Hewlett-Packard stellt Tru64-Dateisystem unter GPL

Hewlett-Packard stellt Tru64-Dateisystem unter GPL

Britta Wülfing
25.06.2008

Der Hardware-Hersteller Hewlett-Packard (HP) hat den Quellcode des Dateisystems Advanced File System (AdvFS) für sein Betriebssystem Tru64 Unix OS mit einer Linux-Referenzimplementierung unter der GPL freigegeben.

Mit der Veröffentlichung von Quellcode, Dokumentation und Testumgebungen könnte das Dateisystem schnell Bestandteil des Linux-Kernels werden, so jedenfalls der Wunsch HPs. Die Wurzeln des hauseigenen Unix-Betriebssystems Tru64 reichen bis in die achtziger Jahre zurück, als HP gemeinsam mit IBM, Digital Equipment und anderen Herstellern unter dem Zusammenschluss Open Software Foundation ein 64-Bit-System namens OSF/1 entwickelte. Die letzte Version von OSF wurde im Jahr 1994 veröffentlicht; HP will das hieraus resultierende Tru64 Unix OS mindestens bis 2012 unterstützen. Für die zweite Jahreshälfte 2008 ist die neue Version 5.1B-5 angekündigt. Seit einigen Jahren fährt der Hardware-Hersteller eine mehrgleisige Betriebssystemstrategie, und ist hierbei mit den Linux-Serververkäufen äußerst erfolgreich.

Den Quellcode für Tru64 AdvFS veröffentlicht Hewlett-Packard mitsamt einer Referenzimplementierung für ein Linux-Dateisystem im Unternehmenseinsatz. Der Hersteller verspricht mit AdvFS Verbesserungen bei Betriebszeit, Sicherheit und Leistungsfähigkeit von Dateisystemen unter Linux. Als weitere Besonderheiten des Unix-Filesystems nennt HP einfaches Datei- und Speichermanagement, Systemsicherung im Online-Betrieb und hohe Verfügbarkeit. Der Geschäftsführer der Linux-Foundation, Jim Zemlin, betrachtet den Schritt als förderlich für den Unternehmenseinsatz des freien Betriebssystems: "HPs Beitrag in Form des Code für das Advanced File System in Kombination mit dem Engagement für Linux wird die Entwicklung und kommerzielle Verfügbarkeit von verbesserten Linux-Systemfunktionalitäten schnell voranbringen,“ so Zemlin.

Den Quellcode, Dokumentation und Testumgebungen für AdvFS stellt HP auf dem Portal Sourceforge unter der GPL v2 zur Verfügung.

Ähnliche Artikel

  • Smartphonebetriebssystem von Palm

    Das seit der Übernahme der entsprechenden Palm-Anteile und dem strategischen Wirrwarr bei Hewlett-Packard im Portfolio des IT-Giganten dümpelnde Smartphonebetriebssystem WebOS wird nun Open Source.
  • Disaster Recovery mit REAR

    Relax and Recover (REAR), eine Open-Source-Lösung für Disaster Recovery, ist in Version 1.11.0 mit zahlreichen Verbesserungen verfügbar.
  • Aus für HPs WebOS-Geräte

    Im Frühjahr 2010 hatte Hewlett-Packard für Palm und dessen auf Linux basierendes WebOS noch rund 1,2 Milliarden US-Dollar gezahlt. Nun verkündet der Konzern, keine weiteren Geräte mit WebOS anbieten zu wollen.
  • Neue Server für Kernel.org

    Kernel.org hat zwei neue und zwei erneuerte Server in Betrieb genommen, die von Google und HP gesponsert wurden.
  • Martin Michlmayr ist neuer Debian-Auditor

    Der ehemalige Debian-Projektleiter Martin Michlmayr verstärkt den Niederländer Luk Claes bei bei der Verwaltung von Debians Finanzen und Hardware.

Kommentare

Aktuelle Fragen

MS LifeCam HD-5000 an Debian
Kay Michael, 13.04.2016 22:55, 0 Antworten
Hallo, ich versuche die oben erwähnte Cam an einem Thin Client mit Debian zu betreiben. Linux...
Import von Evolution nach KMail erzeugt nur leere Ordner
Klaus-Christian Falkner, 06.04.2016 12:57, 2 Antworten
Hallo, da ich vor einiger Zeit von Ubuntu auf Kubuntu umgestiegen bin, würde ich gerne meine E...
Sophos lässt sich nicht unter Lubuntu installieren
Chrstina Turm, 30.03.2016 20:56, 3 Antworten
Hi Leute, habe mir vor paar Tagen auf ein Notebook, das ohne Linux ausgedient hätte, Linux dr...
Novell Client auf Raspbian
Chris Baum, 16.03.2016 15:13, 3 Antworten
Hallo Community, ich hätte eine Frage, und zwar geht es um folgendes: Ich möchte eine Datei...
Pantheon konfigurieren (eOS)
John Smith, 16.03.2016 13:50, 0 Antworten
Hallo ins Forum, ich bin neu in der Linuxwelt und fühle mich bereits sehr wohl. Mein neues Sys...