Haiku jetzt mit regelmäßigen Statusmeldungen

Haiku jetzt mit regelmäßigen Statusmeldungen

Tim Schürmann
27.03.2008

Das Haiku-Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, die letzte Version des eingestellten BeOS Betriebssystems nachzubauen. Im Fokus steht dabei insbesondere die Binärkompatibilität: Alle Programme von BeOS sollen unter dem neuen Open-Source-Betriebssystem ohne weitere Modifikationen funktionieren.
Obwohl das Projekt bereits 2001 aus der Taufe gehoben wurde, arbeiten die Entwickler immer noch am ersten Alpha-Release "Milestone R1/alpha1". Entwickler Niels Sascha Reedijk hat nun damit begonnen, regelmäßig den aktuellen Fortschritt in einer Art Blog zu kommentieren.
Unter der aktuellen Entwicklerversion funktioniert immerhin schon die 2D-beschleunigte grafische Oberfläche, in der einige einfache BeOS-Programme starten. Hierzu zählen unter anderem die Browser Opera und Firefox, die Spiele Quake II und III sowie der VLC-Media-Player.

Haiku: Ein Open-Source-Betriebssystem in den Kinderschuhen.

Die derzeitigen Ergebnisse des Haiku-Projektes gibt es nur als Festplattenimages für den Betrieb in Virtualisierungslösungen wie Qemu oder VMware. Die Erstellung einer Boot-CD gehört zu einem der nächsten Meilensteine auf dem Weg zur Alpha-Version.
Anders als das Projekt zeVenOS (ehemals Zebuntu, LinuxCommunity berichtete) setzt Haiku nicht einfach nur eine Emulationsschicht auf ein bestehendes Linux-System, sondern implementiert den kompletten Kernel von BeOS neu. Dies erklärt unter anderem die lange Entwicklungszeit, obwohl der Betriebssystemkern auf den Ergebnissen des NewOS-Projektes basiert.
BeOS wurde Mitte der 90er Jahre von der Firma Be Incorporated als Desktop-Betriebssystem entwickelt. Es unterstützte schon früh Mehrprozessorsysteme und brachte mit BeFS ein 64-Bit-Journaling Dateisystem mit. Trotz seiner guten Eckdaten konnte es nie richtig Fuß auf dem Markt fassen. Die letzte Version 5 des später als "Multimedia Betriebssystem" beworbenen BeOS 5 erschien im Jahre 2000. Nur ein Jahr später stand Be, Inc. vor der Insolvenz. Auf dem deutschen Markt erschien unter dem Namen Zeta kurzzeitig noch einmal eine leichte Weiterentwicklung von BeOS.

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