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IBM Lotus Symphony soll Microsoft Marktanteile abgraben

Falko Benthin
19.09.2007

Circa eine Woche nach IBMs Beitritt zum OpenOffice-Projekt bringt der Konzern ein eigenes, kostenloses Office-Paket heraus. Die Bürosoftware mit dem schönen Namen Lotus Symphony basiert, anders als das Lotus im Namen suggeriert, auf OpenOffice. Das Paket enthält mit einer Textverarbeitung, einer Tabellenkalkulation und einer Präsentations-Software fast alles, was das Herz eines Bürocomputers begehrt.

"Tausende Dokumente bilden die Lebensader vieler Organisationen. Wenn diese Dokumente mit proprietärer Software erstellt wurden, können nur zukünftige Versionen der selben Software weiterhin den Zugriff gewährleisten. Damit sind die Anwender gezwungen, für dieses Produkt auch weiterhin Lizenzgebühren und Abgaben an diesen Hersteller zu zahlen.", so Steve Mills von IBM. Dank Lotus Symphony und ODF müssten Unternehmen künftig keine proprietäre Software mehr verwenden, um auf ihre Texte zuzugreifen. Zudem fördere IBM mit Lotus Symphony die Verwendung von Linux und freier Software.

Mit seinem Beitritt zum OpenOffice-Projekt hat IBM 35 Programmierer für den Office-Bereich abgestellt. Teile von OpenOffice verwendet IBM bereits in Lotus Notes 8. Lotus Symphony Beta 1 für Linux steht bereits zum Download bereit. Der setzt allerdings voraus, dass man sich vorher bei IBM registriert.

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Kommentare
Re: IBM Lotus Symphony soll Microsoft Marktanteile abgraben
GoaSkin , Mittwoch, 19. September 2007 18:31:22
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Typisch IBM. Man hebt etwas auf, was man findet, klebt sein Etikett darauf und stellt sich dar, als hätte man etwas großes vollbracht.
IBM war einmal ein riesiges Unternehmen mit vielfältigem Angebot an Soft- und Hardware gewesen. In den letzten 15 Jahren hatte der Konzern ernorm abgebaut. Im eigenen Software-Angebot wurde viel auf Eis gelegt, wozu neben diversen Betriebssystemen auch z.B. die hauseigene Office-Suite Lotus Office zählten. Eigene Betriebssysteme wurden zu gunsten von Linux eingestellt, wobei das Linux- Engagement des Konzerns dennoch sehr bescheiden ist. Die Plattformunabhängigkeit der Server- Produkte wird durch den Einsatz der Java-Technologie des Konkurenten Sun Microsystems gewährleistet, wobei als Backend für die Server-Produkte wiederrum ein Apache-Webserver dient, der zum IBM HTTP Server umgelabelt ist. Für diese gibt es aber auch Konkurenz aus dem Opensource- Bereich und anderer Konkurenten.

IBM lebt heute nur noch von seinem (anhaltenden) guten Ruf, aber kaum von Innovationen.


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Re: IBM Lotus Symphony soll Microsoft Marktanteile abgraben
arebenti , Donnerstag, 20. September 2007 21:58:13
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Halte ich für eine groteske Fehleinschätzung. Die Produkte, von denen du sprichst sind vom Markt verdrängt, so oder so. Erst vor 2 Wochen kam die Ankündigung IBM's 50 Entwickler in den OpenOffice.org Pool zu investieren. Es spricht sehr viel dafür auf einer bestehenden Basis aufzubauen.

IBM's Businessentscheidungen sind immer sehr strategisch angelegt. Diesmal setzen sie ganz deutlich auf Opendocument und sogar auf die OpenOffice Plattform. IBM kämpft jetzt auch sehr engagiert bei der ISO gegen das Open XML Format, während Novell keine gute Figur macht und andere sich zurückhalten.

Und bitte sehr: die Produkte werden kostenfrei angeboten! Wieso sollte IBM nicht bei Symphony das richtig machen, was IBM schon bei Eclipse verstanden hat.

[1] http://www.nytimes.com/2007...0317337-V/xNRymMehw7TzbuG0x+2g



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Re: IBM Lotus Symphony soll Microsoft Marktanteile abgraben
GoaSkin , Freitag, 21. September 2007 20:59:30
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In den Pressemitteilungen war von 35 die Rede. Aber dennoch: IBM war einmal ein gigantisches Unternehmen, das u.A. die Lotus Smartsuite - ein gänzlich eigenes Office-Programm entwickelt.

Daß ein Unternehmen den Open Office-Code umlabelt und diesen mit ein paar Erweiterungen als kostenpflichtiges Office-Programm anbietet ist für eine kleine Firma verständlich aber doch nicht für so einen Riesen wie IBM?
Auch das Marketing der eigenen Produkte ist momentan nicht wirklich eine Stärke des Unternehmens, sodaß es nicht gesagt sei, daß dieses Produkt der Verbreitung des Linux-Desktops und OpenOffice wirklich einen Push gibt. So hat man z.B. den CELL-Prozessor entwickelt, der bis auf den Einsatz in Spielekonsolen und einer Prestige-Workstation von SONY keine Verwendung findet und einen Applikationsserver für Webanwendungen, wobei IBM selbst aufgrund der mangelhaften Performance auf kleinen Servern empfielt, Tomcat statt Websphere für deren Webanwendungen einzusetzen.

So langsam hat man das Gefühl, daß das was IBM leistet auch ein Unternehmen wie SuSE vor der Übernahme leisten kann - wenn man einmal die Entwicklung der POWER und CELL-Prozessoren außer Acht lässt. Das Einzige, was IBM gut auf Vordermann hält ist Lotus Notes.


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