Greg KH schlägt neue Versionsnummern für den Linux-Kernel vor

Greg KH schlägt neue Versionsnummern für den Linux-Kernel vor

Mathias Huber
17.10.2008

Greg Kroah-Hartman, Linux-Entwickler bei Novell, hat auf der Kernel-Mailingliste ein neues Schema zu Benennung von Kernel-Releases vorgeschlagen. Es enthält unter anderem die Jahreszahl. Kroah-Hartman schreibt, er habe diesen Vorschlag eigentlich bereits auf dem Kernel-Summit 2008 im September einbringen wollen, was er jetzt nachhole. Er habe ständig mit den Versionsnummer zu tun und finde das derzeitige Schema furchtbar.

Sein Vorschlag: Künftige Versionen des Linux-Kernels erhalten ihre Versionsnummern nach dem Schema Jahreszahl.Nummer.Minor-Release. Demnach erhielte die erste Release des kommenden Jahres die Nummer 2009.0.0, die zweite die Nummer 2009.1.0 und so fort. Sei ein Schema ohne Nullen gewünscht, könne man auch bei 2009.1.1 beginnen, meint Kroah-Hartman.

Der Novell-Entwickler nennt als Vorteil seiner Lösung, dass das Alter des Kernels aus der Versionsbezeichnung ersichtlich wäre: Kernel 2.6.9 beispielsweise würde 2004.9.0 heißen.

Derzeit folgt die Versionsbezeichnung dem Schema 2.Major-Release.Minor-Release.Extraversion. Kernel-Makros und Skripte, die mit der Major- und Minor-Nummer arbeiten, ließen sich ersetzen, beruhigt Kroah Hartman mögliche Kritiker in seiner E-Mail.

Zu den ersten Reaktionen gehört die von H. Peter Anvin: Er findet es am einfachsten, wie bisher die Extraversion mit 27, 28, 29 hochzuzählen. Den inzwischen bedeutungslosen Bestandteil 2.6 würde er aber gerne abschaffen und durch 3.0, 3.1, möglicherweise auch durch die einfache Folge 3, 4 und so weiter ersetzen.

Adrian Bunk dagegen warnte vor raschen Entschlüssen. Ein Änderung würde nicht nur den Kernel und seine Tools sondern auch zahlreiche Userspace-Programme betreffen, die die Versionsnummer des Kernels verarbeiten, beispielsweise durch einen Aufruf von "uname -r". Als Beispiel bringt er einen Auszug aus dem Konfigurationsskript der OpenSSL-Bibliothek.

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Kommentare
Re: Greg KH schlägt neue Versionsnummern für den Linux-Kernel vor
Gernot Tenchio, Sonntag, 19. Oktober 2008 22:49:21
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Adrian Bunk dagegen warnte vor raschen Entschlüssen. Ein Änderung würde nicht nur den Kernel und seine Tools sondern auch zahlreiche Userspace-Programme betreffen, die die Versionsnummer des Kernels verarbeiten, beispielsweise durch einen Aufruf von "uname -r". Als Beispiel bringt er einen Auszug aus dem Konfigurationsskript der OpenSSL-Bibliothek.

Das Konfigurationsskript der OpenSSL-Bibliothek ist ja wohl die Inkarnation des grottenüblen Hacks. Wenn die Änderung des Versionsnummerierungsschemas dazu führt OpenSSL aufzuräumen, kann das eigentlich nur begrüßt werden.

Ich mag Greg KH nicht wirklich, aber hier kann ich ihm nur zustimmen.


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