf diesem Rechner erkennen.“ Er bescheinigt seinem Wettbewerber in nahezu allen getesteten Teilbereichen schlechtere Leistungen. Zum Kernel-Build heißt es beispielsweise: „Im kbuild-Test zeigt BFS signifikante Schwächen bis zu 16 CPUs. Auf 8 benutzten CPUs (halbe Leistung) ist er um 27,6 Prozent langsamer.“

Der CFS-Entwickler läßt aber auch ein gutes Haar an BFS: „Die generelle Interaktivität von BFS scheint mir gut zu sein – außer im Pipe Test, als es eine signifikate Verzögerung von mehr als einer Minute gab.“ Er meint jedoch, dass dies ein Bug sei, und er würde dies mit einem entsprechenden Fix gern erneut testen und hofft, dass auch andere die Scheduler auf die Probe stellen.

Angebot zur Zusammenarbeit

In seinem Posting beschreibt Molnar die Testumgebung ausführlich, listet die Links zu seinen Tests sowie ausführliche Testergebnisse. Neben der Leidenschaft für Scheduler-Entwicklung sieht er weitere Gemeinsamkeiten mit dem Australier: „Ich möchte auch betonen, dass ich mit deinen grundsätzlichen Zielen übereinstimme, die du in der BFS-Ankündigung beschrieben hast – kleine Desktop-Systeme sind wichtiger als große Systeme.“ Er bietet Kolivas deshalb an, mit ihm zusammen zu arbeiten und schließt seine Mail mit: „Wir werden BFS bei guten Ideen und Code folgen und diese in den Hauptzweig übernehmen.“

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