Heftige Kritik an Plänen für Gtk+ 3 und Gnome 3

Heftige Kritik an Plänen für Gtk+ 3 und Gnome 3

Jan Rähm
17.07.2008

Erst wurden Pläne für Gtk+ 3 für unnötig erachtet - die Entwickler selbst befanden die 2er Version als ausgereift genug - jetzt spielen einige Entwickler doch mit der Idee, Gtk+ 3 zu entwickeln. Nun schaltet sich der Gnome-Gründer Miguel de Icaza in seinem Blog ein und übt heftige Kritik. Er bezweifelt, dass die Arbeit am neuen Major-Release von Erfolg gekrönt sein werde, wenn man die Strategie nicht noch einmal überdenkt.

Nur wenige Tage nachdem Gtk+-Entwickler Kristian Rietveld auf der Gnome-Entwicklerkonferenz Guadec Pläne für eine 3.0er-Version des GUI-Toolkits und der Desktop-Umgebung präsentiert hat, befürchtet de Icaza ein Desaster. Er sagt: Die Pläne gehen an den Anwendern vorbei und stoßen unabhängige Software-Entwickler vor den Kopf. Ihm fehlen eine klare Struktur und klar definierte Beschreibungen der neuen Features. Sie nur zu erwähnen, ohne sie genau zu beschreiben, hält er für unzureichend.

Weiterhin kritisiert der Gnome-Erfinder und Vater von Mono die Pläne zur Neuentwicklung der API. Er befürchtet, dass sich die Schnittstellen mehrfach ändern werden, da bisher keine Referenz-Implementierung geplant sei geschweige denn vorliege. Ohne die jedoch sei nicht gesichert, dass alle Änderungen mit Anwendungen kompatibel sind und spätere Releases würden jedes Mal mit abgewandelter API erscheinen.

De Icaza ist jedoch nicht grundsätzlich gegen die Pläne. Er fordert eine klare Roadmap, funktionalen Code der Technologien und vor allem eine Diskussion über die Schnittstellen in der Entwicklergemeinschaft. Zudem müsse eine 2.x-er Release erfolgen, die Entwicklern und Distributoren genug Zeit gibt, um alle Änderungen ein- und umzuarbeiten.

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Kommentare
befürchtet de Icaza ein Desaster. ich auch
Frustrierter KDE4 User (unangemeldet), Dienstag, 17. März 2009 21:26:11
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Also sehen wir uns mal den letzten großen sprung bei den unix desktops an. OMG mir schwant übles. Nix geht so wie es soll. Und kde4.2 stürtzt immer wieder ab. ok kein beinbruch wenn kde4.3 raus kommt heist es sicher wieder es war doch nur eine beta und ales wird gut nicht kritisieren. NEE bitte last doch das bisherige Entwicklungskonzept so wie es ist und schreibt nicht ständig die ganze Software neu bitte. Das wird nur zu eins führen das man nicht weiter kommt wehrend andere auf den Vorgänger Versionen aufbauen und weiter Funktionen einbauen können wird dann bei uns Linuxuser wieder mal die software neu geschrieben und allte funktionen mühevoll reimplementiert.


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Re: befürchtet de Icaza ein Desaster. ich auch
Sir Aswin (unangemeldet), Freitag, 31. Juli 2009 10:57:09
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Ok. Ich bin ein liebhaber der klassischen GUI von Linux, sei Kde3x oder die Gnome Version 2.20. Seit die Entwickler entschlossen haben neue Entwicklungskonzepte zu entwickeln und diese mit "Zwang und Drang" in die große weite Welt herauswerfen kommen Fehler über Fehler auf. Naja und am Ende werden doch große GUI'S dadurch untergehen. Mein Motto heist hier : Nehmt das alte und macht da was raus als dieser ständiger Versuch das Rad neu zu erfinden. Das führt zu nichts außer zu dem Besagten "Tod" der GUI. Und die wichtigste Frage : Wo bleibt bei den da die Liebe wie zu den Anfängen ?


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Re: Heftige Kritik an Plänen für Gtk+ 3 und Gnome 3
Benjamin Quest, Donnerstag, 17. Juli 2008 23:03:17
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Ich finde es ja reichlich übertrieben eine sehr motivierte Gtk+ 3 "Absichtserklärung" so mit Kritik zu überziehen. Wird doch explizit gesagt, daß man das genaue Framework noch auszuarbeiten hat und den alten Code aber anhand von einigen wenigen Zielvorgaben schonmal anfangen kann "auszumisten".

Ich glaube nicht, daß man mit inkrementellen Änderungen bis ans Ende der Tage (Gnome 2.128.1) wirklich innovativ sein kann. In der Evolution läuft es nicht anders, da gibt es neben inkrementellen Änderungen auch immer größere Sprünge.

Gnome 3.0, lass bald mal was von Dir sehen ...


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