HD-Verschlüsselung hinfällig

HDCP Master-Key geleakt

HDCP Master-Key geleakt

Daniel Kottmair
14.09.2010 Die strengen Kopierschutzmaßnahmen im HD-Zeitalter und die damit verbundenen Einschränkungen (DRM) nerven primär die legalen Kunden. Das könnte nun teilweise vorbei sein, denn Intels HDCP-Verschüsselung ist dank eines angeblich geleakten Master-Keys komplett geknackt.

HDCP (High-Bandwidth Digital Content Protection) ist die auf HDMI-Kabeln verwendete Content-Verschlüsselung, die verhindern soll, dass jemand das digitale Videosignal am Videoausgang abgreift und abspieichert. Das erlaubt der Medienindustrie die volle Kontrolle über die Endgeräte, das heisst Konsumenten mit nicht-HDCP-fähigen Geräten wie Surround-Receivern, frühe Flachbildschirmen, DVI-Monitoren oder Projektoren schauen (schon heute oder in wenigen Jahren) buchstäblich (wieder) in die Röhre, denn der teure Flachbildschirm wird nutzlos. Nur zertifizierte Endgeräte mit eigenem Schlüssel werden akzeptiert, und da Keys nachträglich zurückgezogen werden können (Revocation List), was zurfolge hat, dass sämtliche Endgeräte, die diesen Geräte-Key verwenden unbrauchbar werden, ist bisher noch kein Key an die Öffentlichkeit gelangt.

Dafür gibt es nun, wie Engadget berichtet, etwas viel besseres: Den angeblichen HDCP Master Key, den ein Unbekannter auf Pastebin.com veröffentlicht und über Twitter verbreitet hat. Mit dem Master Key wäre es möglich, dass man sich selbst beliebige eigene gültige Schlüssel generiert, die somit unmöglich zu sperren sind.

Die Echtheit des angeblichen Master-Keys ist bisher noch nicht bestätigt, auch dass dieser geleakt wurde muss nicht notwendigerweise sein: Wie Scott Crosby, Ian Goldberg, Robert Johnson, Dawn Song, und David Wagner in ihrem Paper zur Analyse von HDCP feststellen, wäre auch eine Rekonstruktion des Master-Keys aus mindestens 39 Endgeräten mit eigenen Schlüsseln möglich.

Den auf AACS basierenden Kopierschutz von Blurays betrifft das zwar nicht direkt, aber ein Glied der bislang vollständig verschlüsselten HD-Kette wäre damit komplett ausgehebelt. Was durch das Entfernen der HDCP-Verschlüsselung möglich wäre sind beispielsweise digitale Videorekorder, die das digitale Bildsignal direkt in voller HD-Auflösung ohne das von der Industrie vorgesehene Herunterskalieren in SD-Auflösung aufzeichnen können, auch Framegrabber für Screenshots (z.B. PS3 oder Xbox 360) sollten nun problemlos möglich sein. Da HDCP von der Quelle unabhängig ist, könnte man nun digitale und DRM-freie Aufzeichungen aller Inhalte machen, die sonst an den HD-Fernseher geschickt werden - egal ob digitaler DRM-geschützter Download, Digitales HD-(Pay-)-Fernsehen mit "HD+", HD-DVD oder Bluray mit AACS.

Ähnliche Artikel

  • Pipelight: Silverlight unter Linux nutzen
    Video-on-Demand-Dienste wie Watchever oder Sky Go fallen für Linux-User eigentlich flach. Mit dem Wine-Abkömmling Pipelight steht dem nächsten Kinoabend aber dennoch nichts im Weg.
  • Elefantenrunde
    Mit der neuesten Treibergeneration funktionieren auch topaktuelle Grafikchips unter Linux einwandfrei – inklusive Shader, OpenGL 3.0 und sogar GPU-Videobeschleunigung. Aber passt auch die Leistung?
  • Neue Heimat für Debian-Backports

    Die Backport-Pakete versorgen Benutzer der stabilen, aber angestaubten Debian-Version mit aktueller Software aus den Zweigen "unstable" und "testing". Der Service war bislang als eigene Webseite geführt und gehört jetzt als Subdomain offiziell zum Projekt.
  • Opensource-Software kann keine Blurays brennen!
  • Vielseitiger HD-Mediaplayer
    HD-Mediaplayer gibt es von zahllosen Herstellern wie Sand am Meer. Der SSD- und Speicherspezialist Patriot bringt ein neues Modell, das einige zusätzliche attraktive Funktionen bietet, die es von der Konkurrenz abheben.

Kommentare

Aktuelle Fragen

Nach Ubdates alles weg ...
Maria Hänel, 15.11.2014 17:23, 4 Antworten
Ich brauche dringen eure Hilfe . Ich habe am wochenende ein paar Ubdates durch mein Notebook von...
Brother Drucker MFC-7420
helmut berger, 11.11.2014 12:40, 1 Antworten
Hallo, ich habe einen Drucker, brother MFC-7420. Bin erst seit einigen Tagen ubuntu 14.04-Nutzer...
Treiber für Drucker brother MFC-7420
helmut berger, 10.11.2014 16:05, 2 Antworten
Hallo, ich habe einen Drucker, brother MFC-7420. Bin erst seit einigen Tagen ubuntu12.14-Nutzer u...
Can't find X includes.
Roland Welcker, 05.11.2014 14:39, 1 Antworten
Diese Meldung erhalte ich beim Versuch, kdar zu installieren. OpenSuse 12.3. Gruß an alle Linuxf...
DVDs über einen geeigneten DLNA-Server schauen
GoaSkin , 03.11.2014 17:19, 0 Antworten
Mein DVD-Player wird fast nie genutzt. Darum möchte ich ihn eigentlich gerne abbauen. Dennoch wür...